KSC: Welcher Trainer-Typ richtet es?

Das Profil für die Schwartz-Nachfolge

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Montag, 03.02.2020 | 15:35

Oliver Kreuzer vom KSC

Sportdirektor Oliver Kreuzer muss dem KSC in der Krise einen neuen Kurs verordnen. ©Imago images/Kirchner Media

Nach der Freistellung von Alois Schwartz hat der KSC nicht viel Zeit und Muße, sich um einen Nachfolger zu kümmern. Das Programm ist eng getaktet mit DFB-Pokal in der Woche und dem Duell mit Aufstiegsfavorit HSV am Samstag.

Der neue Mann wird wohl erst danach seinen Dienst antreten, wenn es zu wirklich entscheidenden Wochen kommt. Erst das Duell mit Mit-Aufsteiger Osnabrück, dann folgen Partien gegen Sandhausen und Nürnberg, in denen zwingen Zählbares her muss.

Sehnsucht nach Jugendlichkeit

Offensichtlich trauten Vereinsführung und Sportliche Leitung dem Aufstiegstrainer dies nicht mehr zu. Doch die Brandherde schwelten schon länger unter der Oberfläche, der Aufstieg hatte sie nur lange unterdrückt. Zu wenig Vertrauen in junge Spieler, falsche Taktik, zu viele Gegentore, zu wenig Flexibilität lauteten die Vorwürfe nicht nur hinter vorgehaltener Hand. Auch der Kader wurde bemängelt, freilich nicht das alleinige Aufgabengebiet des Trainers.

An letzterem Punkt lässt sich ohnehin nichts mehr ändern, der neue Mann wird also vor allem in den anderen Punkten Lösungen mitbringen müssen. Insgesamt sehnt man sich im Umfeld der Badener nach frischem Wind. Alles scheint für einen jungen, unverbrauchten Trainer zu sprechen.

Kurzfristig geht es zwar nur um das Sichern der Klasse. Der Markt der verfügbaren Trainer gibt allerdings kaum einen Kandidaten her, der die 2. Bundesliga gut kennt, sich im Abstiegskampf bewiesen hat und sich ein Engagement bei einem Kellerklub vorstellen kann.

Bierofka als Anti-Schwartz

Daniel Bierofka ist daher ein Name, den die "Badischen Neuesten Nachrichten" bereits in den Ring geworfen haben. Der bei 1860 München in der Hinrunde zurückgetretene Ex-Profi versteht sich dem Vernehmen nach mit KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer sehr gut.

Daniel Bierofka und Oliver Kreuzer bei 1860 München

Daniel Bierofka (l.) sicherte als Interimstrainer 2016 den Klassenerhalt von 1860. ©Imago images/Lackovic

2016 war er unter Sportdirektor Kreuzer erstmals Interimstrainer der Sechzig-Profis, drei Sieg am Stück beförderten die "Blauen" damals aus den Abstiegsrängen der 2. Bundesliga. Der 40-Jährige kann zudem auf eine gute Drittliga-Saison 2018/19 mit den "Löwen" verweisen, setzte auch viel auf Eigengewächse.

Mit seiner emotionalen Art wäre er geradezu ein Anti-Schwartz an der Seitenlinie, der es auch versteht eine Mannschaft auf seine Person einzuschwören. Ob er den KSC zu attraktiverem Fußball führen kann, wäre zu sehen.

Unter seinem Nachfolger beim TSV, Michael Köllner, zeigt sich jedenfalls, dass in dieser Hinsicht bei den Sechzigern mehr Potential da war, als unter Bierofka zu Tage gefördert wurde. Priorität hätte aber ohnehin die Stabilisierung der schwächsten Abwehr der Liga.

Hoffenheim liegt nahe

Wird dieser Tage von jungen Trainern gesprochen, werden stets die Coaches der TSG Hoffenheim erwähnt. Der VfB Stuttgart sicherte sich soeben nicht ohne Grund die Dienste von Pellegrino Matarazzo. Auch die Übungsleiter der U23 und U19 von 1899, respekive Marco Wildersinn und Marcel Rapp, wurden in den vergangenen Monaten immer wieder genannt, wenn Trainerposten im Profi-Geschäft zu vergeben waren. 

In Bezug auf den KSC haben sie in den Augen von Fans und Präsidium einen besonderen Charme, waren doch beide einst als Spieler im Wildpark aktiv. Beide wurden weniger als 40 km von der Fächerstadt entfernt geboren. Der 39-jährige Wildersinn war zudem bereits Co-Trainer von Markus Kauczinski in Karlsruhe, als dieser noch die U23 verantwortete.

Die Fußballlehrer der Hoffenheimer Schule stünden jedenfalls für Offensive und Jugendlichkeit, sind langfristig also genau das, was der Sportclub sich wünscht. Der im Umbau befindliche Wildpark soll schließlich gut gefüllt werden und attraktiver Fußball lockt mehr Zuschauer an.

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