1. FC Nürnberg: Thorsten Kirschbaum ist zu teuer – Kommt doch kein neuer Torwart?

Viel wird in diesen Tagen über die Zukunft des 1. FC Nürnberg spekuliert, sowohl Personalien auf als auch neben dem Platz betreffend. Als sicher gilt dabei seit Wochen, dass der Club für die kommende Saison einen neuen Torhüter verpflichten wird, doch womöglich kommt es diesbezüglich nun doch noch einmal zu einem Umdenken.

Denn nachdem der selbst als Geschäftsführer von Hannover 96 gehandelte Sportvorstand Martin Bader schon am Wochenende erklärt hatte, die im bis 2016 laufenden Vertrag von Thorsten Kirschbaum beim VfB Stuttgart festgeschriebene Ablöse in Höhe von 750.000 Euro nicht bezahlen zu können, betonte Bader nun via „Bild“ die Qualität im vorhandenen Aufgebot: „Mit Schäfer und Rakovsky haben wir zwei sehr gute Torhüter, die beide bei uns unter Vertrag stehen. Insofern besteht auf der Torwartposition derzeit keine Handlungs-Notwendigkeit.“

Dass Trainer Rene Weiler laut „Bild“ damit leben könnte, mit dem 36 Jahre alten Raphael Schäfer als Nummer eins in die neue Saison zu gehen, lässt im ersten Moment tatsächlich vermuten, dass der Club von seinem ursprünglichen Plan einer Torwart-Verpflichtung abgerückt ist.

Pokerspiel zwischen Club und VfB

Bei näherer Betrachtung dürfte der FCN aber lediglich den Poker um Wunschkandidat Kirschbaum eröffnet haben, denn die Nürnberger Verantwortlichen wissen natürlich nur zu gut, dass sie sich nach der vergangenen Saison mit dem offenbar auch auf Druck von Bader zur Nummer eins beförderten Patrick Rakovsky, der letztlich die Erwartungen nicht erfüllen konnte und den einen oder anderen Punkt kostete, gerade auf der Torwartposition keinen erneuten Fehler erlauben dürfen.

Für ein Pokerspiel sprechen zudem die weiteren Aussagen Baders, der auch den in der abgelaufenen Saison an die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart verliehenen Benjamin Uphoff nicht unerwähnt lässt und zumindest eine anteilige Verrechnung im Hinterkopf haben dürfte: „Wir müssen bei Kirschbaum abwarten, in welcher Konstellation und ob er überhaupt zu uns kommen kann. Stuttgart will ja seinerseits auch Uphoff unbedingt behalten. Im Moment ist in diesen Fragen alles offen.“

Alles in allem ist zwar gut möglich, dass sich der Poker noch etwas in die Länge zieht, doch wird Kirschbaum mit hoher Wahrscheinlichkeit in der neuen Saison für den Club auflaufen – und das für deutlich weniger als 750.000 Euro Ablöse. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der VfB Stuttgart mit Odisseas Vlachodimos einen talentierten Schlussmann als neue Nummer zwei bereits in seinen Reihen hat und durch einen Abgang Kirschbaums Freiräume für Neuzugänge auf anderen Positionen schaffen würde.