Vorschau: 1. FC Nürnberg vs. VfL Wolfsburg
Vorbericht, Aufstellung & Tipp für den 10.10.2026
© IMAGO / Steffen Kuttner
Das erste Top-Spiel am Samstagabend nach der Länderspielpause macht seinem Namen alle Ehre, erwartet doch der 1. FC Nürnberg als Tabellenzweiter den viertplatzieren VfL Wolfsburg, der trotz eines nicht optimalen Saisonstarts mit Blick auf die Qualität des Kaders für viele Experten weiterhin der Aufstiegsfavorit Nummer eins ist. Nürnberg indes hat nicht zufällig 16 von 18 möglichen Punkten eingefahren und könnte die Wölfe, die fünf Zähler weniger auf dem Konto haben, mit einem Heimsieg schon spürbar distanzieren.
1. FC Nürnberg: Boving oder Ghrieb als Becker-Ersatz?
Wie alle anderen Verein hatte auch der 1. FC Nürnberg bislang keine Erfahrungen mit einer dreiwöchigen Länderspielpause. Trainer Miroslav Klose zeigte sich auf der Pressekonferenz am Donnerstag aber zuversichtlich, dass sein Team den zuvor guten Rhythmus nicht verloren hat und an die Leistungen der ersten Saisonwochen anknüpfen kann: „Wir haben unseren eigenen Plan gehabt. Natürlich müssen wir schauen, wie es am Samstag ist. Aber ich bin optimistisch, weil wir wirklich richtig gut trainiert haben.“
Um eine Änderung an seiner Erfolgself kommt Klose indes nicht herum, weil sich Finn Ole Becker einer Meniskus-OP unterziehen musste und womöglich sogar bis zur Winterpause ausfällt. Wahrscheinlich, dass dafür Julian Justvan von der rechten Seite auf die Zehner-Position rückt. William Boving und Rayan Ghrieb wären dann die Kandidaten für die eigentliche Justvan-Rolle, wobei Ersterer auch direkt als Becker-Ersatz in Frage käme.
Auch nicht zur Verfügung stehen Kristian Mandic, Adriano Grimaldi und Mikayil Faye, die allerdings allesamt nur den Status des Ergänzungsspielers inne haben und keine Umstellungen zur Folge haben.
Die voraussichtliche Aufstellung: Reichert – Janisch, Kalogeropoulos, Otto, Porstner – Markhiev, Fernandez – Justvan – Ghrieb, Scobel, Zoma
VfL Wolfsburg: Zielinski im Tor, Arnold wohl wieder auf der Bank
Allen voran mit „einer guten Qualität und einer guten Mentalität“, aber auch mit dem Selbstvertrauen, das vor der Länderspielpause mit dem 5:1-Kantersieg gegen den SV Darmstadt 98 getankt wurde, zählte Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl auf der PK am Donnerstag „viele Gründe, wieso wir das Spiel am Ende des Tages ziehen können“, auf.
Verzichten muss Strobl zwar weiter auf Cleiton, Mattias Svanberg, Fraser Hornby und Youngster Trevor Benedict, während hinter Elvis Rexhbecaj ein Fragezeichen steht. Zurück sind aber Aster Vranckx als zusätzliche Alternative für das zentrale Mittelfeld und Timon Wellenreuther, der eigentlich als Nummer eins verpflichtet wurde, sich dann aber in der Vorbereitung verletzte. In Nürnberg wird indes nochmal Vertreter Jakub Zieliński im Tor stehen, bevor dann von Woche zu Woche neu darüber entschieden werden soll, ob und wann Wellenreuther bereit für die erste Elf ist.
Bereit wäre Maximilian Arnold, um den es während der Länderspielpause einige Unruhe gab. Dem Kapitän droht in Nürnberg aber abermals die Bank. Auch wenn es bei Rexhbecaj nicht reichen sollte, würde wohl wieder Yannick Gerhardt den Vorzug erhalten.
Die voraussichtliche Aufstellung: Zielinski – Kumbedi, Wahl, Angely, Maehle – Vinicius Souza – Gerhardt, Damar – Bernhardsson, Reese – Glatzel
TV-Tipps: Live-Übertragung auf Sky und RTL / Nitro (Anstoß: Samstag, 20:30 Uhr)
Tipp & Prognose zum Spiel
Warum das Unentschieden unser Werttipp ist:
Die 3.80 bietet den besten Value bei einem Spiel, das der Markt als perfektes 50/50 sieht — identische Siegquoten bei 2.45. Nürnberg hat die bessere Form (16 von 18 Punkten), Wolfsburg die breitere Kaderqualität (5:1 gegen Darmstadt vor der Pause). In Spitzenspielen der 2. Bundesliga neutralisieren sich solche Teams häufig. Dazu fehlt Nürnberg mit Becker (Meniskus-OP) der Kreativmotor auf der Zehn, während Wolfsburg mit Zielinski statt Wellenreuther noch nicht die erste Torwartwahl aufbietet. Ein 1:1 oder 0:0 ist bei dieser Konstellation das wahrscheinlichste Ergebnis.
Die Risikowette auf Wolfsburg (2.45) lebt
von der Kadertiefe und dem 5:1-Schwung vor der Pause. Strobl sprach auf der PK von „vielen Gründen, wieso wir das Spiel ziehen können.“ Mit Glatzel, Reese und Bernhardsson hat der VfL die Offensivqualität, um Nürnbergs Defensive — die in sechs Spielen neun Gegentore kassiert hat — zu knacken. Aber 16 von 18 Punkten im Max-Morlock-Stadion sind kein Zufall. Bei 2.45 ein echtes Coin-Flip-Spiel.