HSV: Lösungen für die Innenverteidigung in Sicht?

Stephan Ambrosius empfiehlt sich

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 10.08.20 | 07:31
Stephan Ambrosius

Stephan Ambrosius ist nach der ersten Phase der Vorbereitung einer der Gewinner. © imago images / Sportfoto Rudel

Im ersten Testspiel der Vorbereitung auf die neue Saison hat sich der Hamburger SV zwar lange Zeit gelassen, letztlich den FC Hansa Rostock aber dank eines Tores von Stephan Ambrosius in der Schlussminute mit 1:0 bezwungen. Rückschlüsse auf den Ernstfall in fünf Wochen, wenn es zunächst in der ersten Runde des DFB-Pokals zu Dynamo Dresden geht, sind zwar nur sehr eingeschränkt möglich, doch lieferte das Duell mit dem Drittligisten durchaus die eine oder andere wertvolle Erkenntnis.

Insbesondere auch in Bezug auf die Innenverteidigung, in der mit Jonas David und Torschütze Ambrosius ein junges Duo begann und seine Sache sehr ordentlich machte. Vor allem Ambrosius verdiente sich ein Sonderlob von Daniel Thioune: „In der Defensivarbeit war Stephan absolut fehlerfrei. Und wenn man so fleißig ist, kann man sich am Ende auch belohnen. Das hat er gemacht. Er hat gezeigt, dass man auf ihn zählen kann“, deutete der neue HSV-Coach gegenüber der Morgenpost an, dass der 21-Jährige auf Dauer eine wichtige Rolle spielen könnte.

Lasse Sobiech vom 1. FC Köln freigestellt

Dass Ambrosius als einziger Akteur gegen Rostock die vollen 90 Minuten auf dem Platz stand, war freilich auch auf die aktuell stark ausgedünnte Innenverteidigung zurückzuführen. Weil Rick van Drongelen nach seinem Kreuzbandriss und Ewerton nach einer Tumor-OP keine Alternativen waren und so schnell wohl auch nicht werden, während für Gideon Jung nach einer Muskelverletzung ein Einsatz noch zu früh gekommen wäre, wurde für David 20 Minuten vor dem Ende noch Lukas Pinckert aus der zweiten Mannschaft eingewechselt.

Der HSV-Coach über seine Defensive
„ Die Kette könnte noch etwas Führung und Erfahrung brauchen. ”
Trainer Daniel Thioune

Im „kicker“ (Ausgabe 66/2020 vom 10.08.2020) macht Coach Thioune denn auch kein Geheimnis daraus, noch auf Verstärkung für das Abwehrzentrum zu hoffen: „Ich wünsche mir schon Zugänge, die uns dort Robustheit und Qualität bringen. Wir haben jetzt zwei sehr junge Innenverteidiger, die Kette könnte noch etwas Führung und Erfahrung brauchen.“

Als Kandidat bringt Bild in diesem Zusammenhang Lasse Sobiech ins Gespräch, der beim 1. FC Köln keine Perspektive mehr hat. Der 29-Jährige, der im Frühjahr an Royal Mouscron verliehen war, aber aufgrund des coronabedingten Saisonabbruchs in Belgien nur auf sechs Einsätze kam, wurde nun von den Geißböcken freigestellt, um die Suche nach einem neuen Verein vorantreiben zu können.

Weil Sobiech anders als der auch gehandelte Kevin Danso (FC Augsburg) ablösefrei zu haben wäre und Köln wohl sogar für einen Teil des Gehalts aufkommen würde, gilt der mit seinen 1,96 Metern sehr kopfballstarke Defensivmann trotz seiner Schnelligkeitsdefizite als interessante Option. Nach einem missglückten ersten Anlauf 2013/14 hat Sobiech beim HSV eigentlich auch noch etwas gutzumachen. Dass der ehemalige Junioren-Nationalspieler nach seinem ersten Gastspiel beim HSV vier Jahre lang Leistungsträger beim FC St. Pauli war, sollte einer erneuten Verpflichtung unterdessen nicht im Wege stehen. Noch allerdings ist offen, inwieweit Sobiech in den Überlegungen tatsächlich eine Rolle spielt.