Marc Rzatkowski: „Im besten Fall steigen Beide auf“

Ex-Bochumer und -St. Paulianer im Interview

Der Ex-Bochumer und Ex-Paulianer Marc Rzatkowski spielte vergangene Saison auf Leihbasis in New York.

Traf mit St. Pauli fünf Mal auf seinen Jugendklub Bochum: Marc Rzatkowski. ©Imago/Oliver Ruhnke

Als Achtjähriger schloss sich Marc Rzatkowski dem VfL Bochum an. In seiner Heimatstadt durchlief der Mittelfeldspieler sämtliche Jugendteams und schaffte den Sprung zum Profi. Insgesamt 14 Jahre trug er den VfL-Dress. Beim kommenden Gegner der Bochumer, dem FC St. Pauli, verbrachte er drei Jahre.

Wie der momentan an an die New York Red Bulls verliehene 28-Jährige die Partien seines Jugendklubs verfolgt, zu wem er am Millerntor noch Kontakt hat und welches Ergebnis er für Montag tippt, hat er uns im Interview verraten.

Herr Rzatkowski, in einem Interview im Frühling sagten Sie, Sie wollen den St. Pauli Fanklub der East River Pirates in Brooklyn besuchen. Wie wars?
Marc Rzatkowski: „Genau. Leider ist es dazu bisher noch nicht gekommen, da das Treffen und unser Spielplan nicht miteinander koordinierbar waren. Das ändert aber nichts daran, dass ich es nach wie vor vorhabe.“

Sie waren aus St. Pauli, Bochum und Bielefeld gute Stimmung gewohnt. Wie lässt sich die Atmosphäre mit der in der USA vergleichen?
Rzatkowski: „Ich denke, dass man sich hier in Amerika stimmungstechnisch nicht verstecken muss. Auch gegen die Fans aus Bochum oder St. Pauli, die jedes Spiel fantastisch sind. Bei unseren Heimspielen ist immer was los und gerade wie zum Beispiel in Spielen gegen Atlanta wenn man vor 70.000 Menschen spielt,ist die Atmosphäre schon Wahnsinn.

Der Fußball als Sport hier in Amerika wächst ständig und das ist somit auch anhand der Atmosphäre zu spüren. Vergleichen kann man’s trotzdem nicht so ganz, alle Vereine sind auf Ihre eigene Weise überragend.“ 

Sie sind ein waschechter Bochumer Junge, liefen schon als Kind mit dem VfL-Trikot herum. Was bedeutet Ihnen der Verein noch heute?
Rzatkowski: „Der VfL ist meine Heimat und bedeutet mir dementsprechend nach wie vor viel. Ich verfolge die Spiele immer noch so gut es geht.“

Ich stehe dafür auch ruhig mal an einem Samstag um 7:30 Uhr auf. (über Spiele des VfL Bochum.)

Wie viel bekommen Sie noch aus der Heimat vom VfL mit?
Rzatkowski: „Wie gesagt, ich versuche immer noch so gut es geht mir die Spiele im Internet anzugucken und stehe dafür auch ruhig mal an einem Samstag um 7:30 Uhr auf.“

Bochum steht in der Tabelle gut da. Welche Erfolgsfaktoren können Sie beim VfL ausmachen?
Rzatkowski: „Ich denke, dass der VfL mit Robin Dutt einen Trainer gefunden hat, der Kontinuität in die Mannschaft gebracht hat und bei dem eine klare Handschrift erkennbar ist. Zudem hat der Verein vor der Saison ein paar sehr starke Transfers gemacht.“

Er hat mir sehr sehr viel Vertrauen auf fußballerischer Ebene geschenkt. (über seinen Ex-Trainer Ewald Lienen.)

Bekannt wurden Sie auch beim FC St. Pauli, unter Ewald Lienen spielten Sie stark auf. Wie konnte er die letzten paar Prozent aus Ihnen herauskitzeln?
Rzatkowski: „Ewald Lienen hat mir zu seiner Zeit sehr sehr viel Vertrauen auf fußballerischer Ebene geschenkt. Dafür bin ich ihm immer noch sehr dankbar.  Zudem ist er auch privat als Mensch ein super Typ. Ich denke, dadurch das wir uns auf beiden Ebenen sehr gut verstanden haben, hat es zu der Zeit super funktioniert.“ 

Ihre Ex-Kollegen wie Christopher Buchtmann oder Philipp Ziereis kicken noch am Millerntor. Woraus besteht heute der Kontakt zu den ehemaligen Mannschaftskameraden?
Rzatkowski: „Ich bin mit den Jungs immer noch öfters über WhatsApp in Kontakt oder wir telefonieren hier und da mal. Zudem sieht man ja auch heutzutage immer über die Social Media Plattformen wie Instagram oder Facebook, wie es bei dem jeweils anderen läuft und was es dort so neues gibt. Dementsprechend schreibt man sich auch dort ab und zu.“ 

St. Pauli und der VfL Bochum können dort schon ein Wörtchen mitreden. (über das Aufstiegsrennen in der 2. Liga.)

St. Pauli befindet sich wie Bochum in der Verfolgungsrolle. Trauen Sie dem Kiezklub zu, in dieser Saison ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden?
Rzatkowski: „Ich denke ja. Ich glaube, dass die Teams die momentan oben stehen, Köln, Hamburg, Union, die Kiezkicker und der VfL, das unter sich aus machen werden und das St. Pauli und der VfL Bochum dort schon ein Wörtchen mitreden können. Im besten Fall steigen natürlich beide auf. Wünschen würde ich es ihnen!“

Jetzt treffen sich Ihre beiden Ex-Vereine im direkten Duell. Wer wird gewinnen und warum?
Rzatkowski: „Ich denke, dass es ein sehr ereignisreiches, spannendes Spiel wird. Am Ende tippe ich auf ein 2:2.“

Ihr Vertrag bei den New York Red Bulls läuft in Kürze aus. Sie haben eine gute Saison gespielt. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Rzatkowski: „In erster Linie wünsche ich mir natürlich gesund zu bleiben. Alles weitere wird man sehen. Ich fühle mich hier sehr wohl in Amerika. Was am Ende bei rauskommt, wird man sehen. Ich kann mir auf jeden Fall für die Zukunft noch sehr vieles vorstellen.“

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rzatkowski!

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