Jahn Regensburg: Interview mit Benedikt Saller

"Ich muss unseren Fans ein riesiges Kompliment machen"

Benedikt Saller vor dem Spiel

Omnipräsent – nicht nur auf dem Shirt: Benedikt Saller hat sich beim Jahn festgespielt. ©Imago/pmk

Benedikt Saller musste in seiner Karriere bereits Rückschläge einstecken, kam daraus allerdings immer besonders gestärkt zurück. Auch zu Beginn dieser Saison hatte der 25-Jährige Anfangsschwierigkeiten, jedoch erarbeitete sich der 25-Jährige unter Achim Beierlorzer einen Stammplatz und ist von der rechten Defensivseite nicht mehr wegzudenken. Im Interview mit Liga-Zwei.de spricht Saller über die Regensburger Siegermentalität, die kommende Partie gegen Nürnberg und Schafkopfrunden nach dem Training.

Herr Saller, die Rückrunde steht vor der Tür. Wie zufrieden sind Sie denn mit der bisherigen Vorbereitung darauf?
Benedikt Saller: „Die Vorbereitung läuft gut. Wir haben kaum Ausfälle zu beklagen, in den Testspielen hatten wir bisher mit Linz und Jena zwei gute Gegner (Anm. d. Red.: Das Interview fand vor dem Testspiel gegen Großaspach statt), die uns gefordert haben.

Der Rückrundenauftakt mit den Derbys gegen Nürnberg und Ingolstadt wird zwar brutal, wir freuen uns aber alle, dass es bald wieder losgeht. Wir haben ein großes Ziel vor Augen und das gilt es zu erreichen.“

Was ist denn das Ziel?
Saller: „Ganz klar der Klassenerhalt. Etwas anderes zu behaupten, wäre vermessen. Wir haben nicht vergessen, wo wir herkommen.“

Der SSV hat sich in der zweiten Hälfte der Hinserie eindrucksvoll aus dem Tabellenkeller befreit. Was war rückblickend der Wendepunkt?
Saller: „Einen konkreten Wendepunkt gab es nicht. Unsere Leistung in den ersten Saisonspielen war auch absolut in Ordnung, allerdings stimmten die Ergebnisse nicht. In den letzten sieben Spielen vor der Winterpause wurden wir dann einfach effektiver und konnten dadurch punkten.“

Er ist ein sehr akribischer Trainer, der uns beibringt, gierig zu sein (über Achim Beierlorzer)

Auch Ihre Einsatzzeiten steigerten sich in der Hinserie. Mussten Sie Achim Beierlorzer erst von Ihren Qualitäten überzeugen?
Saller: „Am Anfang habe ich ja gleich gespielt, hatte dann aber einen kleinen Durchhänger. Trotzdem bin ich immer positiv an die Sache herangegangen und habe auch im Training immer alles gegeben. Irgendwann kam der Trainer dann gar nicht mehr um mich herum. (lacht)“

Sie trainierten in Mainz unter Martin Schmidt, Sandro Schwarz oder Thomas Tuchel, drei spezielle Trainer. Was macht denn Coach Beierlorzer aus?
Saller: „Er ist ein sehr akribischer Trainer, der uns beibringt, gierig zu sein. Es geht im Training um das ‚Gewinnen wollen‘, um die Siegermentalität. Es sind zumeist kurze, knackige Einheiten bei ihm, die sehr intensiv sind. So ist dann auch unser Spiel, wenn man sich zum Beispiel anschaut, dass wir immer hoch pressen wollen. Dafür müssen wir am Wochenende topfit sein. Der Trainer passt auf jeden Fall sehr gut zur Mannschaft.“

Zum Rückrundenauftakt geht es wie bereits angesprochen gegen den 1. FC Nürnberg. Das Hinspiel ging mit 1:0 an den Club. Was muss der SSV im Rückspiel anders machen?
Saller: „Im Hinspiel war´s schon relativ knapp. Wenn wir so spielen, wie in den letzten Hinrunden-Spielen, können wir auf jeden Fall etwas mitnehmen. Wir müssen bereit sein, alles zu geben, die Zweikämpfe gewinnen und am Ende im Idealfall auch mindestens ein Tor machen. Wir haben nichts zu verlieren.“

Ich kann mir sehr gut vorstellen, beim Jahn zu bleiben (über seinen auslaufenden Vertrag)

In der Heimtabelle belegt der Jahn Rang sechs. Der Zuschauerschnitt in der Continental Arena ist dennoch nicht der höchste. Wieso macht es trotzdem Spaß, in der heimischen Arena aufzulaufen?
Saller: „Ich muss unseren Fans ein riesiges Kompliment machen. Sie sind in jedem Spiel da und stehen auch in schwierigen Phasen hinter uns. Das pusht nochmal nach vorne. Sie wissen auch, dass der Klassenerhalt nicht leicht wird. Es geht nur gemeinsam und da helfen uns die Fans bisher sehr.“

Kommen wir zu Ihrer Vertragssituation. Der Kontrakt beim SSV läuft bis zum Ende der Saison. Wie geht es danach für Sie weiter?
Saller: „Das weiß ich noch nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, beim Jahn zu bleiben. Im Moment gibt es dazu aber nicht mehr zu sagen.“

Noch ein Wort zu Ihrem Instagram-Account: Dort sieht man häufig den Hashtag #Schafkopfbande. Was hat es damit auf sich?
Saller: „Wir haben eine kleine Gruppe, die ab und zu mal im Bus oder nach dem Training eine Runde Schafkopf spielt. Dabei sind außer mir noch Andreas Geipl, Sebastian Freis und Uwe Hesse. Wenn einer aus der Mannschaft Lust darauf hat, wird er auch gerne angelernt. Neue Mitspieler sind immer gern gesehen.“

Herr Saller, vielen Dank für das Interview!

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