Brinkmann, ein Spielfilm & Möhlmanns Blick in die Vergangenheit

Der doppelte Ex-Trainer vor dem direkten Duell

Benno Möhlmann & Ansgar Brinkmann

Reise in die Vergangenheit. Mit Arminia Bielefeld verbindet Benno Möhlmann (l.) nicht nur wegen Ansgar Brinkmann turbulente Zeiten. ©imago images/team2

Benno Möhlmann hat demnächst einen Termin mit seiner Fußball-Vergangenheit. Es ist ein Termin in Sachen Ansgar Brinkmann. Weil dessen Buch („Wenn ich Du wäre, wäre ich doch lieber ich“) und die regelmäßigen Lesungen dazu in einigen Regionen unseres Fußball-Landes immer noch außerordentlich stark nachgefragt sind, ist nun ein Spielfilm über den bunten, wilden und immer wieder so mitreißend Fußball spielenden Brinkmann in Arbeit.

Und Möhlmann soll einige seiner Erinnerungen beisteuern. Für einen stets um Sachlichkeit und Ausgeglichenheit bemühten Mann wie Möhlmann kein leichtes Anliegen, das ihm hier und jetzt nun zugetragen wurde.

Klos wie einst van Lent

Doch Brinkmann war nun mal einer der Hauptakteure in Benno Möhlmanns dreieinhalb Bielefelder Trainerjahren mit 119 Spielen in der 1. und 2. Bundesliga. In gar 285 Spielen coachte er die SpVgg Greuther Fürth. In Bielefeld war irgendwie immer Theater: Einstieg, Aufstieg, Abstieg, Ausstieg — alles blieb nie reibungslos.

Ganz anders in Fürth: Alles harmonisch, alles beständig, alles ruhig. Auf einen wie Brinkmann traf er dort nie. Fürth stand immer für eine stabile Gemeinschaft. Und drei fünfte Plätze am Saisonende galten stets als großartiger Erfolg. Allein Arie van Lent stach einmal hervor. Als Torschütze, als Mitreißer, als starke Präsenz im Angriffszentrum. Den er hatte den Bremern abgeluchst.

Diese Topspiele liegen Fürth. (über die Ausgangslage vor dem Duell am Samstag)

Dort hatte Möhlmann seine große Zeit als Spieler. Möhlmann fällt van Lent ein, weil er ihn an Fabian Klos erinnert. „Mit seiner Torgefährlichkeit Jahr für Jahr einer der herausragenden Spieler dieser Spielklasse“, sagt Möhlmann im Gespräch mit Liga-Zwei.de über den Bielefelder Kapitän. Doch als er merkt, dass derlei Lob vor dem bevorstehenden Duell seiner ehemaligen Klubs auf der Alm in Bielefeld die Arminia in die Favoritenrolle steuern könnte, entgegnet er schnell: „Diese Topspiele liegen Fürth, sie werden mutig agieren und überraschen wollen.“

Ja, es ist schon verrückt mit Möhlmann und diesen beiden Vereinen. Als er von Bruchhagen im Herbst des Fußballjahres 2000 als Nachfolger von Gerland nach Bielefeld geholt wurde, kam er aus Fürth. Als er sich im Februar 2004 mehr oder weniger einvernehmlich verabschiedete, heuerte er kurz darauf aufs Neue in Fürth an.

Die größte Enttäuschung in meiner Karriere als Sportler. (über den Arminia-Abstieg 2003)

Dazwischen lagen zwei halbe und zwei ganze Spielzeiten voller Turbulenzen: Sein Einstieg dort extrem schwierig: Erst in seinem achten Match in Bielefeld gelang der erste Sieg. Trotz hochkarätiger Offensivkräfte wie Labbadia und Wichniarek. Mehr als Platz 13 war in jener Spielzeit nicht drin, denn er hatte „eine Mannschaft ohne Miteinander und voller Unebenheiten“ angetroffen, wie sich Möhlmann im Rückblick erinnert.

Vom Einstieg zum Aufstieg dann aber nur ein Jahr später. Mit eben jenem Ansgar Brinkmann, den Möhlmann aus Osnabrück holte. Der bunte Dribbler berauschte mit seiner Rasanz die Arminia und die 2. Bundesliga. Auch mit Torwart Mathias Hain, den er aus Fürth nachgeholt hatte und mit dem Abwehrchef Reinhardt sowie dem quirligen Vata war Arminia oben auf.

Ex-Spieler holten Möhlmann zurück

Der Abstieg aus der Eliteliga freilich schon ein Jahr später. Völlig unnötig, denn Arminia stand nie auf einem Abstiegsplatz. Allein am letzten Spieltag. Doch dieser Absturz zählte. Unwiderruflich.„Die größte Enttäuschung in meiner Karriere als Sportler“, sagt Möhlmann heute. Immer noch scheint es unerklärlich, dass seine Arminia die letzten vier Bundesligaspiele im Frühjahr 2003 allesamt verlor. Mit 36 Punkten stieg die Arminia ab. Bayer Leverkusen blieb drin.

Nun ist Möhlmann wieder in Fürth aktiv. Zum vierten Male. Diesmal nicht als Cheftrainer, sondern als Berater der Ausbildungsabteilung am Ronhof. Geholt von seinen ehemaligen Spielern: Von Azzouzi, Meichelbeck, Reichel und Ruman, die alle dort noch bzw. wieder aktiv sind. „Diese Verbundenheit über Jahrzehnte ist wohl einmalig“, sagt Möhlmann und wundert sich freilich auch ein wenig darüber: „Dabei war ich als Trainer bestimmt nicht immer nett zu ihnen.“ Doch fair war er immer und dies zählt viel unter Sportlern.

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