Dynamo Dresden: Interview mit Maik Kegel

"Die gehören in die erste Liga"

Collage von Maik Kegel

Mit Holstein Kiel verlor Maik Kegel gegen Ex-Klub Dynamo in vier Partien nur einmal. imago images/Eisele/Claus Bergmann

Maik Kegel hat mit Dynamo Dresden und Holstein Kiel eine Erfahrung gemacht, auf die beide Teams künftig gerne verzichten würden: die Relegation zwischen 3. Liga und 2. Bundesliga. 2011 mit Dynamo und 2015 mit Kiel war er jeweils beim Drittligisten, siegte mit der SGD, unterlag mit Holstein Kiel.

Jetzt spielen seine beiden Ex-Teams gegeneinander und Maik Kegel hat Zeit, sich die Partie anzuschauen – leider, denn er der Mittelfeldspieler ist nach einem Kreuzbandriss noch nicht wieder einsatzbereit und zur Zeit vereinslos. Mit Liga-Zwei.de spricht er über seine Zeit beim Heimatklub Dynamo, die zwei Jahre an der Kieler Förde und seine aktuelle Situation.

Herr Kegel, wir nehmen Sie mit zum 1. Dezember 2007. Ihr erstes Profispiel, für Dynamo Dresden, Sie kamen in der 75. Minute rein und markierten das 3:1 gegen den HSV II. Was war das für ein Gefühl?
Maik Kegel: „Natürlich ein Wahnsinnsgefühl. Ich war da 17 Jahre alt, es war mein erstes Profi-Spiel für Dynamo und direkt ein Tor zu erzielen war ein unvergesslicher Moment.“

Dynamo-Heimspiele sind bekannt für gute Atmosphäre. Sie sind gebürtiger Dresdner: Wie haben Sie die Bedeutung des Vereins in der Stadt und im Umfeld stets wahrgenommen?
Kegel: „Dresden ist eine unglaubliche Fußballstadt. Ich glaube jeder Freund und Bekannte von mir ist Dynamo-Fan. Die Stadt ist fußballverrückt und es ist Wahnsinn, was in diesem Stadion für eine Atmosphäre aufkommt.

Es ist ein riesen Erlebnis, wenn man dort einmal gespielt hat und ich konnte Gott sei Dank öfter dort spielen. Für mich sind das keine Zweit- oder Drittligafans. Die gehören in die erste Liga. Es war eine Ehre für mich bei diesem Verein gespielt zu haben.“

Er vermittelt seine Mentalität auch der Mannschaft. (über Cristian Fiel als Trainer)

Umso schwerwiegender sicherlich die momentane Situation, Dynamo ist Vorletzter. Wie nehmen Sie das aktuell wahr?
Kegel: „Ich verfolge jedes Spiel. Cristian Fiel, mit dem ich noch selber zusammengespielt habe, ist jetzt Trainer. Es ist natürlich keine einfache Situation, aber trotzdem glaube ich, wenn mit den Fans im Rücken wieder ein Erfolgserlebnis kommt, schaffen sie es auf jeden Fall aus dem Keller raus.“

Welche Charakterzüge an „Fielo“ stimmen Sie positiv, dass er die schwierige Situation meistern kann?
Kegel: „Als Spieler hatte er absolute Führungsqualitäten. Als Trainer kann ich ihn leider nicht beurteilen, aber ich denke, er bringt das auch als Mensch rüber. Er vermittelt seine Mentalität auch der Mannschaft. Das braucht ein bisschen Zeit, aber ich denke, das ist kein Problem für ihn und sie meistern die Situation.“

Das zweite Jahr haben wir uns anders vorgestellt. (über die Zeit bei Holstein Kiel)

Am Samstag gibt es die nächste Chance, dem Tabellenkeller zu entkommen. Es gastiert Holstein Kiel, für den Sie ebenfalls auf dem Platz standen. Wie haben Sie die Zeit in Erinnerung?
Kegel: „Das waren leider nur zwei Jahre aber auch zwei wunderschöne Jahre. Wir hatten damals (2015, Anm. d. Red.) im ersten Jahr mit Trainer Karsten Neitzel leider die Relegation in der letzten Minute gegen 1860 München verloren. Trotz alledem war es ein sehr gutes Jahr.

Das zweite Jahr hatten wir uns anders vorgestellt. Man sagt ja immer, nach dem knapp verpassten Erfolg kommt meistens ein schlechtes Jahr. Leider ist das auch eingetroffen. Trotzdem war es eine gute Zeit in Kiel.“

Haben Sie noch Kontakt zu alten Kollegen aus Kieler Zeiten?
Kegel: „Zu Tim Siedschlag noch ein wenig (aktuell Kiel II, Anm. d. Red.), aber eher zu ehemaligen Spielern, wie Kenneth Kronholm, der den Weg zu Chicago Fire gemacht hat. Er war letztens noch in Köln, da habe ich mich mit ihm getroffen.

Er ist ein richtig guter Freund. Mit Fabian Schnellhardt habe ich mich gut verstanden, er ist auch ein guter Kumpel geworden. Und meine Freundin habe ich auch in Kiel kennengelernt.“

Er ist ein enorm torgefährlicher Spieler, sehr kopfballstark. (über Michael Eberwein)

Ein anderer Ihrer Ex-Kollegen, allerdings von Fortuna Köln, Michael Eberwein, kickt jetzt an der Förde, wurde zuletzt bekannt, weil er gegen Bochum ohne einen Einsatz gehabt zu haben, einen Elfmeter verursachte. Trauen Sie ihm auf lange Sicht zu, sich bei der KSV durchzusetzen?
Kegel: „Ja, definitiv. Er ist ein enorm torgefährlicher Spieler, sehr kopfballstark. Leider hat er jetzt noch keine Chance bekommen, aber er ist ja noch recht jung und ich traue es ihm auf jeden Fall zu.“

Sie sind aktuell vereinslos, aber gerade auf den Platz zurückgekehrt, um sich nach einer langwierigen Verletzung wieder ranzukämpfen. Wie fühlt sich das an?
Kegel: „Ganz fit bin ich leider noch nicht, aber es ist ein gutes Gefühl. Es ist jetzt mein zweiter Kreuzbandriss und nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen ist schön. Es wird alles getan, damit ich wieder an meine alte Form herankomme.“

Sie trainieren bei Ihrem letzten Klub Fortuna Köln mit. Ist es Ihr Ziel für den Verein in der Rückrunde auf dem Platz zu stehen?
Kegel: „Das wird man sehen. Der Plan ist jetzt, mich erstmal bei Fortuna Köln fit zu machen. Für die Chance bin ich auch sehr dankbar. Dann wird man sehen, was nach dem Winter passiert, ob ich irgendwo in der Vorbereitung einsteigen kann. Wo das sein wird, steht noch nicht fest.“

Lassen Sie uns abschließend nochmal auf das Duell zwischen Kiel und Dynamo zurückkommen, das am Samstag stattfindet. Tabellen-17. gegen Achter – wie geht’s aus?
Kegel: „Schwierig. Ich wünsche es Dresden, die brauchen eher den Sieg, um wieder ein Erfolgserlebnis zu bekommen. Ich glaube, es wird ein 2:1 für Dynamo Dresden.“

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