Dynamo Dresden: Stadionvorstellung

Das DDV-Stadion im Detail

Das Stadion von Dynamo Dresden in der DDR-Oberliga 1976

Die auffälligen Giraffen-Flutlichtmasten gehören inzwischen der Vergangenheit an. ©Imago/Robert Michael

Die Heimspielstätte der SGD liegt in prominenter Umgebung. Unweit der Altstadt, 30 Gehminuten von der Semperoper entfernt, steht am Eingang der Parkanlage „Großer Garten“ das DDV-Stadion. In der heutigen Ausgabe unserer Reihe der Stadionvorstellungen konzentriert sich Liga-Zwei.de auf die Spielstätte der SG Dynamo Dresden.

Name: DDV-Stadion (Anfahrt)
Fassungsvermögen: 32.066 Plätze*
Sitzplätze: 19.502 (komplett überdacht)
Stehplätze: ca. 10.855 (komplett überdacht)
Rollstuhlplätze: 56 (auf der Gegengerade)
Gästeblock: Block S (Was darf ich mitnehmen?)
*Offizielle Angaben SGD-Homepage

Historie

Der Standort an der Lennéstraße hat eine lange Tradition als Sportstätte. Im Jahr 1896 kaufte der wohlhabenden Justus Friedrich Güntz für seine Stiftung das Grünflächenareal und baute dort Spiel- und Sportanlagen. Diese wurden 1903 der Stadt unter der Bedingung überlassen, das Gelände für immer der Erholung und sportlichen Betätigung zu widmen.

So kam es, dass nicht nur ein gewisser Helmut Schön seine ersten Schritte als Fußballer auf den nach dem Stifter benannten Güntzwiesen machen konnte. Schnell wurde der Fußball zur Hauptsache an der Lennéstraße. Nach dem Ersten Weltkrieg finanzierte der Millionär Herrmann Ilgen den Bau eines Stadions, das 1923 mit einem Länderspiel gegen Finnland vor 24.000 Zuschauern eröffnet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf den Trümmern der zerstörten Ilgen-Kampfbahn das nach Rudolf Harbig benannte Leichtathletik-Stadion erbaut und 1951 eröffnet. Der Namenspatron hatte auf der Laufbahn des Vorgängerbaus 1941 den Weltrekord im 1000-Meter-Lauf gebrochen.

1957 hielt dann der Fußball Einzug: Die damals drittklassige SGD zog ins Rudolf-Harbig-Stadion um. Als der Verein 1969 in der DDR-Oberliga ankam, wurden die „Giraffen“ installiert. Die markanten Flutlichtmasten waren in den folgenden Jahrzehnten Zeugen vom Aufstieg Dynamos zu einer nationalen und internationalen Spitzenmannschaft. Teilweise kamen über 37.000 Zuschauer zu den Europapokal-Spielen gegen Europas Elite. 1989 schaffte es Dynamo sogar ins Halbfinale des Uefa-Cups.

Das DDV-Stadion der SG Dynamo Dresden

Das moderne DDV-Stadion ist bei Heimspielen von Dynamo Dresden gut gefüllt. ©Imago/Robert Michael

Nach der Wende ging es aber durch den Lizenzentzug 1995 bis in den Amateur-Bereich runter. Die Rückkehr in die Regionalliga, verbunden mit den Schäden der Flut 2002, gaben Anlass zu Gesprächen über einem Stadionneubau. Seit 2009 spielt die SGD nun in einem reinen Fußballstadion. Mit nur einem Rang ist es neben dem Aachener Tivoli das größte seiner Art in Deutschland.

Bei der feierlichen Eröffnung gegen Schalke 04 war die neue Heimat von Dynamo gleich ausverkauft. Nicht nur der Blick auf’s Spielfeld begeisterte dabei die Besucher: Mit seiner transparenten Glasfassade ist das Stadion auch von außen eine beeindruckende Erscheinung, auch wenn die „Giraffen“ inzwischen 184 Flutlichtstrahlern weichen mussten.

Der zwischenzeitlich als „glücksgas stadion“ und anschließend „Dynamo Stadion“ bekannte Fußballtempel trägt seit 2016 den Namen DDV-Stadion. Es beherbergt nicht nur eine der aktivsten Fanszenen Deutschlands sondern auch das lokale American Football-Team und seit 2011 das Dresdener Fußballmuseum. Für ein bisschen Kultur muss man also nicht einmal bis in die Altstadt laufen.

Bereits vorgestellte Stadien
Bielefeld (Schüco-Arena)
Braunschweig (Eintracht-Stadion)
Darmstadt (Merck-Stadion am Böllenfalltor)
Duisburg (Schauinsland-Reisen-Arena)
Fürth (Sportpark Ronhof)
Heidenheim (Voith-Arena)
Ingolstadt (Audi-Sportpark)
Kaiserslautern (Fritz-Walter-Stadion)
Kiel (Holstein-Stadion)
Nürnberg (Max-Morlock-Stadion)
Regensburg (Continental Arena)
Sandhausen (BWT-Stadion am Hardtwald)
St. Pauli (Millerntor-Stadion)
Union Berlin (Stadion an der Alten Försterei)

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