HSV: Am Sonntag ist ein Dreier Pflicht

Dieter Hecking fordert Sieg gegen Wehen Wiesbaden

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 29.05.20 | 06:58

Dieter Hecking

Enttäuschung nach der späten Pleite im Top-Spiel: Dieter Hecking. © imago images / MIS

Als Schiedsrichter Christian Dingert am Donnerstagabend in der natürlich leeren Mercedes-Benz-Arena zur Halbzeit pfiff, sah es danach aus, als könnte der Hamburger SV im Aufstiegsrennen einen Big-Point landen. Die Hanseaten lagen beim VfB Stuttgart nach überzeugenden 45 Minuten verdient mit 2:0 in Führung und hatten in diesem Moment vier Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Schwaben.

Die zweite Hälfte lieferte dann aber ein neues Beispiel dafür, wie schnelllebig der Fußball ist. Ein verschlafener Wiederbeginn der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking brachte Stuttgart unmittelbar nach dem Seitenwechsel auf 1:2 heran und ließ den HSV aus der Spur geraten. Nach dem Stuttgarter Ausgleich durch einen von Daniel Heuer Fernandes etwas plump verursachten Elfmeter schien es eigentlich auf ein Remis hinauszulaufen, ehe der VfB einen Ballverlust von Aaron Hunt in der Nachspielzeit zu einem letzten schnellen Angriff und prompt zum 3:2-Siegtor nutzte.

Coach Hecking verriet nach dem Abpfiff mit der Aussage auf der Vereinshomepage, dass die "Enttäuschung natürlich absolut spürbar" sei, sicherlich nichts Überraschendes, übte darüber hinaus aber auch Kritik am Verhalten seiner Elf in der Schlussphase: "Das dritte Tor darf dann nicht passieren. Da müssen wir es ruhig runterspielen, stattdessen laufen wir in einen Konter, bei dem wir defensiv sogar in Überzahl stehen. Das sind Dinge, die kann man nicht erklären, die passieren aber", so der 55-Jährige, der mit einem Unentschieden durchaus gut hätte leben können.

Wieder zurück in der Jägerrolle

Nun aber befindet sich der HSV den direkten Aufstieg betreffend wieder in der nach dem Re-Start abgegebenen Rolle des Jägers, der auf Stuttgarter Ausrutscher angewiesen ist, selbst aber nicht mehr patzen darf. Zugleich gilt es den 1. FC Heidenheim, der mit nur einem Punkt weniger auf Rang vier lauert, nicht außer Acht zu lassen.

„ Jetzt heißt es, egal wie, gegen Wehen Wiesbaden zu gewinnen. ”
Dieter Hecking

Bereits am Sonntag zählt deshalb gegen den SV Wehen Wiesbaden, der dem HSV im Hinspiel durch den späten Treffer zum 1:1-Ausgleich zwei am Ende womöglich schmerzhafte Punkte entrissen hat, nur ein Sieg. "Wird sind jetzt gefordert. Meine Mannschaft hat schon mehrfach Rückschläge erfahren und gemeistert. Jetzt heißt es, egal wie, gegen Wehen Wiesbaden zu gewinnen", zeigte sich Hecking trotz der Enttäuschung von Stuttgart gegenüber kicker.de einerseits kämpferisch und erhöhte andererseits auch den Druck auf sein Team.