HSV: Daniel Thioune spricht von Krise

Tabellenführung nach vier sieglosen Spielen verloren

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 30.11.20 | 07:20
Daniel Thioune

Schwierige Phase: HSV-Coach Daniel Thioune. © imago images / mis

Noch vor wenigen Wochen schien vieles auf einen Durchmarsch des Hamburger SV hinauszulaufen, nachdem die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune die ersten fünf Partien der Saison allesamt gewonnen hatte. Doch just mit dem 2:2 im Derby gegen den FC St. Pauli kam der HSV vom Erfolgsweg ab, kassierte anschließend bei Holstein Kiel kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich, um nun gegen den VfL Bochum (1:3) und beim 1. FC Heidenheim (2:3) sogar zwei Mal in Folge zu verlieren.

Die Tabellenführung musste der HSV nach der Last-Minute-Pleite in Heidenheim, die fatal an das dortige 1:2 am 33. Spieltag der Vorsaison erinnerte, bereits an Greuther Fürth abtreten und selbst der Vorsprung auf den vierten Platz beträgt nur noch zwei Punkte.

„ Man kann von einer Krise sprechen. ”
Daniel Thioune

Trainer Thioune sah nach der Niederlage in Heidenheim den Moment gekommen, um auszusprechen, was nach der Entwicklung der letzten Wochen unverkennbar ist: „Wenn man zwei Spiele hintereinander verliert und davor zweimal Unentschieden spielt, kann man von einer Krise sprechen. Das ist der Augenblick, in dem wir sicherlich auch zurecht kritisiert werden. Wir haben unser Punkte-Polster aufgebraucht und sind nicht mehr auf Platz eins“, zitiert die Morgenpost den während der erfolgreichen Phase für seine variablen Aufstellungen gelobten Coach, dem nicht wenige Experten nun ans Herz legen, eine funktionierende Elf zu finden.

Hannover kommt zum Krisenduell

Doch das ist einfacher gesagt als getan bei fortwährenden individuellen Fehlern, für die immer wieder andere Akteure verantwortlichen zeichnen. In Heidenheim musste nun Torwart Sven Ulreich die Niederlage mit einem kapitalen Ballverlust am eigenen Fünfmeterraum auf seine Kappe nehmen, nachdem zuvor beim ersten Gegentreffer die gesamte Defensive, allen voran Jan Gyamerah und Moritz Heyer, nach einem zunächst abgewehrten Eckball zu früh abschaltete und Christian Kühlwetter im Rücken entwischen ließ. Beim 2:2 war es dann erneut Gyamerah, der nach einem Abstoß nicht aufrückte und so beim Ballverlust das Abseits aufhob.

Trotz der Enttäuschung über die erneute Niederlage richtete Thioune den Blick nach vorne in der Hoffnung, dass die aktuelle Negativserie unter dem Strich nur als schlechte Phase in die Saisonbilanz Einzug hält: „Wir müssen weiter hart arbeiten und fleißig sein. Über die gesamte Saison betrachtet müssen wir einfach wieder den Turnaround hinbekommen. Dann meistern wir auch diese Krise.“

Am besten wäre es aus HSV-Sicht natürlich, schon am Samstag den Umschwung zu schaffen. Dann gastiert mit Hannover 96 ein weiterer Krisenklub im Volksparkstadion.