HSV: Zwischenbilanz der Neuzugänge 2020

Vier Volltreffer an der Elbe

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Donnerstag, 26.11.2020 | 13:00
Sven Ulreich gibt Kommandos.

Sven Ulreich setzte sich auf Anhieb im Kampf um den Platz im Tor durch. ©imago images/Eibner

Große personelle Umbrüche gehörten in den ersten zwei Zweitliga-Jahren beim HSV dazu. In diesem Sommer entschieden sich die Verantwortlichen für einen anderen Weg, lediglich sechs externe Neuzugänge wurden vorgestellt. Hinzu kamen zwei Rückkehrer, die zuvor verliehen waren. Nachdem etwas mehr als die Hälfte der Hinrunde absolviert wurde, ziehen wir für diese acht Spieler ein Zwischenfazit.

Volltreffer

Simon Terodde
Der Angreifer schlug in Hamburg auf und machte da weiter, wo er mit dem Aufstieg des 1. FC Köln 2018/19 aufgehört hatte: Er trifft im Unterhaus einfach nach Belieben. Neun Tore stehen nach Partien bereits wieder in seiner Statistik, darunter vier Doppelpacks. Im Sturmzentrum gesetzt, konzentriert sich die gegnerische Defensive größtenteils nur auf ihn, was Lücken für seine Nebenleute reisst. Ein absoluter Gewinn für die „Rothosen“ und selbstverständlich bisher immer in der Startelf anzutreffen.

Moritz Heyer
Mit dem neuen Coach Daniel Thioune und dessen Vorstellungen bereits aus gemeinsamen Tagen in Osnabrück vertraut, folgte er ihm an die Elbe. Dort verpasste er bislang noch keine Minute und wird wahlweise als Innenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld aufgeboten. Die im Vorjahr äußerst wackelige Defensive ist mit ihm etwas solider geworden, aber es herrscht noch Luft nach oben: Elf Gegentore musste der HSV bislang hinnehmen, acht Klubs können einen besseren Wert vorweisen.

Amadou Onana
Im Vorjahr noch für Hoffenheim in der U19-Bundesliga aktiv, gelang dem Abräumer der Sprung ins Unterhaus erstaunlich leicht. Auf der Doppelsechs gehört er zum Stammpersonal und durfte sich bei sechs seiner sieben Einsätze von Beginn an zeigen. Muss altersbedingt zwar körperlich noch zulegen, wusste in seinen Auftritten aber zu überzeugen und dürfte dem HSV in Anbetracht eines Vertrages bis 2024 noch viel Freude bereiten.

Amadou Onana nimmt Tempo auf.

Mit der Verpflichtung von Amadou Onana bewiesen die HSV-Verantwortlichen den richtigen Riecher. ©imago images/MIS

Sven Ulreich
Als Nummer zwei des FC Bayern zwar Titelsammler, war der 32-Jährige nun aber auf Einsatzzeiten scharf. Die bekommt er seit dem Wechsel nach Hamburg, verdrängte Daniel Heuer Fernandes und erwies sich seitdem als sicherer Rückhalt. Strahlt die Ruhe und Souveränität aus, die zuvor im HSV-Kasten etwas abging.

Ausbaufähig

Klaus Gjasula
Aus Paderborn gekommen und an der Elbe als Stabilisator vor der Abwehr eingeplant, konnte der Routinier diese Rolle bislang nicht ausfüllen. Nach einem äußerst schwachen Auftritt gegen seinen Ex-Klub am 2. Spieltag inklusive vorzeitiger Auswechslung hat er seinen Stammplatz verloren. Kam seitdem fünf Mal von der Bank, muss sich aber in der Hierarchie der „Sechser“ hintenanstellen.

Toni Leistner
Der gebürtige Dresdner sollte die Abwehr mit seiner Erfahrung verstärken, erwischte dann aber ausgerechnet im DFB-Pokal gegen Dynamo einen rabenschwarzen Tag. Es folgte ein Wortgefecht mit einem SGD-Fan, das Leistner eine Zwei-Spiele-Sperre einbrachte. Sah bei der Zweitliga-Premiere als „Rothose“ die rote Karte und musste zwei weitere Spiele pausieren. Gegen Kiel und Bochum dann wieder in der Dreierkette gesetzt, aber mit Luft nach oben. „Unglücklich“ trifft seinen Start in Hamburg wohl am besten.

Leih-Rückkehrer

Jonas David
In der vergangenen Rückrunde an Würzburg ausgeliehen, verhinderte eine hartnäckige Verletzung mehr als die fünf Einsätze am Dallenberg. Konnte den Schwung des Aufstiegs allerdings nicht konservieren. Der Defensiv-Allrounder durfte sich bisher nur eine Minute zeigen, stand zuletzt drei Mal überhaupt nicht im Kader. Hat in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld derzeit Konkurrenz, an der kein Vorbeikommen ist.

Manuel Wintzheimer
Seit der Rückkehr aus Bochum wie aufgedreht. Seine Ausbeute aus seinem Jahr an der Castroper Straße (drei Tore & eine Vorlage) übertraf er bereits nach fünf Spielen der laufenden Saison (zwei Treffer & vier Assists). Wird von Thioune offensiv variabel eingesetzt und wirkt dabei ein belebendes Element. Profitiert auch von der Fixierung der gegnerischen Defensive auf Terodde und spielte sich mit seinen Leistungen in die U21-Nationalmannschaft.

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