HSV: Julian Pollersbeck wohl ohne Perspektive

Daniel Heuer Fernandes und Tom Mickel kämpfen um die Nummer eins

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 05.09.20 | 07:09
Julian Pollersbeck

Julian Pollersbeck spielt im Kampf um den Platz im HSV-Tor keine Rolle mehr. © imago images / Michael Schwarz

Neun Tage vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden und knapp zwei Wochen vor dem Zweitliga-Auftakt zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf tobt beim Hamburger SV der Kampf um die Plätze in der Startelf. Auch im Tor, wo Trainer Daniel Thioune nun aber bereits eine Entscheidung getroffen hat, womit aus einem Drei- ein Zweikampf wurde.

HSV-Coach vermisst ein klares Bekenntnis
„ Es geht um das große Ganze, er beschäftigt sich ja seit geraumer Zeit mit Abwanderungs-Gedanken. ”
Daniel Thioune

Denn wie Thioune gegenüber Bild verriet, ist Julian Pollersbeck nach jetzigem Stand nur als Nummer drei angedacht. „Die Entscheidung ist gefallen – gegen Pollersbeck“, so der HSV-Coach, der beim U21-Europameister von 2017 offenbar die volle Identifikation mit dem Verein und dessen Zielen vermisst: „Es geht um das große Ganze, Julian beschäftigt sich ja seit geraumer Zeit mit Abwanderungs-Gedanken.“

Vertrag endet 2021

Während Daniel Heuer Fernandes und Tom Mickel am heutigen Samstag bei der Generalprobe gegen Hertha BSC voraussichtlich jeweils 45 Minuten spielen werden, ehe die Entscheidung über die künftige Nummer eins getroffen wird, wurde Pollersbeck von Thioune bereits über seine Position informiert.

Es wäre keine Überraschung, würde der 26-Jährige einen Abschied aus Hamburg nun wieder forcieren. Allerdings ist die Anzahl möglicher Anlaufstellen in den vergangenen Wochen zumindest in Deutschland nicht größer geworden. Der VfB Stuttgart und der 1. FC Union Berlin, denen im Juli Interesse nachgesagt wurde, haben ihre Baustellen zwischen den Pfosten längst anderweitig geschlossen. Auch der 1. FC Köln, der auf Torwartsuche war, hat mit Ron-Robert Zieler einen neuen Schlussmann verpflichtet. Weitere Bundesligisten oder ambitionierte Zweitliga-Klubs haben aktuell keinen Bedarf.

Dass Pollersbeck, der an den letzten sechs Spieltagen der vergangenen Saison vorübergehend wieder die Nummer eins war, noch einmal im HSV-Tor stehen wird, ist zwar nicht völlig ausgeschlossen, ein Jahr vor Vertragsende aber nicht mehr wahrscheinlich. Die Hoffnung, die für den Schlussmann 2017 an den 1. FC Kaiserslautern überwiesene Ablöse von 3,5 Millionen Euro auch nur ansatzweise wieder hereinholen zu können, muss man in Hamburg unterdessen wohl endgültig zu den Akten legen.