Holstein Kiel: Keine veränderte Spielweise – Tim Walter bleibt sich treu

Trainer macht sich über seinen Job keine Gedanken

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 08.10.26 | 07:07
© IMAGO / Ole Jacobsen

Braucht einen Befreiungsschlag: Tim Walter. © IMAGO / Ole Jacobsen

Die Länderspielpause brachte Holstein Kiel am vergangenen Wochenende mit einem 3:1-Sieg gegen den dänischen Erstligisten Viborg FF endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis, allerdings auch einen neuen Ausfall. Kasper Davidsen zog sich gegen seine Landsleute eine muskuläre Verletzung im Oberschenkel zu und wird am Freitagabend bei Eintracht Braunschweig nicht zur Verfügung stehen.

Mit Sebastian Schonlau und Giorgi Kvilitaia kehren dafür zwar voraussichtlich zwei Routiniers nach längeren Zwangspausen in den Kader zurück, sind aber noch keine Optionen für die Startelf. Unabhängig von der Aufstellung will Trainer Tim Walter trotz der bisher dürftigen Ausbeute von nur vier Punkten aus den ersten sechs Spielen an seiner oft als (zu) riskant eingestuften Spielphilosophie festhalten und zeigte sich auf der Pressekonferenz am Donnerstag in diesem Zusammenhang zuversichlich: „Der Spielaufbau fängt für mich hinten an und hört vorn auf. Der Spieler, der am Ball ist, entscheidet, was er tut. Ich gebe den Jungs mehrere Entscheidungsmöglichkeiten. Wenn ich sehe, wie die Jungs das machen, dann ist das top.“

Entwicklungspotential räumte Walter freilich auch ein und nahm dabei seine Schützlinge in die Pflicht: „Dass da auch mal eine Situation dabei ist, die misslingt, ist auch klar. Unser Ansatz ist ganz klar, und am Ende liegt es an den Spielern, die richtige Entscheidung zu treffen. Da müssen die Jungs noch zulegen.“

Walter auf die Arbeit mit der Mannschaft fokussiert

Anders als bei seinem Amtsantritt im Frühjahr will Walter in der aktuellen Situation zugunsten eines mehr sicherheitsorientierten Fußballs nicht von seinen grundlegenden Vorstellungen abweichen und läuft damit auch Gefahr, dass weitere Misserfolge zu einer lauteren Trainerdiskussion führen. Mit einem solchen Szenario will sich der 50 Jahre alte Fußball-Lehrer aber gar nicht erst beschäftigen: „Wenn man solche Gedanken hat, dann kann man kein Trainer sein. Ich liebe das, was ich tue, aber ich mache mir nie Gedanken darüber, wann etwas vorbei sein kann. Die Mechanismen sind so, dass es irgendwann vorbei ist. Aber daran denke ich nicht. So arbeite ich jeden Tag mit der Mannschaft.“

Ein von den Kieler Nachrichten schon für den Fall einer Niederlage in Braunschweig als möglich eingestufter Trainerwechsel dürfte indes eher unwahrscheinlich sein, sofern die Störche nicht völlig desolat auftreten. Der folgende Heimspiel-Doppelpack gegen Hertha BSC und Dynamo Dresden sollte dann aber spätestens Punkte bringen, damit die Personalie Walter nicht tatsächlich auf den Tisch kommt.

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