HSV: Neue Saison, alte Probleme

Noch viel Arbeit für Thioune

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Dienstag, 15.09.2020 | 08:41
Daniel Thioune an der Seitenlinie.

Auf den neuen HSV-Trainer Daniel Thioune wartet noch viel Arbeit. ©imago images/MIS

Beim HSV sollte in dieser Saison alles anders werden. Ein neuer Trainer (Daniel Thioune), Erfahrung (Toni Leistner) und Robustheit (Klaus Gjasula) für die Defensive, ein Torgarant (Simon Terodde) für die Offensive. Trotzdem begann diese Saison ernüchternd, beim – auch in dieser Höhe verdienten -1:4 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Dynamo Dresden offenbarte der HSV eben jene Schwächen, die bereits in der Vorsaison den anvisierten Aufstieg kosteten.

Hinten fehleranfällig und in entscheidenden Momenten mit individuellen Aussetzern, vorne zwar durchaus mit Chancen, aber eben auch einer schwachen Chancenverwertung. „Wir wussten, was wir hier erwarten müssen – in der Konsequenz haben wir das aber nicht so angenommen“, war Thioune auf der Pressekonferenz auch mit der Einstellung seiner Spieler unzufrieden.

Andere Formation gegen Düsseldorf?

Die wird für den Liga-Auftakt am kommenden Freitag gegen Fortuna Düsseldorf eine andere sein müssen. Denn während die defensiven Probleme der Hamburger bereits während den Vorbereitungsspielen sichtbar waren und von Dynamo schonungslos bestraft wurden, scheint die Fortuna bereits weiter in ihrer Entwicklung.

Drei Test- und ein Pokalspiel absolvierte der Bundesliga-Absteiger bis dato, lediglich Eredivisie-Klub Vitesse Arnheim konnte dabei gegen die Rheinländer treffen. Nachdem Lukas Hinterseer gegen Dresden nicht überzeugen konnte, dürfte Simon Terodde so ein Startelf-Kandidat sein.

Um die defensiven Probleme in den Griff zu bekommen, könnte auch eine Abkehr vom am Montag praktizierten 4-1-3-2-System darstellen. Mit einem zweiten „Sechser“ an der Seite von Gjasula, David Kinsombi oder Hoffenheim-Neuzugang Amadou Onana kämen hier in Frage, könnte Thioune die Stabilität auf einer Schlüsselposition erhöhen.

Denkbar auch, dann Ananou ins defensive Mittelfeld rückt und Kinsombi eine Position weiter vorne den gegen Dynamo ebenfalls schwachen Aaron Hunt ersetzt, um so ein kompakteres Zentrum zu erzeugen. Klar ist aber auch: Leistet sich Hamburg Fehler bei eigenem Ballbesitz, wie bei den ersten beiden Gegentoren gegen Dresden, wird das auch in der 2. Bundesliga regelmäßig bestraft.