HSV: Schon in Osnabrück mit Dreierkette?

Umstellung hätte mehrere Vorteile

Ewerton, Jairo Samperio und Timo Letschert im HSV-Training

Rückt Ewerton (l.) in die Startelf? ©Imago images/Michael Schwarz

In den vergangenen Wochen hat Dieter Hecking mehrmals angedeutet, die Dreierkette als interessante Option für seinen Hamburger SV zu sehen. Eine durchaus nachvollziehbare Einschätzung, stehen doch mit Rick van Drongelen, Timo Letschert, Gideon Jung und inzwischen auch Ewerton vier für Zweitliga-Verhältnisse überdurchschnittliche Innenverteidiger zur Auswahl.

Bislang allerdings setzte Hecking stets auf eine Viererkette, was auch daran lag, dass Sommerneuzugang Ewerton verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand. Zuletzt aber saß der 30-jährige Brasilianer drei Mal in Folge schon auf der Bank und steht mittlerweile kurz vor seinem Pflichtspieldebüt im HSV-Trikot. Mit seiner Erfahrung und seinen Qualitäten im Spielaufbau wäre Ewerton prädestiniert für die zentrale Rolle in einer Dreierkette, die schon am Freitagabend beim Gastspiel in Osnabrück eine interessante Alternative darstellen könnte.

Neben Jatta droht auch Hinterseer erneut auszufallen

Denn mit einem 3-4-2-1 würde Hecking auch zwei andere Probleme, die sich durch den sicheren Ausfall des nochmals gesperrten Bakery Jatta und das nach jetzigem Stand wahrscheinliche Fehlen von Lukas Hinterseer stellen, lösen.

Fehlt Hinterseer, gibt es mit Martin Harnik und Bobby Wood nur noch zwei Alternativen für den Angriff. Als Doppelspitze funktionierte das Duo vergangene Woche beim 2:1-Sieg gegen Dynamo Dresden aber nicht. Insbesondere deshalb nicht, weil Wood offenkundig weiterhin nach seiner alten Form sucht. Weil sich Wood nicht für einen erneuten Einsatz empfehlen konnte, bleibt nur Harnik für den Sturm, der allerdings in Abwesenheit von Jatta auch rechts offensiv gefragt ist, wo sich Jairo als Joker nicht empfehlen konnte.

Bei einer Umstellung auf eine Dreierkette würde Außenverteidiger Khaled Narey die rechte Außenbahn alleine übernehmen und ein Rechtsaußen wäre verzichtbar. Links erhielte Tim Leibold noch mehr Freiheiten für sein Offensivspiel, das mit bereits acht Torvorlagen in dieser Saison überaus effektiv ist. Und hinter Harnik könnte ein Kreativduo mit Aaron Hunt und Sonny Kittel, der dort mehr ins Spiel involviert wäre als auf Linksaußen, installiert werden.

Blieben noch zwei Plätze für zwei zentrale Mittelfeldspieler. Adrian Fein und Jeremy Dudziak könnten mit Narey und Leibold eine Viererreihe bilden, für die aber auch David Kinsombi und Christoph Moritz in Frage kämen.

In den vergangenen Trainingseinheiten sah es allerdings nicht nach einer weitreichenden Änderung der Grundordnung aus. Vielmehr ließ Hecking mit Viererkette üben, die aufgrund der vorhandenen Personalauswahl aber auch nicht in Stein gemeißelt sein dürfte.