Darmstadt 98: Erklimmt St. Pauli diesmal das Böllenfalltor?

Kiezklub in Darmstadt noch sieglos

Yannik Stark und Marcel Heller gegen Ryo Miyaichi

Ein hartes Pflaster ist für den FC St. Pauli (hier Ryo Miyaichi) das Böllenfalltorstadion. ©Imago images/Nordphoto

Das Böllenfalltorstadion in Darmstadt – für viele Romantiker des runden Leders der Inbegriff gelebter Fußballkultur. Das namensgebende Böllenfalltor hat eine geschichtliche Bedeutung, konnte früher wenn es nötig war verriegelt werden. Eine uneinnehmbare Festung ist das Stadion wenige Schritte weiter in dieser Spielzeit zwar nicht ganz, dennoch bissen sich einige Vereine in den letzten Jahren hier die Zähne aus.

Einer davon ist der FC St. Pauli, der am Samstag in Darmstadt gastiert. Achtmal kam das in der Historie beider Vereine bereits vor und kein einziges dieser Spiele gewann der Kiezklub. Stattdessen gab es sechs Lilien-Siege, angefangen mit dem 3:1 im März 1985, durch einen Dreierpack des damaligen Torjägers Egbert Zimmermann, der neben einem gewissen Bruno Labbadia stürmte.

Positive Assoziation

Eben jener Labbadia steuerte einen Treffer beim Darmstädter 4:2-Sieg über den FC St. Pauli in der Saison 1986/87 bei, dem ersten Wiedersehen, nachdem der Kiezklub zwischenzeitlich abgestiegen war. In den folgenden zwei Pflichtspielen zwischen beiden Teams folgten die einzigen beiden Punktgewinne des FC St. Pauli in Darmstadt (1:1, 0:0), ehe sich die Vereine erst 2002 wiedersehen sollten – im DFB-Pokal. Unter anderem mit dem heutigen Schalke-Coach David Wagner kam Darmstadt durch einen 3:1-Sieg eine Runde weiter.

In der neueren Geschichte war das Böllenfalltor für den FC St. Pauli mehrmals zu hoch. Kein Gegentor kassierten die Lilien bei den Triumphen gegen die Gäste aus Hamburg in den Spielzeiten 2014/15 und 2017/18. Der 1:0-Sieg 2015 dürfte den Lilien in besonders guter Erinnerung geblieben sein: Sie stiegen in die Bundesliga auf. Das letzte Aufeinandertreffen war jedoch ein brenzliges.

Lange Zeit führte der Kiezklub in der vergangenen Saison mit 1:0, ehe Marcel Heller und Serdar Dursun die Partie erst in den letzten zehn Minuten drehten – der FC St. Pauli mühte sich einmal mehr erfolglos am Böllenfalltor ab. Ob sich das in der kommenden Partie ändert? Zumindest hat auch dieses Duell noch nie eine solch durch Corona hervorgerufene Geister-Atmosphäre gesehen.