Hertha BSC: Ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt?

Stefan Leitl mit der Leistung gegen Fürth unzufrieden

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 12.10.26 | 07:42
© IMAGO / Contrast

Stefan Leitl fand nach dem Sieg gegen Fürth deutliche Worte. © IMAGO / Contrast

Hertha BSC ist mit dem 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth zum großen Gewinner des siebten Spieltages avanciert. Bevor die Alte Dame im siebten Spiel ihren siebten Sieg einfuhr, hatten sich mit dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg (4:4) sowie dem 1. FC Heidenheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:0) vier Verfolger in direkten Duellen unentschieden getrennt, sodass Hertha BSC nun schon sieben Punkte Vorsprung auf den dritten Platz besitzt.

Die exzellente Tabellensituation war für Trainer Stefan Leitl nach dem Erfolg über Fürth indes kein großes Thema. Vielmehr war der Berliner Chefcoach trotz der drei Punkte alles andere als einverstanden mit der Leistung seiner Schützlinge.

„Am Ende waren zwei Sachen an diesem Spiel richtig cool. Zum einen hatten wir über 58.000 Leute im Stadion. Das ist absolut sensationell. Vielen Dank dafür! Zum anderen konnten wir gewinnen“, konstatierte Leitl auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erst die positiven Dinge, kritisierte dann aber vor allem die ersten 45 Minuten seiner Mannschaft deutlich: „Der Sieg hat aber nicht daran gelegen, wie wir uns vor der Pause präsentiert haben. Das muss ich ganz klar sagen. Die Art und Weise, wie wir in das Spiel gegangen ist, hat mir überhaupt nicht gefallen.“

Am Freitag bei Schlusslicht Kiel

Insbesondere vermisste Leitl im ersten Durchgang die richtige Einstellung und wurde diesbezüglich noch konkreter: „Es geht darum, mit welcher Ernsthaftigkeit ich hier reingehe, mit welcher Intensität ich Fußball spiele. Wie ich meine Zweikämpfe führe, speziell im Offensivbereich, da haben wir schon deutlich Luft nach oben“, so der 49-Jährige, der darauf basierend einige Arbeit vor sich sieht: „Es gibt sehr, sehr viel zu tun. Das werden wir auch die nächsten Wochen von den Jungs einfordern.“

Durchaus möglich, dass Leitl die klaren Worte bewusst gewählt hat. Schließlich steht am Freitag das Gastspiel beim noch sieglosen Schlusslicht Holstein Kiel auf dem Programm – verbunden mit der Gefahr, den Gegner womöglich anhand des Tabellenplatzes zu unterschätzen. Leitl dürfte seinen Worten aber auf dem Trainingsplatz Taten folgen lassen, um die Gefahr eines nicht ausreichend fokussierten Auftritts an der Förde zu bannen.

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