SV Darmstadt 98: Über 10.000 Stehplätze im neuen Stadion? – Ronny König empfiehlt sich

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 16.02.15 | 10:31

Beim gestrigen 1:1 gegen den TSV 1860 München blieb der SV Darmstadt 98 zwar zum zwölften Mal in Folge ungeschlagen, verpasste aber auch im zweiten Anlauf nach der Winterpause den ersten Sieg im neuen Jahr.

„Wir wollten das für uns glückliche 0:1 mit spielerischen Mitteln korrigieren. Wir haben dann noch das Tor gemacht, müssen aber letztlich von einem glücklichen Punkt sprechen“, zog Trainer Dirk Schuster ein durchwachsenes Fazit, sprach aber auch klar vom „schlechtesten Heimspiel“ in dieser Saison.

Ein Grund dafür war, dass in der Offensive über weite Strecken nur wenig zusammenlief und sich inbesondere die beiden Spitzen Dominik Stroh-Engel und Jerome Gondorf kaum in Szene setzen konnten. Für neuen Schwung sorgte in den letzten 20 Minuten erst der eingewechselte Ronny König, der just vor dem Gastspiel bei seinem Ex-Klub Erzgebirge Aue am Freitag beste Eigenwerbung betrieb. Der 31 Jahre alte Angreifer, der es im bisherigen Saisonverlauf nur auf elf Einwechslungen brachte, hat nun sogar Chancen auf einen Platz in der ersten Elf.

Stadtparlament mit überraschender Empfehlung

Abseits des sportlichen Tagesgeschehens nahm man beim SV Darmstadt 98 kürzlich eine Empfehlung des Stadtparlaments mit einiger Überraschung zur Kenntnis. Bei einer geplanten Gesamtkapazität des neuen Stadions von 18.000 sollten demnach laut den Politikern mindestens 10.000 Stehplätze alleine für Heimfans enthalten sein. Rechnet man noch die zehn Prozent der Kapazität für den Gästeanhang hinzu, bestünde das Stadion künftig zu zwei Dritteln aus Stehplätzen, für die keine hohen Eintrittspreise verlangt werden könnten.

Im Vergleich zum aktuellen Stadion hielte sich der wirtschaftliche Vorteil in Bezug auf die Vermarktung damit in argen Grenzen. Kaum vorstellbar, dass der Verein bzw. die letztlich zuständige Stadiongesellschaft dieser Empfehlung folgen wird, wenngleich der gemeine Fan kaum etwas dagegen haben dürfte, weiterhin für kleines Geld ins Stadion gehen zu können.