SV Darmstadt 98: Der Liga-Zwei Teamcheck

Steigt der SV Darmstadt direkt wieder auf?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 27.07.17 | 10:46
Kevin Großkreutz von Darmstadt 98

Ein Weltmeister für die Lilien. Kevin Großkreutz spielt in den Planungen der Darmstädter eine entscheidende Rolle. ©Imago/Jan Hübner

Die Lilien sind zurück in der zweiten Liga. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga will sich der Verein in dieser Saison konsolidieren, um langfristig mit jungen, hungrigen Spielern die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse zu erreichen.

Welche Rolle der SV Darmstadt in dieser Saison in der zweiten Liga spielt, beantworten wir in unserem Teamcheck. Abschließend geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Bei einem Absteiger ist es üblich, dass es viele personelle Änderungen gibt. Diese Entwicklung machte auch vor dem SV Darmstadt nicht halt. 18 Spieler verließen Darmstadt zum Saisonende. Allerdings konnten die Lilien beispielsweise durch den Verkauf von Michael Esser (Hannover 96) und Jerome Gondorf (Werder Bremen) fürstliche Ablösesummen kassieren.

An Identifikationsfiguren fehlt es Darmstadt trotz der vielen Abgänge trotzdem nicht, da Kapitän Aytac Sulu weiterhin für die Lilien aufläuft. Auch Mittelfeldstratege Hamit Altintop konnten Frings und Co zu einem Verbleib am Böllenfalltor bewegen.

Bei der Suche nach neuen Spielern legte Trainer Torsten Frings vor Allem Wert auf junge Akteure. Mit Marvin Mehlem oder McKinze Gaines schafften es die Lilien vielversprechende Nachwuchs-Kicker zu verpflichten. Darüber hinaus kommen erfahrene Spieler wie Artur Sobiech, Tobias Kempe und Kevin Großkreutz, die der Mannschaft sofort helfen können.

Die aktuelle Form

In den Testspielen präsentierte sich der SV Darmstadt torhungrig, jedoch nicht immer stabil in der Defensive. Zuletzt holte das Frings-Team zwei Siege gegen den SV Wallern und Çaykur Rizespor und ein Unentschieden gegen den FC Fulham.

Dabei zeigten die Lilien, dass das Angriffskonzept bereits blendend funktioniert, insgesamt acht geschossene Treffer stehen in den drei Partien zu Buche. In der Defensive ist allerdings noch Besserung nötig, denn in den drei Partien kassierte das Frings-Team insgesamt sechs Gegentore.

Stärken & Schwächen

Der Darmstäder Kader ist sehr ausgeglichen besetzt. Auf jeder Position kämpfen mindestens zwei Spieler um den Platz in der Startelf. Dieser Konkurrenzkampf dürfte für eine hohe Motivation der Spieler sorgen.

Die Mischung aus erfahrenen Spielern wie Sulu, Altintop und Sobiech sowie entwicklungsfähigen Talenten wie Mehlem oder Julian von Haacke, den Torsten Frings noch aus Bremer Zeiten kennt, ist zudem sehr vielversprechend.

Der SV Darmstadt wird in vielen Partien der kommenden Saison in die Rolle der spielbestimmenden Mannschaft gedrängt werden. Das Frings-Team kann diese Aufgabe jedoch annehmen, stehen doch im Mittelfeld spielstarke Taktgeber und im Angriff durchschlagskräftige Angreifer zur Verfügung.

Durch die vielen Neuzugänge könnte es jedoch sein, dass die Abläufe zum Saisonstart noch nicht so klar sind, wie gewollt. Außerdem häuften sich zuletzt in den Vorbereitungsspielen wie gegen den FC Fulham individuelle Fehler in der Abwehr, die in Gegentoren resultierten.

Der Trainer

Torsten Frings stieg nach seiner aktiven Karriere beim SV Werder Bremen als Co-Trainer ein. Zunächst coachte er bei der zweiten Mannschaft, ab der Saison 2014/15 wechselte er zu den Profis.

Zur Rückrunde der vergangenen Saison übernahm er den SV Darmstadt in einer schwierigen Ausgangsposition. Es folgte erwartungsgemäß der Abstieg. Allerdings wurde mit Torsten Frings bewusst kein „Feuerwehrmann“ verpflichtet, sondern ein Trainer, der ein Konzept besitzt und den Verein damit langfristig wieder nach oben führen kann.

Die mögliche Startelf

Bis zuletzt gab Torsten Frings allen Spielern im Kader die Chance, sich zu zeigen. Auch gegen den FC Fulham standen am Ende 22 unterschiedliche Spieler auf dem Platz. Taktisch wird Darmstadt wohl mit einer 4-2-3-1 Formation beginnen, interessant wäre auch ein System mit zwei Spitzen.

Heuer Fernandes übernimmt nach dem Abgang von Esser wohl den Platz zwischen den Pfosten. Die Innenverteidigung wird vermutlich mit der geballten Routine von Niemeyer und Sulu ausgefüllt. Die rechte Defensivseite ist wahrscheinlich Sandro Sirigu vorbehalten, während Fabian Holland auf links agiert.

Schwieriger wird es im zentralen Mittelfeld, wo Torsten Frings wohl je nach Gegner die Vorteile seiner Spieler auf dieser Position abwägt. Kamavuaka hat momentan scheinbar bessere Karten als Neuzugang Lacazette. Neben ihm könnte Hamit Altintop in der Mittelfeldzentrale den Takt vorgeben. Im offensiven Mittelfeld wurden zuletzt Mehlem und von Haacke getestet.

Über außen kommt vermutlich die Flügelzange Kempe/Großkreutz. Mit Mc Kinze Gaines steht außerdem eine schnelle Alternative bereit und auch Stürmer Roman Bezjak wurde zuletzt auf außen getestet. Spannend wird die Besetzung des Sturmzentrums, wo Boyd, Sobiech und Maclaren konkurrieren. Mögliche Aufstellung:
Heuer Fernandes – Sirigu, Sulu, Niemeyer, Holland – Kamavuaka, Altintop – Kempe, Mehlem, Großkreutz – Sobiech

Fazit

Der SV Darmstadt hatte im Sommer viele Abgänge zu beklagen, hat sich aber mit erfahrenen Spielern und jungen Talenten sehr gut verstärkt. Nichtsdestotrotz stehen die Lilien vor einer Übergangssaison. Das obere Tabellendrittel sollte für das Frings-Team das Ziel sein, mit dem direkten Wiederaufstieg wird es aber wohl nichts.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Warteliste

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