St. Paulis Eric Smith: „Das ist das beste Gefühl der Welt“

Smith über den Wolfsburg-Sieg, seine neue Rolle und Matchwinner Fujita

Autor: Oliver Jensen Veröffentlicht: Sonntag, 13.09.26 | 23:12

© IMAGO / Philipp Szyza

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Nach dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg war die Erleichterung beim FC St. Pauli groß. Eric Smith sprach anschließend über das „beste Gefühl der Welt“, den verdienten Sieg, seine neue Rolle und Matchwinner Joel Chima Fujita.

Herr Smith, wie fühlt sich dieser Sieg an?

Natürlich ist es das beste Gefühl der Welt. Ich glaube, wir haben uns diesen Sieg verdient. Irgendwann musste er kommen. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Auch in den vergangenen zwei, drei Spielen hätten wir meiner Meinung nach ein bisschen mehr verdient gehabt. Aber jetzt ist der Sieg da. Ich habe immer gesagt: Wenn wir weiter so trainieren und solche Leistungen zeigen, wird er irgendwann kommen. Und auch heute haben wir den Sieg verdient. Wenn ich ehrlich bin, waren wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft.

Was hat heute im Vergleich zu den vergangenen Spielen besser funktioniert?

Wir haben viele Bälle in den richtigen Räumen gewonnen und es heute geschafft, daraus auch viele Chancen zu kreieren und unsere Angriffe zu Ende zu spielen. Natürlich müssen wir das noch häufiger schaffen und vielleicht noch ein paar Chancen mehr herausspielen. Aber wir haben auch einfach mal so einen Moment gebraucht, der für uns läuft. Darauf können wir jetzt aufbauen und Schwung mitnehmen.

Es hat uns ein wenig überrascht, dass Sie mit vier Verteidigern gespielt haben und Sie davor auf der Sechs agiert haben. Was war die Idee dahinter?

Die Idee war, dass ich versuche, die Situationen zu lesen und herauszufinden, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann. Manchmal musste ich mich nach hinten fallen lassen, manchmal davor bleiben. Es war nicht perfekt. Ich glaube, in den ersten zehn Minuten konnten sie ein- oder zweimal den Zehnerraum finden. Danach haben wir aber eine gute Balance gefunden und es wirklich gut gemacht. Sie sind kaum noch in diese Räume gekommen, und wir konnten das Spiel kontrollieren. Wir haben etwas anderes ausprobiert, und insgesamt hat es funktioniert.

Meiner Meinung nach war Connor Metcalfe mit Abstand der beste Spieler Ihrer Mannschaft. Würden Sie zustimmen?

Er ist unglaublich. Er spielt jetzt seit drei Wochen richtig stark. Ich freue mich sehr für ihn. Er ist sehr wertvoll für uns. Wir sind sehr froh, ihn zu haben.

War das heute auch schon wieder der beste Eric Smith?

Nicht der beste, würde ich sagen. Aber wir arbeiten weiter daran. Wie ich schon gesagt habe: Es wird ein bisschen dauern, aber ich komme immer näher heran. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Es war keine Zehn von zehn, aber es hat gereicht, um ein Fußballspiel zu gewinnen. Ich werde immer fitter und komme dadurch auch immer besser in die Zweikämpfe und kann mehr Duelle gewinnen. Das ist das Ziel.

Wie sehr freuen Sie sich für Joel Chima Fujita, dass er das Siegtor erzielt hat?

Natürlich unglaublich. Es waren schwierige Wochen für ihn, das wissen wir alle. Er hat zuletzt ein paar Spiele nicht gespielt. Deshalb spricht es für seine Mentalität, dass er heute reinkommt und bereit ist, seine Leistung zu bringen. Ich bin sehr stolz auf ihn.

Es waren offensichtlich schwierige Wochen für ihn. Haben Sie mit ihm darüber gesprochen?

Ja, natürlich. Aber am Ende liegt es an ihm selbst, wie er damit umgeht und ob er die Kontrolle über die Situation übernimmt. Ich glaube, heute war er mit dem Kopf genau am richtigen Ort. Das ist für mich ein perfektes Beispiel dafür, wie man mit schwierigen Zeiten umgehen sollte.

Wie wichtig war es für Sie, heute auch defensiv wieder so stabil zu stehen?

Wenn man zu null spielt, hat man eine sehr hohe Chance, Fußballspiele zu gewinnen. Das ist etwas, was uns zuletzt gefehlt hat. Heute haben wir es geschafft, und dann reicht ein Tor, um die drei Punkte zu holen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wolfsburg hatte nach einer Ecke eine sehr große Chance, bei der Ben Voll am ersten Pfosten unglaublich hält. Abgesehen davon hatten sie vielleicht noch ein oder zwei Halbchancen. Wenn man bedenkt, welche individuelle Qualität diese Mannschaft besitzt, können wir sehr stolz darauf sein, defensiv eine solche Leistung gezeigt zu haben. Aber wir dürfen nicht glauben, dass das schon reicht. Wir müssen noch besser werden. Genau das wollen wir.

War diese defensive Struktur speziell auf Wolfsburg zugeschnitten oder ist das ein System, das Sie auch in den kommenden Spielen beibehalten könnten?

Das kann ich unmöglich sagen. Ich weiß es nicht. Wir werden sehen, wie der Plan für nächste Woche aussieht.