Arminia Bielefeld: Wird Vincent Ocansey zur Alternative?
Stürmer macht im Test gegen Essen auf sich aufmerksam
Bisher sieben Einsätze in der 2. Bundesliga: Vincent Ocansey. © IMAGO / Noah Wedel
Arminia Bielefeld hat es auch im Testspiel gegen Rot-Weiss Essen nicht geschafft, die Serie von (mindestens) zwei Gegentoren pro Spiel zu durchbrechen. Nach zuvor fünf Pflichtspielen in Folge mit zwei oder mehr Gegentoren sah es für die Ostwestfalen am Samstag gegen den ambitionierten Drittligisten zwar lange nach einem Erfolgserlebnis aus, doch Attila Yapar gelang für RWE in der 87. Minute noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand – zum Missfallen von DSC-Trainer Oliver Kirch.
„In der zweiten Halbzeit haben wir konsequenter gespielt, haben bis zur Phase der Wechsel nichts zugelassen. Dass wir nicht als Sieger vom Platz gehen ärgert mich schon, da es vermeidbar war“, hätte Kirch mit Blick auf das Selbstvertrauen seiner Elf gerne den Sieg mitgenommen.
Freilich besaß die Partie gleich in mehrerlei Hinsicht Testcharakter. Zum einen in der Defensive, in der eine Variante mit drei Innenverteidigern als Alternative zur Viererkette erprobt wurde. Und zum anderen gezwungenermaßen in der Offensive, weil mit David Min und Joel Grodowski die beiden Mittelstürmer im Kader nicht zur Verfügung standen – Neuzugang Min aufgrund von Oberschenkelproblemen und Torjäger Grodowski in Folge eines Infekts. Dafür liefen mit Monju Momuluh und Benjamin Boakye zwei eigentliche Flügelspieler als Doppelspitze auf.
„Im ersten Durchgang hatten wir keinen nominellen Stürmer auf dem Platz, das haben wir auch gemerkt, da wir dadurch teilweise das Zentrum nicht besetzt haben“, sah Kirch in seiner Analyse auf der vereinseigenen Webseite im Fehlen eines echten Angreifers einen Grund für den 0:1-Rückstand zur Pause.
Ocansey verpasst den Doppelpack nur knapp
Nach dem Seitenwechsel brachte Kirch dann mit Vincent Ocansey aus der zweiten Mannschaft einen gelernten Mittelstürmer, der sich hervorragend einführte. In der 48. Minute traf Ocansey per Abstauber zum Ausgleich und hätte fünf Minuten später bei einem Lattentreffer beinahe nachgelegt. Am zwischenzeitlichen 2:1 durch Isaiah Young war Ocansey dann zwar nicht direkt beteiligt, aber dennoch hat der 26-Jährige die Begegnung genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.
Ob eine Chance auch in der 2. Bundesliga folgt, bleibt freilich abzuwarten und dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Grodowski und Min am kommenden Wochenende für das Spiel beim VfL Bochum zur Verfügung stehen. Nach sieben Einwechslungen in der Hinrunde der vergangenen Saison und einer trotz elf Einsätzen (vier von Beginn an) wenig erfolgreichen Ausleihe in die 3. Liga zu Erzgebirge Aue ist aber nicht ausgeschlossen, dass Ocansey doch noch einmal die Gelegenheit erhält, sich oberhalb der Oberliga zu beweisen.
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