Hannover 96: Weiterentwicklung statt Neuzugänge?

Jonas Boldt skizziert den künftigen Weg

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 21.10.26 | 07:16
© IMAGO / DeFodi Images

Seit 1. Juni bei 96: Jonas Boldt. © IMAGO / DeFodi Images

Nur ein Punkt aus den ersten beiden Spielen unter dem neuen Trainer Sandro Wagner hat Hannover 96 nicht wirklich vorangebracht. Vielmehr stehen die Niedersachsen, die eigentlich mit Aufstiegsambitionen gestartet sind, nur auf Tabellenplatz 14 mit bereits sieben Zählern Rückstand auf den dritten Rang und sogar zehn Punkten auf Platz zwei.

96 benötigt somit schon eine kleine Serie, am besten beginnend mit dem Derby am Samstag bei Eintracht Braunschweig, um die Lücke nach oben schließen oder zumindest erst einmal verringern zu können. In Abhängigkeit davon, ob in den nächsten Wochen eine Aufholjagd gestartet wird und an Weihnachten eine halbwegs realistische Chance vorhanden ist, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen, könnten für dem winterlichen Transfermarkt die Mittel für zwei bis drei Neuzugänge bereitgestellt werden.

Lars Gindorf als Vorbild

Dass dem Kader an einigen Stellen zusätzliche Qualität gut zu Gesicht stünde, haben die ersten acht Spieltage recht deutlich gezeigt. Geht es nach Jonas Boldt muss diese Qualität aber nicht zwingend von außen kommen: „Wir tun auf jeden Fall gut daran, noch mehr darauf zu schauen, eigene Spieler weiterzuentwickeln, pfiffige Ideen im Scouting zu haben und in Zukunft weiter Spielerwerte zu schaffen, um wirtschaftlich besser dazustehen“, nennt der Geschäftsführer in der Sport-Bild (Ausgabe vom 21.10.2026) insbesondere auch das Ziel, bereits unter Vertrag stehende Akteure auf die nächste Stufe zu bringen.

Als Beispiel nennt Boldt den im Sommer von einer Leihe zu Alemannia Aachen zurückgekehrten Lars Gindorf, für den Wagner-Vorgänger Christian Titz im Sommer 2025 noch keine wirkliche Verwendung hatte, der inzwischen aber zu den Leistungsträgern zählt: „Das müssen unsere Wege sein. Und nicht, dass man ständig nach externen Neuzugängen ruft“, so der 44-Jährige, der auch das offene Geheimnis bestätigt, dass Titz vor der laufenden Saison aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten.

Zumindest bei Husseyn Chakroun, der bislang als Gewinner der kurzen Amtszeit von Trainer Wagner gelten darf, könnte der Plan einigermaßen schnell aufgehen. Abzuwarten bleibt freilich, ob sich für alle Problempositionen – etwa das Sturmzentrum – die passenden internen Lösungen finden lassen oder ob nicht doch im Januar auf dem Transfermarkt nachjustiert werden muss – was Boldt ja auch keineswegs ausschließt.

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