Handwerker & Co.: Das machen die Ex-Geißböcke nun

Hauptstadt, Breisgau und Grotenburg

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Freitag, 28.09.18 | 07:27
Tim Handwerker mit Hakim Ziyech von Ajax im Duell um den Ball.

Tim Handwerker (r.) ist bis zum Saisonende in die Eredivisie an den FC Groningen ausgeliehen. ©imago/Pro Shots

Ein Abstieg bedeutet in der Regel personelle Wechselspiele. So auch beim 1. FC Köln, der nach seinem Abstieg aus der Bundesliga immerhin ein Dutzend Abgänge zu verzeichnen hat. Tim Handwerker zog es diesen Sommer auf Leihbasis in die Niederlande. Mit ihm sprachen wir über seinen Wechsel und anschließend erfahrt ihr in unserem Stenogramm, was die übrigen Geißbock-Abgänge machen.

Herr Handwerker, Sie sind vom 1. FC Köln in die Niederlande ausgeliehen. Wieso haben Sie sich für eine Leihe zum FC Groningen entschieden?
Tim Handwerker: „In den Gesprächen mit dem FC Groningen wurde mir eine gute Perspektive geboten. Das hat sich sehr gut angehört, was der Verein mit mir plant und was er von mir hält. Das hat mich überzeugt.“

Wie verliefen denn die ersten Wochen in den Niederlanden für Sie?
Handwerker: „Am Anfang war natürlich erst mal alles neu – anderes Land, etwas andere Sprache. Aber im Fußball muss man sich manchmal eben schnell umgewöhnen. Hier sind viele junge Mitspieler, die mich gut aufgenommen haben und deshalb fiel es einfach, mich zu integrieren.“

Der Fußball in den Niederlanden gilt als technisch anspruchsvoll. Wie sehen Sie ihn im Vergleich zu Ihren Erfahrungen in Deutschland?
Handwerker: „Vom niederländischen Fußball habe ich schon früh immer etwas mitbekommen. Schon dadurch, dass ich in meiner Jugend oft gegen niederländische Mannschaften gespielt habe. Da wurde auch immer sehr guter Fußball gespielt, daher habe ich das noch gut in Erinnerung. In Deutschland wird natürlich auch technisch hochwertiger Fußball gespielt. Vielleicht kommt in Deutschland noch ein bisschen mehr die Physis zur Geltung.“

Wie ist während der Leihe Ihr Kontakt nach Köln? Gibt es einen regelmäßigen Austausch zwischen Ihnen und dem FC oder den beiden Vereinen bezüglich Ihrer Entwicklung?
Handwerker: „Einen persönlichen Austausch mit dem Trainer oder anderen Verantwortlichen habe ich jetzt nicht. Ich bin jetzt hier in Groningen und konzentriere mich hier auf meine Sache. Am Ende der Saison, denke ich mal, wird es dann einen Austausch geben, wie es weitergeht.“

Das heißt, Sie lassen nun erst einmal den weiteren Verlauf der Saison auf sich zukommen?
Handwerker: „Ja. Es steht eine anspruchsvolle Saison vor mir und hoffe, dass ich mich gut weiterentwickeln kann und wir mit dem Team gute Spiele machen und viele Punkte einsammeln.“

Was ist denn Ihr persönliches Saisonziel mit dem neuen Verein?
Handwerker: „Das persönliche Ziel stelle ich erst mal in den Hintergrund. Es zählt immer erst die Mannschaft. Ich probiere natürlich meine beste Leistung abzurufen, damit das Team davon profitieren kann.“

Auch wenn es nun keinen regelmäßigen Kontakt zu den Verantwortlichen gibt, aber wie intensiv verfolgen Sie den 1. FC Köln aktuell?
Handwerker: „Mit dem 1. FC Köln war ich schon immer sehr verbunden. Ich bin in der Nähe von Köln aufgewachsen und mit dem Verein auch groß geworden. Daher verfolge ich den FC eigentlich auch tagtäglich. Und wenn es zeitlich passt, verfolge ich auch die Spiele. Zwischendurch schreibe ich natürlich auch noch mit einigen alten Mitspielern. Ich fiebere auf jeden Fall noch mit.“

Die übrigen Abgänge:

Anthony Modeste
Mit viel Tamtam ging es schon 2017 für den Torjäger nach China. Doch erst einmal nur zur Leihe. Nachdem TJ Quanjian ihn ab Juli 2018 fest verpflichtete, kündigte Modeste wenige Wochen später und berichtete von ausgebliebenen Gehaltszahlungen. Anfang August bestritt er sein letztes Spiel in China.

Leonardo Bittencourt
Der Deutsch-Brasilianer ging im Sommer zur TSG Hoffenheim. Dort stand er in allen sieben Pflichtspielen in der Startelf. Dabei gelang dem offensiven Mittelfeldspieler zwar noch kein Tor, aber immerhin schon drei Torvorlagen.

Yuya Osako
Nach vier Jahren in Köln suchte der Angreifer sein Glück in Bremen, wo er auf Anhieb Stammspieler wurde. Bisher verpasste er nur ein Spiel aufgrund einer Magen-Darm-Grippe, sonst gehörte der Japaner immer zur Anfangself – zwei Tore in fünf Spielen.

Dominique Heintz
Nicht eine einzige Minute hat der 25jährige Verteidiger bisher in der Liga für den SC Freiburg verpasst. Und auch im DFB-Pokal stand er 120 Minuten auf dem Feld. Selbst in die Scorerliste hat er sich schon mit einem Tor und einer Vorlage eingetragen.

Lukas Klünter
Beim Mann für die rechte Außenbahn sieht es hingegen anders aus. Klünter wurde bis dato lediglich für eine einzige Minute eingewechselt. Bei seinem neuen Verein Hertha BSC ist er noch ein ganzes Stück von der Stammelf entfernt.

Milos Jojic
Der Serbe wechselte in die Türkei zu Basaksehir. Wirklich angekommen ist er dort aber noch nicht. Einem ersten Spiel über 90 Minuten in der SüperLig folgten nur zwei weitere Einwechslungen. Dreimal durfte er gar nur von der Bank aus zugucken.

Claudio Pizarro
Der alte Mann und die Weser, so lautet wohl die unendliche Geschichte des Anfang Oktober 40 Jahre werdenden Peruaners. Bei Werder soll er vor allem die jungen Spieler führen, aber er kommt auch auf seine Spielzeiten.

Pawel Olkowski
Der Wechsel in die zweite Liga Englands hat sich für Olkowski gelohnt. In allen neun Partien der britischen Championship kam der Rechtsverteidiger für die Bolton Wanderers über die volle Distanz zum Einsatz. Dabei gelang ihm ein Tor und er gab zwei Vorlagen.

Dominic Maroh
Zweieinhalb Monate war der 31-Jährige vereinslos, doch dann schnappte der KFC Uerdingen zu. Bei der 1:2-Niederlage gegen Zwickau unter der Woche durfte Maroh dann auch schon erstmals von Beginn an ran und spielte durch.

João Queirós
Der Portugiese ließ sich in seine Heimat zu Sporting Lissabon verleihen. Dort ist der Innenverteidiger aber erst mal für die U23 eingeplant. Bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen muss Sporting die Kaufoption ziehen, doch bisher lief der 20-Jährige noch nicht auf.

Sven Müller
Der dritte Keeper der letzten Saison versucht sich seit dem Sommer beim Karlsruher SC. Stand dort bisher aber noch kein einziges Mal bei einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten. An Stammkeeper Benjamin Uphoff ist kein Vorbeikommen.

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