1. FC Köln: In der Defensivarbeit nicht aufstiegsreif

Neun Gegentore in den letzten vier Spielen

Rafael Czichos vom 1. FC Köln

Mit seiner Auswechslung ging die Stabilität komplett verloren: Rafael Czichos © Imago/Herbert Bucco

Es hätte der perfekte Abend für den 1. FC Köln werden können. Als Anthony Modeste keine vier Minuten nach seiner Einwechslung auf 2:0 erhöhte, schienen die drei Punkte beim SC Paderborn im Sack. Dann aber gab der FC ein schon gewonnen geglaubtes Spiel durch drei Gegentore ab der 80. Minute noch aus der Hand und kassierte somit im vierten Rückrundenspiel bereits die dritte Niederlage.

Alleine in diesen vier Spielen ließ Köln neun Gegentore zu und ist damit in Sachen Defensivarbeit definitiv nicht aufstiegsreif. Zwar kam in Paderborn auch eine Portion Pech hinzu, als Kai Pröger und Marlon Ritter mit Sonntagsschüssen trafen, doch Trainer Markus Anfang machte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auch deutlich, dass man besser hätte verteidigen müssen.

Doch in der Phase, in der Paderborn die Partie dreht, stand mit Jorge Meré nur noch ein Akteur aus der Dreierkette vom Anpfiff auf dem Feld. Benno Schmitz musste bereits zur Pause platzverweisgefährdet ausgewechselt werden, wurde aber von Lasse Sobiech zunächst gut ersetzt. Verloren ging die Ordnung indes mit der Auswechslung des ebenfalls gelb-rot-gefährdeten Rafael Czichos in der 78. Minute.

Ersatzmann Frederik Sörensen sah kaum auf dem Platz gleich ebenfalls die gelbe Karte, nachdem er sich von Sven Michel an der Torauslinie düpieren hatte lassen. Aus diesem Freistoß resultierte der Ausgleich, wobei das Kölner Abwehrverhalten beim flach quer durch den Fünfmeterraum gespielten Ball schwer erklärbar ist.

Gegnerische Standards bleiben ein Problem

Selbiges gilt auch für die folgenden Minuten, in denen es eine individuell eigentlich stärker beste FC-Elf nicht verstand, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und sich überdies immer wieder Aktionen tief in der eigenen Hälfte leistete, die Schiedsrichter Sven Waschitzki regelmäßig mit Freistößen für die Gastgeber ahndete. Dabei war die Kölner Schwäche bei gegnerischen Standards auch in Paderborn wieder ein Thema, fiel neben dem 1:2 doch auch der 2:2-Ausgleich kurz nach einem ruhenden Ball.

Unerwähnt bleiben darf zudem auch nicht, dass Paderborn auch schon vor dem Anschlusstreffer einige Möglichkeiten hatte und vor allem auch vor der Pause immer wieder in Abschlusssituationen kam. Dass Bernard Tekpetey oder Sven Michel aus aussichtsreichen Positionen vergaben, war zu diesem Zeitpunkt aber noch das Glück, dass in der Schlussphase fehlte.

In Sachen Defensivverhalten besteht folglich durchweg Luft nach oben. Insbesondere auch mit Blick darauf, dass etwa Erzgebirge Aue einen Gegentreffer weniger zugelassen hat als der FC.

Gegen Sandhausen mächtig unter Druck

Nach einem über weite Strecken überzeugenden Auftritt gegen den FC St. Pauli war die Partie in Paderborn ein herber Rückschlag, der einmal mehr deutlich gemacht hat, dass der Aufstieg alles andere als ein Selbstläufer wird. Und wie gegen die Kiez-Kicker ist nun der Druck vor dem anstehenden Heimspiel am Samstag gegen den SV Sandhausen bereits wieder enorm hoch.

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