Magdeburger Nebelkerzen

Jens Härtel lässt sich nicht in die Karten schauen

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Donnerstag, 19.11.20 | 11:19
Magdeburgs Trainer Jens Härtel lässt sich vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden nicht in die Karten schauen

Macht aus seinem Kader gegen Dynamo ein Geheimnis: Jens Härtel. ©Imago/Christian Schrödter

Gerade noch rechtzeitig hat sich Magdeburg von der Last seiner Sieglos-Serie befreit. Durch ein 1:0 über Sandhausen, dem ersten Saisonsieg im achten Spiel, tankte der FCM wichtiges Selbstvertrauen vor dem Ost-Duell mit Dynamo Dresden am Samstag.

„Es wird sehr emotional und drum herum wird mehr Alarm sein als bei anderen Punktspielen“, sagte Jens Härtel auf der Pressekonferenz am Donnerstag. In die Karten wollte sich der Trainer aber nicht schauen lassen.

Nebelkerzen für Walpurgis

Dass er seine Aufstellung nicht zwei Tage vorher und in aller Öffentlichkeit bekannt gab, dürfte keinen verwundern. Dass er aber auch nicht auf angeschlagene und damit eventuell fragliche Spieler einging hingegen schon.

„Es gibt ein paar Jungs, die noch nicht so wiederhergestellt sind, wie wir uns das vorstellen“, blieb Härtel bewusst wage. Da bewusst zu mauern aber seit jeher ein fester Bestandteil von Derbys ist und noch zwei Tage bis zum Spiel bleiben, dürfte es sich dabei um Nebelkerzen handeln, die seinen Gegenüber Maik Walpurgis ins grübeln bringen sollen.

Sehr wahrscheinlich dürfte Nico Hamann seinen Platz auf der linken Seite wieder verlieren. Der 30-Jährige kehrte im Sommer aus Sandhausen zurück, war gegen die ehemaligen Kollegen motiviert, fiel leistungstechnisch aber im Vergleich zu seinen Mitspielern ab. Michel Niemeyer dürfte statt ihm wieder den linken Flügel beackern. Zudem ist die Rückkehr von Dennis Erdmann in die Dreierkette sicher.

Statt über das Personal wollte Härtel aber lieber über das Selbstvertrauen sprechen, für das der ersehnte erste Saisonsieg sorgte: „Dass man spürt und fühlt, wie sich so ein Sieg anfühlt, ist ganz wichtig für die Mannschaft.“ Auch wenn Magdeburg in den 90 Minuten sicherlich nicht brillierte, war das Endergebnis Erleichterung pur für den 49-Jährigen.

„ Da müssen wir abwarten, ob er eine neue Idee hat. ”
über Maik Walpurgis

Erschwerend auf die Magdeburger Vorbereitung wirkt sich aus, dass Walpurgis durch die englische Woche mit seiner Mannschaft kaum Zeit auf dem Trainingsplatz verbringen konnte. „Da müssen wir abwarten, ob er eine neue Idee hat“, gab sich Härtel ganz cool.

Diese Coolness dürfte aber spätestens mit dem Anpfiff verfliegen. Dresden unterlag am Wochenende zwar Greuther Fürth, gewann aber seine drei vorherigen Spiele und konnte sich von den Abstiegsplätzen absetzen. „Sie haben einige große, wuchtige Spieler, die bei Standards für Gefahr sorgen können“, gab Härtel seiner Mannschaft noch eine Warnung mit auf den Weg.

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