Dynamo Dresden: Das machen Mlapa & Co. heute

Ligakonkurrenz, Niederlande und Dänemark

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Donnerstag, 01.11.18 | 07:27
Peniel Mlapa feierte seinen Treffer mit Niklas Kreuzer.

In der Hinrunde 17/18 konnte Peniel Mlapa immerhin vier Tore bejubeln. Danach ging nicht mehr viel für den Stürmer. ©Imago/Nordphoto

Zufrieden war die SG Dynamo Dresden und ihre Verantwortliche mit dem 14. Platz zum Abschluss der letzten Saison mit Sicherheit nicht. In der anschließenden Transferphase hat man bei Dynamo nicht nur nachgerüstet, sondern musste auch den einen oder anderen Abgang eines Stammspielers oder gar Leistungsträgers verkraften.

Ein namhafter Abgang ist Peniel Mlapa. Liga-Zwei.de hat den Angreifer in den Niederlanden erwischt und mit ihm darüber gesprochen, wie es ihm bei Venlo geht und warum es für ihn in Dresden nicht geklappt hat. Im Anschluss könnt Ihr auch lesen, wo die weiteren Dynamo-Abgänge gelandet sind und wie sie sich bei ihren neuen Vereinen bisher anstellen.

Herr Mlapa, Sie verließen Deutschland im Sommer und wechselten in die Eredivisie zum VVV Venlo. Wie gefällt Ihnen die Auslandserfahrung in Holland bisher?
Peniel Mlapa: „Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Wechsel. Für mich war es der richtige Schritt. Wir sind mit Venlo gut in die Saison gestartet und hoffen, dass es auch weiterhin so bleibt.“

Der holländische Fußball gilt als eher offensiv ausgerichtet. Wie sehr kommt Ihnen das entgegen?
Mlapa: „Offensiven Spielern und vor allem Stürmern kommt das natürlich sehr entgegen. Es wird echt viel nach vorne gespielt, und auch wenn man sich die Ergebnisse anschaut, werden viele Tore erzielt. Das war auch ein bisschen der Grund, warum ich mich für die Eredivisie entschieden habe.“

Zuletzt standen Sie auch wieder im Kader der Nationalmannschaft Togos. Welche Eindrücke bringen Sie vom afrikanischen Fußball mit, die Ihnen hier vielleicht helfen?
Mlapa: „Man merkt natürlich schon, dass im afrikanischen Fußball noch etwas aggressiver gespielt wird. Da geht es etwas körperbetonter zur Sache. Trotzdem sind es super Erfahrungen, die ich mitnehme, auch von der Atmosphäre her.“

„ Ich bin da eigentlich immer auf dem neuesten Stand. ”
über seinen Kontakt nach Dresden

Sie sind von Dynamo Dresden derzeit nach Venlo ausgeliehen. Wie verfolgen Sie die Partien von Dynamo?
Mlapa: „Wenn sich unsere Spiele nicht überschneiden, versuche ich immer, mir die Spiele von Dynamo anzukucken. Ich bin da eigentlich immer auf dem neuesten Stand, da ich zu manchen Spielern dort auch noch Kontakt habe. Mit Erich Berko telefoniere und spreche ich regelmäßig. Ab und zu spreche ich auch mit dem Teammanager Martin Börner, oder zu Kristian Walter habe ich noch Kontakt.“

Dresden liegt im Tabellenmittelfeld. Was ist in dieser Saison für Dynamo möglich?
Mlapa: „Dynamo hat in den letzten Wochen mit dem neuen Trainer Maik Walpurgis an Konstanz gewonnen. Wenn alle fit bleiben und sie etwas mehr Glück haben, dann ist noch einiges dran, dann können sie die oberen Tabellenplätze angreifen.“

Moussa Koné überzeugt mit einer starken Torquote. Was macht ihn bei Dynamo so stark?
Mlapa: „Moussa ist natürlich ein außergewöhnlicher Stürmer. Er ist verdammt schnell. Ich denke, dass es nicht so viele gibt mit seiner Schnelligkeit vorne drin in der 2. Liga und einige Mannschaften damit Probleme haben. Er ist ein Spieler, der viel an der Abseitsgrenze lauert und vor dem Tor eiskalt ist.“

„ Sonst hätten wir die Kaufoption nicht vereinbart ”
über die Möglichkeit in der Eredivisie zu bleiben

Sie selbst kamen in Dresden nie richtig in Fahrt. Was waren die Gründe dafür?
Mlapa: „Ich hatte in Dresden eine gute Anfangszeit, in der ich regelmäßig gespielt habe. Dann hatte ich einen kleinen Hänger, wo es nicht so lief, was vielleicht auch normal ist für einen Stürmer. Dann waren halt andere da. Moussa war da und hat gut gespielt, da ist es dann schwer, wieder reinzukommen.

Aber gegen Ende der Saison habe ich auch wieder meine Einsatzzeiten bekommen. Am Ende des Tages muss man sagen, dass ich nach der guten Anfangszeit nie mehr so an meine Top-Leistung herangekommen bin. Solche Zeiten gibt’s im Fußball, das ist für mich abgehakt und ich schaue nach vorne.“

Venlo hat sich eine Kaufoption gesichert. Noch ist es früh in der Saison, aber können Sie sich vorstellen, beim Verein zu bleiben?
Mlapa: „Grundsätzlich auf jeden Fall, sonst hätten wir diese Kaufoption nicht vereinbart. Ich halte mir da alles offen. Wie Sie gesagt haben, es ist noch sehr früh in der Saison, und wir kucken mal, wie es weiterläuft. Ich wäre nicht abgeneigt, in Venlo beziehungsweise Holland zu bleiben.“

Die übrigen Abgänge:

Niklas Hauptmann
Der 22-Jährige wechselte zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln. Beim für Zweitliga-Verhältnisse stark besetzten Klub konnte er sich noch nicht durchsetzen. Zwei Mal stand er in der Startelf, drei Mal wurde er eingewechselt. Zwischenzeitlich lief er auch für eine Partie in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga auf.

Pascal Testroet
Nach einer schweren Knieverletzung, die ihn beinahe die ganze Saison kostete, setzte Ex-Trainer Uwe Neuhaus nicht mehr auf die Dienste des Angreifers. Er wechselte im Sommer nach Aue, was die Fans ihm übel nahmen und im direkten Aufeinandertreffen am 10. Spieltag kundtaten. Sportlich läuft’s aber für ihn im Erzgebirge, er ist Stammspieler und erzielte in zehn Einsätzen drei Tore.

Fabian Müller
Den Linksverteidiger zog es in die Regionalliga zum Chemnitzer FC, wo er sofort Stammspieler wurde. Seit dem 8. Spieltag muss er aber mit Achillessehnenproblemen zuschauen, die Ausfallzeit ist ungewiss. Seine Kollegen kommen aber auch ohne ihn blendend zurecht, nach 14 Spieltagen stehen 14 Siege in der Statistik.

Andreas Lambertz
Der Kult-Kicker ist zurück zu seinem Stammverein nach Düsseldorf. Dort ist „Lumpi“ Lambertz als Kapitän für die zweite Mannschaft aktiv. In der Regionalliga West stand der 33-Jährige in den ersten neun Partien auf dem Feld. Seit Spieltag zehn muss er die Spiele zurzeit aber auf der Bank sitzend beginnen.

Manuel Konrad
Den defensiven Mittelfeldspieler zog es zum ambitionierten Drittliga-Aufsteiger KFC Uerdingen. Dort hat der 30-Jährige nicht nur seinen Stammplatz sicher, sondern fungiert auch als Führungsspieler bei den Krefeldern. In die Scorerliste konnte sich Konrad allerdings noch nicht eintragen.

Marc Wachs
Der 23-Jährige war letzte Saison an den VfL Osnabrück ausgeliehen, wo er sich zum Stammspieler mauserte. Nach seiner Rückkehr ging es für ihn im Sommer direkt weiter zu Wehen Wiesbaden, wo er zu Saisonbeginn vier Spiele als Linksverteidiger über 90 Minuten bestritt. Seitdem ihn Anfang September ein grippaler Infekt außer Gefecht setzte, wartet er auf seinen nächsten Einsatz.

Marvin Schwäbe
Nachdem seine Leihe beendet war, ging es für den ehemaligen U21-Nationalspieler zurück zur TSG Hoffenheim, die allerdings weiterhin keine Verwendung für ihn hatten. Mittlerweile ist Schwäbe in Dänemark bei Bröndby IF angekommen, wo er als Stammkeeper wieder seinen gewohnt zuverlässigen Job zwischen den Pfosten erledigt.

Marcel Franke
Auch für Marcel Franke ging es nach Leih-Ende direkt weiter zum nächsten Verein. Von Norwich City aus wechselte er zu Dynamos Ligakonkurrent Darmstadt 98 – wieder auf Leih-Basis. Dort avancierte er direkt zum Dauerbrenner und absolvierte alle bisherigen zwölf Pflichtspiele über 90 Minuten und konnte als Innenverteidiger einmal treffen.

Paul Seguin
Für den 23-Jährigen hieß es, nach Ende der Leih-Frist zurück nach Wolfsburg zu gehen. Dort ist er zwar auch geblieben, doch auf seine Dienste setzt man beim VfL nicht mehr und möchte das Eigengewächs eigentlich lieber wieder abgegeben. Im Kader stand er diese Saison bisher nicht ein einziges Mal.

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