1. FC Nürnberg: Top-Transfers schlagen nicht immer ein

Iuri Medeiros wohl kein neuer Rekordeinkauf

Nikola Dovedan am Ball für den 1. FC Nürnberg

Nikola Dovedan ließ sich der Club rund 2,5 Millionen Euro kosten. © imago images/Zink

Die offizielle Bestätigung steht noch aus, doch die Spatzen am Valznerweiher pfeifen den bevorstehenden Wechsel von Iuri Medeiros zum 1. FC Nürnberg seit dem gestrigen Donnerstag von den Dächern. Bereits am heutigen Freitag soll die Verpflichtung des 25-Jährigen nach Informationen der Bild bekannt gegeben werden, sofern beim Medizincheck alles glatt läuft.

Laut „Bild“ soll der portugiesische Außenstürmer, der zuletzt von Sporting Lissabon an Legia Warschau verliehen war, einen Vertrag bis 2024 erhalten und etwas mehr als zwei Millionen Euro Ablöse kosten.

Misidjan weiter der Rekordeinkauf

Zum Rekordtransfer avanciert Iuri Medeiros damit zwar nicht, zählt aber dennoch zu den teuersten Spielern in der Club-Geschichte. Und nicht immer brachten größere Investitionen beim FCN den gewünschten Erfolg. So etwa zeigte der bisherige Rekordeinkauf Virgil Misidjan, der im vergangenen Sommer für rund drei Millionen Euro von Ludogorez Rasgrad losgeeist wurde, zwar einige Ansätze, blieb letztlich aber hinter den Erwartungen zurück und muss nun mit einem am Donnerstagmorgen erlittenen Kreuzbandriss lange pausieren.

Für Angelos Charisteas überwies der Club 2007 2,5 Millionen Euro an Feyenoord Rotterdam. Der griechische Angreifer brachte es in 68 Pflichtspielen immerhin auf 13 Tore und acht Vorlagen, doch insgesamt überzeugte auch Charisteas nicht.

Makoto Hasebe, 2013 für ebenfalls 2,5 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg gekommen, brachte es verletzungsbedingt nur auf 14 Einsätze und verabschiedete sich ein Jahr später nach dem Abstieg ablösefrei in Richtung Eintracht Frankfurt.

Drmic und Kuka können die Abstiege nicht verhindern

Erst der fünftteuerste Spieler in der Vereinsgeschichte nach Misidjan, Hasebe, Dovedan und Charisteas erwies sich als richtig guter Griff. Josip Drmic, 2013 für 2,2 Millionen Euro vom FC Zürich verpflichtet, konnte zwar den Abstieg in seiner ersten Saison auch nicht verhindern, machte aber mit 17 Toren auf sich aufmerksam und wechselte für mehr als den dreifachen Einkaufspreis zu Bayer Leverkusen.

Der 2011 für zwei Millionen Euro vom FK Jablonec verpflichtete Tomas Pekhart erzielte in 92 Partien für den FCN 15 Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. Der tschechische Angreifer war damit zumindest kein Fehleinkauf. Ebenso wenig Pekharts Landsmann Pavel Kuka, der 1998 für umgerechnet 1,75 Millionen Euro vom 1. FC Kaiserslautern kam, indes trotz zehn Saisontoren absteigen musste und direkt wieder ging.

Nach dem letzten Abstieg 2014 verpflichtete der FCN mit Jakub Sylvestr für rund 1,70 Millionen Euro den amtierenden Torschützenkönig der 2. Bundesliga, der anders als bei Erzgebirge Aue im Frankenland aber nicht wirklich zurecht kam und es in 46 Einsätzen nur auf zehn Treffer brachte.

Bleibt aus Club-Sicht zu hoffen, dass Dovedan und Iuri Medeiros ähnlich einschlagen wie Drmic und Kuka, am Ende aber auch die Platzierung in der Tabelle zu den individuellen Leistungen passt.