HSV: Harnik bemängelt fehlendes Tempo

„Momentan ist ein bisschen der Wurm drin“

Autor: Oliver Jensen Veröffentlicht: Samstag, 07.12.2019 | 09:06
Martin Harnik (r.) gegen Heidenheims Oliver Hüsing.

Kein Durchkommen: Martin Harnik (r.) und der HSV erleben aktuell eine Durststrecke. ©imago images/Eibner

Der Hamburger SV schlittert in eine Ergebniskrise. Das 0:1 am Freitagabend gegen den 1. FC Heidenheim war die zweite Niederlage hintereinander. Nur eines der letzten sechs Pflichtspiele wurde gewonnen.

Der HSV bleibt zwar auf dem zweiten Tabellenplatz, hat allerdings bereits vier Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Arminia Bielefeld und spürt zudem den Druck der nachrückenden Mannschaften. Nach der Heim-Pleite sprach HSV-Stürmer Martin Harnik über die Niederlage und die schwierige Situation.

Herr Harnik, diese Niederlage hätte nicht sein müssen, oder?
Martin Harnik: „Nein, natürlich nicht. Heidenheim hat sich heute sehr auf die Defensive konzentriert und auf einen Lucky Punch gehofft. Das ist ihnen heute gelungen. Das Gegentor müssen wir besser verteidigen. Und vorne ging der Ball einfach nicht über die Linie. Nun sollte man nicht sagen, das ist Unvermögen, und alles ist schlecht.

Momentan fehlt einfach das letzte Quäntchen Überzeugung oder auch Glück. Der Torwart Kevin Müller wuchs sicherlich auch über sich selbst hinaus. Momentan ist einfach ein bisschen der Wurm drin – offensiv wie defensiv. Das müssen wir nächste Woche besser machen.“ 

„ Wir hätten das Spiel 1:0 oder 2:0 gewinnen müssen. ”
über das Heimspiel gegen Heidenheim

Allzu viele große Chancen hat sich der HSV allerdings auch nicht herausgespielt…
Harnik: „Das finde ich nicht. Ich finde, wir haben gegen einen sehr tiefstehenden Gegner gespielt. Trotzdem haben wir es immer wieder geschafft, den gegnerischen Torwart zu Glanzparaden zu zwingen. Gegen so einen Gegner vier, fünf Chancen herauszuspielen, zeigt, dass wir es nicht schlecht gemacht haben. Trotzdem können wir uns damit nicht zufrieden geben.“

Der HSV wirkt momentan im letzten Drittel etwas ideenlos. Warum ist diese Qualität verlorengegangen?
Harnik: „Wie gesagt: Der Gegner stand sehr tief und hat kompakt verteidigt. Sicherlich haben wir den Ball zu langsam laufen lassen. Dadurch haben wir den Gegner zu selten ins Springen gebracht.

Trotzdem haben wir über 90 Minuten nicht nur das Spiel beherrscht, sondern hatten auch die besseren Torchancen. Daher hätten wir das Spiel 1:0 oder 2:0 gewinnen müssen. Geht man in Führung, muss der Gegner ein wenig öffnen. Aber das ist uns nicht gelungen.“ 

„ Hier ruht sich niemand auf irgendetwas aus. ”
über die Mannschaft des HSV

Nun gab es in den letzten sechs Pflichtspielen lediglich einen Sieg. Wie beurteilen Sie diese Phase momentan?
Harnik: „Das ist nicht zufriedenstellend. Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte. Wir werden das Spiel genauso analysieren wie jedes andere auch. Hier ruht sich niemand auf irgendetwas aus. Man kann der Mannschaft nicht absprechen, dass sie nicht will oder komplett den Zug verloren hat – nein. Die Gegner haben sich heute tief reingestellt.

Wir haben lange gebraucht, um Lösungen zu finden. Letztendlich haben wir Lösungen gefunden, haben uns aber nicht mit einem Tor belohnt. Wir werden das Spiel sehr genau analysieren, weil uns etwas Ähnliches vielleicht auch in den kommenden beiden Spielen erwartet. Wir wollen es dann besser machen. Wir konzentrieren uns auf jedes Spiel einzeln.“