HSV: Daniel Thioune kritisiert die zweite Reihe

Trainer nach Testspielniederlage gegen Viborg FF unzufrieden

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 13.11.20 | 07:10
Daniel Thioune

Unzufrieden mit seiner zweiten Reihe: Daniel Thioune. © imago images / Mis

Während mit Tim Leibold, Aaron Hunt, Moritz Heyer, Jan Gyamerah, Amadou Onana, Jeremy Dudziak und Sven Ulreich sieben Stammkräfte am gestrigen Donnerstag aus Gründen der Belastungssteuerung nur eine Trainingseinheit absolvierten, konnte und sollte die zweite Garde des Hamburger SV das Testspiel gegen den dänischen Zweitligisten Viborg FF nutzen, um Eigenwerbung zu betreiben und sich für künftige Pflichtspieleinsätze zu empfehlen.

Daraus allerdings wurde in Abwesenheit der bei der U21 weilenden und deshalb ebenfalls fehlenden Manuel Wintzheimer, Stephan Ambrosius und Josha Vagnoman allerdings nichts. Vielmehr lieferte der HSV eine schwache Vorstellung ab und verlor auf dem Trainingsplatz im Volkspark mit 1:3. Mehr als der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Lukas Hinterseer auf Vorlage von Sturmpartner Bobby Wood in der 78. Minute wollte den Rothosen nicht gelingen.

„ Heute fehlte bei vielen Spielern die Gier, sich zeigen zu wollen. ”
Daniel Thioune

Trainer Daniel Thioune machte nach Spielschluss auf der vereinseigenen Webseite keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit: „Im Großen und Ganzen war der Auftritt von uns als Team enttäuschend. Heute fehlte bei vielen Spielern die Gier, sich zeigen zu wollen.“

Kwarteng und Heil nutzen ihren Kurzeinsatz

Gegenüber Bild legte der HSV-Coach nach und machte deutlich, dass die größten Gewinner des Spiels die geschonten bzw. abwesenden Stammkräfte waren: „Ich habe ja gesagt, dass ich zuletzt schwierige Entscheidungen bei der Aufstellung getroffen habe. Heute haben sie mir meinen Auftrag nicht erschwert, dass ich mich in den nächsten Wochen für andere entscheiden werde.“

Ausgenommen von Thiounes Kritik waren indes die beiden Talente Moritz-Broni Kwarteng und Ogechika Heil, die jeweils in den letzten 17 Minuten ran durften und Akzente setzen konnten. „Da waren dann welche, die sich unbedingt zeigen wollten. Sie haben mir Spaß gemacht. Wenn sie mir etwas anbieten, werde ich das auch honorieren. Deshalb scheue ich mich nicht davor, die Jungen in Zukunft reinzuwerfen.“

Ordentlich präsentierte sich in seinem 45-Minuten-Einsatz auch der im bisherigen Saisonverlauf enttäuschende Neuzugang Klaus Gjasula. Der defensive Mittelfeldspieler, der gegen Viborg als Kapitän fungierte, reiste allerdings noch am Abend zur albanischen Nationalmannschaft. Weil Gjasula nach seiner Rückkehr für fünf Tage in Quarantäne muss, fällt der 30-Jährige am 22. November im Heimspiel gegen den VfL Bochum aus.