KSC: Mehr als ein kurzer Aufschwung?

Gegen Nürnberg winkt das rettende Ufer

Änis Ben-Hatira am Ball beim KSC

Starkes Startelfdebüt in Sandhausen: Winterneuzugang Änis Ben-Hatira. © imago images/foto2press

Nach inklusive DFB-Pokal acht sieglosen Spielen, darunter zwischenzeitlich sogar sechs Niederlagen am Stück, hat der Karlsruher SC am gestrigen Sonntag mit dem 2:0-Sieg beim SV Sandhausen ein Lebenszeichen von sich gegeben. Mit diesem Dreier haben die Badener überdies den Rückstand ans rettende Ufer auf nur noch zwei Punkte verkürzt und können nun am Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg mit dem nächsten Sieg aus eigener Kraft auf Platz 15 klettern.

Und es gibt durchaus Grund für den KSC-Anhang, wieder zuversichtlich nach vorne zu blicken. So ist es Christian Eichner, dessen Chancen auf einen Verbleib als Chefcoach nicht kleiner geworden sind, durchaus gelungen, die Defensive zu stabilisieren. Gemeinsam mit Nürnberg stellt der KSC mit 42 Gegentoren zwar nach wie vor die anfälligste Hintermannschaft, doch die Tendenz ist positiv.

Im DFB-Pokal in Saarbrücken stand bei Eichners Einstand 120 Minuten lang die Null, ehe die Partie im Elfmeterschießen verloren ging. Ohne den fatalen Patzer von Marc Lorenz hätte der KSC womöglich auch danach beim Hamburger SV (0:2) hinten dicht gehalten und gegen den VfL Osnabrück (1:1) war der späte Ausgleichstreffer der Gäste aufgrund eines grenzwertigen Zweikampfes zuvor zumindest umstritten. In Sandhausen gelang es nun wie schon in Saarbrücken, komplett dicht zu halten.

Groiß und Kobald in der Startelf

Bemerkenswerterweise waren dafür mit Alexander Groiß im defensiven Mittelfeld und Christoph Kobald in der Innenverteidigung zwei junge Akteure mitverantwortlich, die überraschend von Beginn an aufgeboten wurden und das Vertrauen rechtfertigten. Insbesondere die Nominierung von Kobald anstelle von Kapitän David Pisot kam unerwartet, war mit Blick auf die abgeklärte Leistung des 22 Jahre alten Österreichers aber sicher keine falsche Entscheidung.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg in Sandhausen waren natürlich auch die beiden Winterneuzugänge. Zunächst gelang Jerome Gondorf auf Flanke von Änis Ben-Hatira die Führung und dann legte letzterer bei seinem ersten Startelfeinsatz auch noch den Treffer zum 2:0 nach. Natürlich bleibt abzuwarten, ob beide den Auftritt von Sandhausen bestätigen können, doch das grundsätzlich mit dem Duo ein Zuwachs an Erfahrung und individueller Qualität verbunden ist, steht außer Frage.

Die Kombination, hinten besser zu stehen und vorne vor allem dank des umtriebigen Ben-Hatira schwerer auszurechnen zu sein, könnte am Ende für den Klassenerhalt mitentscheidend sein. Zunächst freilich gilt es aber schon im Sechs-Punkte-Spiel gegen Nürnberg nachzuweisen, dass der Sieg in Sandhausen nicht nur der Schwäche des kriselnden Gegners geschuldet und folglich kein Strohfreuer war.