Frank Pagelsdorf meldet sich zurück

"Der HSV hat Lehrgeld gezahlt und viel dazugelernt."

Frank Pagelsdorf bei Spiel vom HSV

Sieht den HSV auf einem guten Weg. Ex-Hamburg-Trainer Frank Pagelsdorf hat die Fortschritte bei den Rothosen erkannt. ©imago images/MIS

Frank Pagelsdorf gehört nicht mehr zu den Stammgästen im Hamburger Volksparkstadion, doch an diesem Sonntag, bei diesem Kräftemessen gegen 96, wird er es sich nicht nehmen lassen dabei zu sein. Pagelsdorf ist ein Fußballkind der Bundesliga, ein Kind des Nordens und ein Kind Hannovers mit Eigenheim in Hamburg. „Ich freue mich riesig auf dieses Match“, sagt Pagelsdorf im Gespräch mit Liga-Zwei.de und lässt keine Zweifel offen, dass sein Fußballherz immer noch zu hüpfen versteht, wenn Duelle wie diese zu erleben sind.

Sie sind stabiler, haben eine starke Defensive & eine Persönlichkeit als Trainer. (über den HSV)

Beim Hamburger SV ist er von 1997 bis 2001 vier Spielzeiten lang als Cheftrainer vorangegangen. In 172 Spielen. Ist Neunter, Siebter, Dritter und 13. geworden mit dem HSV. Der große Absturz des Vereins erfolgte also erst viel später.  Jetzt sieht er den großen HSV wieder auf einem guten Weg. Endlich wieder.

Sie sind stabiler, haben eine starke Defensive, vielversprechende Neuzugänge und eine Persönlichkeit als Trainer“, begründet Pagelsdorf sein positives Zwischenzeugnis. Er hat keine Zweifel, dass der HSV diesen, seinen zweiten Anlauf zurück in die Eliteliga des Landes erfolgreich beenden wird: „Der HSV hat Lehrgeld gezahlt und viel dazugelernt.“

96 für Bundesliga-Rückkehr nicht gerüstet

Hannover 96 indes sieht er aktuell noch nicht auf einem Weg mit berechtigten Rückkehr-Ambitionen. „96 wird im Winter neu bewerten und handeln müssen. Mit dem jetzigen Kader wird ihnen ein zweites Jahr in der 2. Bundesliga nicht erspart bleiben“, beschreibt Pagelsdorf den aktuellen Stand seiner 96ziger. „Am Sonntag in Hamburg“, glaubt Pagelsdorf, „wird für sie nichts zu holen sein.“

Frank Pagelsdorf von Hannover 96 im Spiel gegen Eintracht Braunschweig

96, alte Liebe. Nach den Stationen Bielefeld und Dortmund zog es Frank Pagelsdorf (r.) zum Ende seiner Spieler-Laufbahn zurück zu den Roten. ©imago images/Rust

Ja, „meine 96ziger“ hat er einige Male gesagt und macht damit deutlich, dass er immer noch hängt an jenem Verein, bei dem für ihn einst alles als Jungprofi begann und bei dem die aktive Laufbahn als Spieler mit insgesamt 405 Pflichtspielen und 63 Treffern auch endete.

Ich möchte gern mal wissen, warum ich dort nie ein Thema war. (über 96)

Dort wurde dann auch sogar die Trainerkarriere eingeleitet, doch ein Cheftrainerkandidat bei 96 war er dennoch später nie. Dies ist ihm bis heute schleierhaft: „Ich möchte gern mal wissen, warum ich dort nie ein Thema war“, sagt Pagelsdorf schmunzelnd. Nun, vielleicht läuft ihm ja Martin Kind am Sonntag über den Weg, dann könnte er dies ja einmal aufklären. Die Rückkehr seines Kollegen Slomka zu 96 findet er gut. „Mit ihm hat 96 letztmals große Erfolge gefeiert. Sich daran zu erinnern, um daran anknüpfen zu wollen, ist eine ehrenwerte Idee.“

Pagelsdorf selbst hat schließlich auch schon einmal das Meisterstück hinbekommen, an alte Erfolge anzuknüpfen. Bei Hansa Rostock feierte Pagelsdorf mit über einem Jahrzehnt Abstand zweimal den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Einmalig. Eigentlich wollte er zunächst nur zwei, drei Spielzeiten verschnaufen. Doch nun – die Zeit schnellt davon – ist er nun beinahe zehn Jahre schon raus aus dem Trainerbusiness. Warum eigentlich? „Frage ich mich auch“, sagt Pagelsdorf.

Wenn es passt, gehe ich wieder an Bord. (über ein Comeback als Trainer)

Bis heute hat er nämlich nie gesagt, dass Schluss sei und so richtig Schluss sei auch heute noch nicht, betont Pagelsdorf. „Wenn es passt, gehe ich wieder an Bord. Ich habe niemals aufgehört, die Entwicklungen des Fußballs und des Trainerlebens zu verfolgen. Doch es müsse eben passen. Entwicklungen hin, Neuerungen her — Pagelsdorf glaubt heute wie damals an dies: „Ein Trainer muss immer an einem offenen Zugang zu seiner Mannschaft arbeiten, immer kommunikativ sein und den Spielern ein Feedback geben.“

Wir erinnern uns: Pagelsdorf ist 61 und hat nie gesagt, dass Schluss ist. Liga-Zwei.de hat diese Haltung eindrucksvoll zu spüren bekommen.

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