Karlsruher SC: Stolpert Tomas Oral über Burkhard Reich?

Heftiger Streit zwischen Trainer und Teammanager

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.18 | 10:05

Zünglein an der Waage? Burkhard Reich könnte zum Stolperstein für Tomas Oral werden. ©Imago

Wenn Olive Kreuzer am Donnerstag offiziell seinen Dienst als Sportdirektor des Karlsruher SC antritt, wartet auf den 51-Jährigen gleich eine weitreichende Entscheidung. Kreuzer, der gerüchteweise schon Ausschau nach einem neuen Coach halten und sich in diesem Zusammenhang mit Franco Foda (Sturm Graz) beschäftigen soll, muss zeitnah in der Trainerfrage Klarheit schaffen. Und immer mehr deutet darauf hin, dass das Ende des erst im Sommer gekommenen Tomas Oral nahe ist.

Oral wirft Reich raus

Dass in Orals bis 2019 laufenden Vertrag eine Abfindung festgelegt ist, die es dem KSC ermöglicht, sich für weniger als 100.000 Euro vom bei den Fans schon seit Wochen alles andere als unumstrittenen Fußball-Lehrer zu trennen, ist nur ein Aspekt, der eine Entscheidung gegen Oral wahrscheinlich macht.

Vor allem spricht aber enttäuschende Saisonverlauf gegen den 43-Jährigen, der rund um das Spiel am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern (0:0) zudem intern für einen Eklat sorgte. Oral entband nach Informationen der ka-news den langjährigen Teammanager Burkhard Reich von seinen Aufgaben, nachdem dieser zunächst ein nach Einschätzung des Trainers falsches, weil 40 Kilometer von Kaiserslautern entferntes Hotel gebucht hatte und dann anders als Oral dazu bereit war, dem Wunsch der Polizei nach einer frühzeitigen Anreise zum Stadion nachzukommen.

Reich neben Kreuzer auf der Tribüne

Entgegen seiner Gewohnheit saß der stets loyale Reich auf dem Betzenberg dann nicht auf der Bank, sondern auf der Tribüne in unmittelbarer Nähe zu Kreuzer, der noch nicht in offizieller Mission im Stadion weilte, sich dem Fall aber hinter den Kulissen schon angenommen haben soll.

Dass Präsident Ingo Wellenreuther in Bild mehr oder weniger offen deutlich machte, dass Oral mit dem Rauswurf Reichs seine Kompetenzen überschritten hat, lässt erahnen, wie die Geschichte ausgehen und wem der Verein den Rücken stärken wird. Klar ist, dass Oral nur noch eine wochenlange Erfolgsserie retten kann – sofern er am Freitag gegen die SpVgg Greuther Fürth überhaupt noch auf der Bank sitzt.