Kiels Janni Serra: Nationalmannschaft ist etwas Besonderes

„Ich freue mich jedes Mal riesig darauf."

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Freitag, 07.09.18 | 09:34
Janni Serra bei der U21-Partie gegen Israel.

Janni Serra ist seit Jahren Bestandteil der deutschen U-Nationalmannschaften. Aktuell tritt er für die U21 gegen den Ball. ©imago/Pressefoto Baumann

Insgesamt 21 Länderspiele bestritt Janni Serra seit der U17 für die deutschen Nachwuchsnationalmannschaften. Auch für das Freundschaftsspiel gegen Mexiko (07.09.) und das EM-Quali-Spiel in Irland (11.09.) wurde der Stürmer wieder von U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz nominiert.

Im Interview mit Liga-Zwei.de hat der Kieler Storch erzählt, was es für ihn bedeutet, Teil der DFB-Auswahl zu sein und welche Auswirkungen die Länderspielfahrten auf sein Fußballer-Dasein in seiner Vereinsmannschaft hat.

Herr Serra, gerade ist für Sie wieder eine Länderspiel-Tour angesagt. Gibt es was Bestimmtes/Besonderes, dass sie stets auf solche Touren mitnehmen?
Janni Serra: „Ich nehme nichts wirklich Besonderes mit. Fußballschuhe sind dabei, eine Zahnbürste sollte auch nicht fehlen. Ansonsten nichts Bestimmtes.“

„ Man freut sich, die Jungs wiederzusehen. ”
über die Länderspielreisen

Welche grundsätzlichen Auswirkungen haben die Länderspielreisen auf Ihr „Vereinsleben“?
Serra: „Wirklich große Auswirkungen haben die Länderspielreisen nicht. Wir sind im Verein täglich beieinander, da ist es auch mal schön, etwas anderes zu sehen. Man kennt sich mittlerweile und freut sich, die Jungs alle wiederzusehen.“

Das Gros der Zweitligisten bleibt bei Länderspielpausen zusammen. Hat man da als Nationalspieler Bedenken, etwas zu verpassen bzw. so in Nachteil für das nächste Ligaspiel zu geraten?
Serra: „Nein, man bleibt im Rhythmus und bekommt auch mal andere Eindrücke. Man wird in der Nationalmannschaft anders bewertet, bekommt anderes Feedback, das finde ich wichtig. Von daher sehe ich da keine Nachteile. Ich bringe ja durch die Erfahrungen vielleicht auch neue Dinge mit in meinen Verein.“

„ Am Ende hat jeder seinen eigenen Stil. ”
über die unterschiedlichen Trainer

Bringt man von der Nationalmannschaft auch Ideen für das Vereinstraining mit?
Serra: „Grundsätzlich eher nicht. Natürlich fragt der Trainer auch, wie es dort war, wie es einem ergangen ist. Aber am Ende hat doch jeder Trainer seinen eigenen Stil, seine eigene Philosophie.“

Worin liegt denn der Unterschied zwischen dem Training im Verein und in der Nationalmannschaft benennen?
Serra: „Man spielt ein anderes System, hat andere Mitspieler. Vielleicht hat man auch auf dem Platz eine andere Rolle, bekommt andere Vorgaben, soll sich anders bewegen oder verhalten in manchen Situationen.“

Was macht für Sie das Besondere aus, wenn Sie das Nationaltrikot anziehen?
Serra: „Man spielt für sein Land. Das ist schon etwas sehr Besonderes und ehrt mich persönlich sehr. Man vertritt eine Nation und verkörpert mit seinem Auftreten das Ansehen des Landes in Europa. Da steht man noch mal ganz anders im Fokus, ist Vorbild für viele junge Fußballer.“

„ Die kam sehr unerwartet für mich. ”
über seine erste Nominierung

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl bei der Benachrichtigung Ihrer ersten Nominierung zur U-Nationalmannschaft? Wie war es?
Serra: „Die erste Nominierung kam sehr unerwartet für mich. Da ist man natürlich wahnsinnig aufgeregt. Ich habe mir nie konkret das Ziel gesetzt, irgendwann mal in der Nationalmannschaft spielen zu müssen. Daher freue ich mich jedes Mal riesig darauf und genieße diese Tage sehr.“

Kommen wir noch mal zu Ihrem neuen Verein. Wie empfanden Sie die ersten Wochen seit Ihrer Ankunft in Kiel?
Serra: „Für viele Spieler, auch für mich, war es zu Beginn erst einmal eine große Umstellung, das Spielsystem unseres Trainers Tim Walter zu verstehen, zu verinnerlichen und zu verkörpern. Das Ganze ist ein Prozess, der ja nie abgeschlossen ist. Daran arbeiten wir Woche für Woche. Und Erfolgserlebnisse tun dabei gut, sind wahnsinnig wichtig, weil sie Selbstvertrauen geben. Wir sprechen innerhalb der Mannschaft sehr viel miteinander, wollen uns alle als Einheit weiterentwickeln und verbessern.“

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Serra, und viel Erfolg bei den anstehenden Länderspielen!

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