Aus der Patsche – die Liga-Zwei.de-Kolumne: Folge 10

"Lieberknecht & Schmidt genießen Denkmalschutz"

Autor: Nico Patschinski Veröffentlicht: Donnerstag, 22.02.18 | 13:36
Nico Patschinski im Liga-Zwei.de-Trikot

Liga-Zwei.de-Kolumnist Nico Patschinski kümmert sich diesmal um abgenutzte Trainer.

Hallo Fußball-Freunde,

es gibt ja öfter mal Vereine, wo der Trainer schon seit einer gefühlten Ewigkeit arbeitet. Christian Streich in Freiburg ist so ein Beispiel. In der 2. Bundesliga genießen Torsten Lieberknecht in Braunschweig und Frank Schmidt in Heidenheim schon fast Denkmalschutz.

Das ist natürlich einerseits eine gute Sache. Der Trainer kennt seine Pappenheimer, weiß wer noch Leichen im Keller hat und kann in schwierigen Situationen von den Jungs nochmal mehr fordern.

„ Ein Trainer kann sich nicht einfach sexy Unterwäsche kaufen. ”
über neue Reize

Wie bei Braunschweig in dieser Saison kommt eine Mannschaft aber trotz altgedientem Trainer manchmal nicht mehr richtig in Schwung. Da warten die Vereine oft zu lange, bevor sie reagieren.

Das Gefühl der Abnutzung kann nämlich ganz plötzlich kommen. Das ist wie in einer Ehe: Irgendwann ist alles eingefahren, alles hat immer denselben Rhythmus und dann muss man neue Reize setzen. Und ein Trainer kann sich nicht einfach sexy Unterwäsche kaufen, damit es wieder rund geht. Mir ist zwar bei keinem Trainer langweilig geworden, allerdings war ich ja selber meistens schnell wieder weg. Da haben sich höchstens die Reifen auf der Autobahn abgenutzt.

„ Heidenheim ist wie eine Kneipe. ”
über Unterschiede zu größeren Vereinen

Klar, so ein Mann wie Lieberknecht hat ja alles mitgemacht bei Braunschweig, da trennt man sich nicht so leicht. Aber ich habe es selber erlebt, dass mit einem neuen Coach plötzlich erstmal alles besser läuft.

Da braucht der Trainer gar nicht viel zu machen, weil sich alle von selber mehr anstrengen beim Neuen. Hauptsache er macht die Spieler wieder etwas lockerer. Deswegen denke ich, dass ein Trainerwechsel fünf oder sechs Spieltage vor Schluss schon Sinn macht, wenn man unten drin steht, egal wie lange einer schon beim Verein ist.

Bei Heidenheim ist die Sache etwas anders. Frank Schmidt ist ja noch länger im Amt als Lieberknecht, ohne je in Probleme geraten zu sein. Im Umfeld ist es natürlich ruhiger, als bei einem vergleichsweise großen Verein wie Braunschweig. Das ist wie der Unterschied zwischen einer Kneipe und einem großen Restaurant. In der Kneipe wirst du nicht so schnell rausgeworfen, wenn du dich mal daneben benimmst, weil du jeden mit Namen kennst. Im Restaurant vermisst dich hinterher keiner. Zum Glück bin ich eher ein Kneipenkind.

Muss man Trainer früher wechseln – was meint Ihr?

Diskutiert auf der Liga-Zwei.de-Facebook-Seite mit oder schreibt mir an [email protected] (die Jungs leiten mir die Mails dann weiter).

Bis demnächst,

Euer Patsche

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