Greuther Fürth: Kleiner Kader eine bewusste Entscheidung

Kleeblatt setzt ligaweit die wenigsten Spieler ein

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 12.01.21 | 07:49
Rachid Azzouzi bei Greuther Fürth

Betont die Vorzüge eines kleinen Kaders: Rachid Azzouzi. © imago images / Zink

Auch wenn am Freitag mit der vermeidbaren 2:3-Niederlage beim Karlsruher SC die beeindruckende Serie von 14 Auswärtsspielen ohne Niederlage gerissen ist, kann man bei Greuther Fürth mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl spielt nicht nur guten Fußball, sondern holt in der Regel anders als in Karlsruhe auch Punkte und steht nicht zufällig auf Platz vier mit Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen.

Dabei verfügt das Kleeblatt über mit den kleinsten Kader der Liga. 20 eingesetzte Spieler sind ligaweit sogar der geringste Wert, was verdeutlicht, dass der nun mit dem vom SC Freiburg ausgeliehenen Luca Itter verstärkte Kern eher kompakt ist.

„ Das ist eine bewusste Entscheidung. ”
Rachid Azzouzi

Das allerdings ist durchaus so gewollt, wie Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi gegenüber den Nürnberger Nachrichten betonte. „Wir haben den kleinen Kader, weil wir wirtschaftlich dazu gezwungen werden. Mit einem engen Kader können wir den Großteil der Mannschaft halten, bei einem größeren Kader müssen wir den ein oder anderen weggegeben und brauchen günstigere Spieler. Das ist eine bewusste Entscheidung.“

Viele Leistungsträger nur bis Saisonende gebunden

Weil im Ligavergleich relativ wenige Profis bezahlt werden und keine Lücken geschlossen werden müssen, kann es sich die SpVgg somit erlauben, Anfragen für Leistungsträger abzulehnen, obwohl gleich in mehreren Fällen ein ablösefreier Verlust im Sommer droht. So laufen unter anderem die Verträge von Branimir Hrgota, Havard Nielsen, Sebastian Ernst, Julian Green, Paul Jaeckel und David Raum, die allesamt wichtige Rolle inne haben, am 30. Juni aus.

Natürlich wird hinter den Kulissen längst an Verlängerungen gearbeitet, doch Abschlüsse sind keineswegs garantiert. Nichtsdestotrotz ermöglicht es das auch mit Blick auf die Kadergröße seriöse Wirtschaften, gegebenenfalls auf Ablösen im Januar zu verzichten und dafür bis zum Saisonende auf bewährte Qualität setzen zu können.

Ob diese über Itter hinaus noch erweitert wird, bleibt abzuwarten. Coach Leitl betont zwar, „mit dem Kader zufrieden“ zu sein, räumt aber auch ein, den „Markt zu beobachten.“ Sollte sich noch eine interessante Option bieten, wäre die SpVgg wohl handlungsfähig und zu einer weiteren Nachbesserung bereit – auch, weil bei einem kleinen Kader längerfristige Ausfälle nicht ganz einfach aufzufangen wären.