Holstein Kiel: Defensiv zu instabil

Jeweils zwei Gegentore in den letzten vier Spielen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 02.06.20 | 09:28

Ole Werner

Mit der Defensivleistung der letzten Wochen sicher nicht zufrieden: Ole Werner. © imago images / PMK

Als Tabellensiebter mit 38 Punkten steht Holstein Kiel fünf Spieltage vor Schluss im Niemandsland der Tabelle. Um die 40-Punkte-Marke zu erreichen und damit auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt zu beseitigen, benötigen die Störche aber noch einen Sieg oder zwei Unentschieden. Beim Hamburger SV wartet am kommenden Montag allerdings erst einmal eine schwierige Aufgabe, wenngleich die Kieler Bilanz in den drei Zweitliga-Duellen mit dem HSV klar positiv ist (zwei Siege, ein Unentschieden).

Um im Volksparkstadion gegen die mit 55 Toren beste Offensive der Liga bestehen und punkten zu können, muss Kiel vor allem defensiv zulegen. Denn die Mannschaft von Trainer Ole Werner fängt sich schlichtweg zu viele Gegentore ein. Das freilich ist keine ganz neue Thematik. Schon in den letzten beiden Spielzeiten stellten die Störche mit 71 (2017/18) und 60 (2018/19) Toren eine starke Offensive, doch eine mit 44 und 51 Gegentoren zu anfällige Defensive verhinderte mutmaßlich beide Male noch mehr.

Negatives Torverhältnis

In dieser Saison stimmt das Verhältnis zwischen Toren (45) und Gegentoren (46) nun gar nicht mehr. Zwar haben lediglich die Top-Drei der Liga häufiger getroffen, doch eben auch nur vier Klubs mehr Gegentreffer kassiert. In dieser Hinsicht ist insbesondere der Trend seit dem Re-Start negativ. In allen vier Spielen seit dem Wiederbeginn musste Keeper Ioannis Gelios jeweils zweimal hinter sich greifen.

Dass neben einer auch häufiger suboptimalen Chancenverwertung die zu instabile Hintermannschaft das größte Problem darstellt, dürfte indes auch den Verantwortlichen nicht entgangen sein. In Hamburg sowie danach in den Heimspielen gegen die Kellerkinder SV Wehen Wiesbaden und Dynamo Dresden gilt es nun, die Anfälligkeit abzustellen oder zumindest zu reduzieren, um nicht vielleicht doch noch etwas intensiver nach hinten blicken zu müssen. Und bei der Planung der nächsten Saison dürfte sicherlich auch darüber gesprochen werden, wie sich die Anzahl der Gegentore reduzieren senken lässt.