HSV: Klare Worte von Hecking und Boldt

Sechstes siegloses Auswärtsspiel in Folge

Dieter Hecking

Fordert auswärts ein anderes Auftreten seiner Mannschaft: Dieter Hecking. © imago images / MIS

Der späte 2:1-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Dynamo Dresden hat dem Hamburger SV offenkundig nicht den erhofften Rückenwind verliehen. Stattdessen kassierten die Rothosen am Freitagabend beim VfL Osnabrück eine 1:2-Niederlage und drohen nun die erst am letzten Spieltag eroberte Tabellenführung wieder zu verlieren.

Die Tabelle spielte für Trainer Dieter Hecking und Jonas Boldt indes angesichts einer nach wie vor guten Ausgangsposition im Aufstiegsrennen nur eine untergeordnete Rolle, als beide nach der Pleite an der Bremer Brücke zur Grundsatzkritik ansetzten.

Ein Fußballspiel kannst du so nicht bestreiten, egal in welcher Liga. (Jonas Boldt)

Sportchef Boldt betonte zwar, dass nicht von einer Krise die Rede sein könnte, sprach aber gegenüber der Morgenpost das im sechsten sieglosen Auswärtsspiel in Folge erneut schwache Auftreten schonungslos an: „Wenn es komplett durch die Mannschaft durchgeht, dass keiner Zweikämpfe bestreiten und gewinnen will, das funktioniert es nicht. Ein Fußballspiel kannst du so nicht bestreiten, egal in welcher Liga.“

Mehrere Rückkehrer gegen Heidenheim?

Auch Trainer Hecking zielte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auf eine nach ansprechender Anfangsphase mangelnde Einstellung gepaart mit einer Portion Überheblichkeit ab: „Wir haben nach 20 Minuten gedacht, wir können hier Prima Ballerina spielen. Das geht einfach nicht. Wir haben den Gegner durch zu viele unsaubere Aktionen, fehlerhaftes Passspiel und verlorene Zweikämpfe ins Spiel kommen lassen.“

Wir haben gedacht, wir können hier Prima Ballerina spielen. (Dieter Hecking)

Generell fordert Hecking von seiner Mannschaft gerade auf gegnerischem Platz ein anderes Auftreten: „Wir müssen begreifen, dass uns nichts geschenkt wird. Das Wesentliche in der 2. Bundesliga ist, das körperbetonte Spiel anzunehmen. Wir müssen lernen, auswärts dreckiger zu spielen, mehr in die Zweikämpfe zu investieren.“ 

Darüber hinaus deutete der HSV-Coach an, auch vor personellen Änderungen nicht zurückzuschrecken. Nachdem Hecking nach eigener Aussage schon zur Pause neben Bobby Wood und Christoph Moritz „noch fünf bis sechs andere Spieler“ hätte auswechseln können, darf man auf die Startelf am Freitag gegen den 1. FC Heidenheim gespannt sein.

Dann steht auf jeden Fall Bakery Jatta nach abgesessener Rotsperre wieder zur Verfügung. Und auch bei Lukas Hinterseer (Oberschenkelblessur) sowie beim vor der Abreise nach Osnabrück erkrankten Kapitän Aaron Hunt könnte es bis dahin reichen.