Vorschau: FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg
Vorbericht, Aufstellung & Tipp für den 12.09.2026
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Der FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg mussten am Ende der vergangenen Saison gemeinsam den bitteren Weg aus der Bundesliga in die Zweitklassigkeit antreten. Dort treffen beide Vereine nun im Rahmen des fünften Spieltages aufeinander, nachdem die Starts ins neue Spieljahr unterschiedlich verlaufen sind. Während St. Pauli mit nur drei Punkten aus den ersten vier Partien noch sieglos ist und aufpassen muss, nicht im hinteren Tabellendrittel hängen zu bleiben, hat Aufstiegsfavorit Wolfsburg die Erwartungen zwar noch nicht vollends erfüllt, ist mit acht Zählern aber noch ungeschlagen und einigermaßen auf Kurs.
FC St. Pauli: Mit Metcalfe und Ceesay?
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag unterstrich Marcel Rapp die Notwendigkeit, sich an den qualitativ starken Gegner einstellen zu müssen ohne die eigene Strategie zu vernachlässigen: „Wir wollen uns auf uns besinnen. Wenn man gegen solche Teams spielt, muss man aber auch das Spiel des Gegners annehmen. Es wird Phasen geben, in denen Wolfsburg den Ball hat und längere Zeit nicht mehr hergibt. Darauf müssen wir uns vorbereiten und das müssen wir annehmen. Das wissen wir aber und wir können damit umgehen.“
Im Vergleich zum 2:2 am vergangenen Wochenende bei Arminia Bielefeld muss Rapp möglicherweise auf Branimir Hrgota verzichten, den Fersenprobleme plagen. Sollte es für den Schweden nicht reichen, wäre Connor Metcalfe die erste Alternative auf der Zehner-Position. Rapp brachte indes auch die Option ins Spiel, mit dem zuletzt zwei Mal in Folge als Joker erfolgreichen Abdoulie Ceesay zu beginnen, der aber auch zusammen mit Metcalfe und in der Spitze starten könnte. Martijn Kaars müsste dann wohl seinen Platz räumen.
Weiterhin nicht dabei sind die Neuzugänge Rony Jansson und Gisli Thordarson sowie der langzeitverletzte Mathias Pereira Lage.
Die voraussichtliche Aufstellung: Voll – Nemeth, Mathisen, Ando – Pyrka, Rasmussen, Smith, Oppie – Metcalfe – Ceesay, Hara
VfL Wolfsburg: Änderungen über die Innenverteidigung hinaus?
Auch wenn es für ihn persönlich eine Premiere ist, weiß Tobias Strobl natürlich um die Wucht, die das Millerntor gerade bei Abendspielen entfachen kann. Der VfL-Coach zeigte sich auf der PK am Donnerstag aber zuversichtlich, dass sich seine Schützlinge von der Atmosphäre nicht aus der Bahn werfen lassen: „Natürlich ist es wichtig, sich nicht von der möglicherweise hitzigen Stimmung verleiten zu lassen. Aber da merkt man die Erfahrung, die in der Mannschaft steckt. Ich habe nicht das Gefühl, dass das etwas mit den Jungs macht. Deshalb werde ich das auch nie groß vor ihnen thematisieren. Sie sollen es einfach genießen und dem Spiel ihren Stempel aufdrücken.“
Umbauen muss Strobl seine Innenverteidigung, nachdem Mathys Angely beim 4:4 gegen Energie Cottbus die gelb-rote Karte kassiert hat. Jonas Adjetey und Cleiton sind die Alternativen für die Position neben Hauke Wahl, für den der Auftritt an alter Wirkungsstätte sicherlich keine gewöhnliche Begegnung darstellt. Die Tendenz dürfte dabei zu Adjetey gehen.
Darüber hinaus sind weitere Änderungen denkbar. So könnte etwa Muhammed Damar im Mittelfeld den Vorzug vor Maximilian Arnold erhalten. Der angeschlagene Alexander Bernhardsson ist zwar einsatzbereit, möglicherweise aber nicht fit für 90 Minuten. In der Startelf erwartet wird der Schwede aber, während mit Sael Kumbedi und Fraser Hornby zwei andere potentielle Stammspieler noch ausfallen.
Die voraussichtliche Aufstellung: Zielinski – Fischer, Wahl, Adjetey, Maehle – Vinicius Souza – Arnold, Rexhbecaj – Bernhardsson, Reese – Glatzel
TV-Tipps: Live-Übertragung auf Sky und RTL / Nitro (Anstoß: Samstag, 20:30 Uhr)
Tipp & Prognose zum Spiel
Warum Über 2.5 Tore unser Werttipp ist: Die 1.50 ist keine Traumquote, aber die sicherste Wette dieses Spieltags — und die Datenlage lässt kaum einen anderen Schluss zu. St. Pauli kassierte beim 2:2 in Bielefeld zwei Gegentore, Wolfsburg beim 4:4 gegen Cottbus gleich vier. Beide Defensivreihen sind löchrig, und Wolfsburg muss nach Angelys Gelb-Rot-Sperre in der Innenverteidigung umbauen — Adjetey oder Cleiton neben Wahl, ein Duo, das sich unter Wettkampfbedingungen erst finden muss. St. Pauli wiederum stellt sich möglicherweise ohne Hrgota (Fersenprobleme) auf, was die Zehnerposition verändert. Beide treffen steht bei 1.41 — der Markt ist sich sicher, dass Tore auf beiden Seiten fallen. Ein 2:1 oder 2:2 ist das wahrscheinlichste Ergebnis.
Die Risikowette auf St. Pauli (2.62) lebt von der Millerntor-Magie am Samstagabend. Rapp hat auf der PK klar gesagt, dass sein Team „das Spiel des Gegners annehmen“ will — das klingt nach einem Trainer, der seinen Spielern den Respekt vor dem Gegner einimpft, ohne die eigene Stärke zu vergessen. St. Pauli ist nach vier Spielen noch sieglos, aber die 2:2-Unentschieden zeigen, dass die Mannschaft nicht weit von einem Dreier entfernt ist. Wolfsburgs Ex-Paulianer Hauke Wahl kehrt ans Millerntor zurück — solche Spiele haben eine emotionale Dynamik, die den Gastgeber beflügeln kann. Dazu kommt: Wolfsburg hat mit dem 4:4 gegen Cottbus gezeigt, dass die defensive Stabilität des Aufstiegsfavoriten ein Mythos ist. Wenn Ceesay, der als Joker zweimal in Folge getroffen hat, von Beginn an spielt, hat St. Pauli die Waffen für den ersten Saisonsieg. Bei 2.62 attraktiver Value für den Heimsieg eines Teams unter Druck.