Greuther Fürth: Ein breiterer Stamm als nächster Entwicklungsschritt

Kleeblatt ligaweit mit den wenigsten eingesetzten Spieler

Stefan Leitl

Stefan Leitl kam bislang mit 20 Spielern aus. © imago images / Zink

Mit dem Uruguayer Facundo Rodriguez und dem Nigerianer Dickson Abiama waren beim gestrigen 1:1 von Greuther Fürth im Testspiel gegen den FC Bayern München II neben dem offiziell als Neuzugang vermeldeten Timothy Tillman, der direkt auf die alten Kollegen traf, noch zwei weitere neue Gesichter dabei.

Während der 21-jährige Angreifer Abiama laut den Fürther Nachrichten bereits einen ab Sommer gültigen Dreijahresvertrag unterschrieben hat und bis dahin in der Bayernliga für den SC Eltersdorf (bisher 17 Tore in 21 Spielen) stürmen soll, will sich der vereinslose Rodriguez für eine Anstellung empfehlen.

Nicht mehr mit dabei war neben Elias Abouchabaka, dessen Ausleihe von RB Leipzig vorzeitig beendet wird, auch Tobias Mohr. Der linke Außenbahnspieler verabschiedete sich am Freitag durchaus überraschend zum 1. FC Heidenheim, bringt dem Kleeblatt aber so noch eine Ablöse ein. Weil auch Daniel Steininger, der aktuell auf Probe beim 1. FC Magdeburg trainiert, und Shawn Parker den Verein verlassen können bzw. sollen, könnte es im Winter einen kleinen Umbruch geben, zumal auch der Verbleib von Maximilian Wittek nicht gesichert ist.

Neun Spieler mit mindestens 14 Einsätzen

Steininger, Abouchabaka und Parker freilich spielen schon seit geraumer Zeit keine Rolle mehr und sind alle drei noch ohne Saisoneinsatz. Anders als Mohr und Wittek, die es auf 15 bzw. sogar 18 Einsätze brachten.

Generell kamen im bisherigen Saisonverlauf nur 20 Akteure im Kleeblatt-Trikot zum Einsatz -und damit die ligaweit wenigsten. Diese Statistik zeigt zum einen, dass Leitl über einen relativ kleinen Kern verfügt und zum anderen, dass die SpVgg zumindest einigermaßen vom Verletzungspech verschont geblieben ist. Denn gleich neun Akteure standen in mindestens 14 der bisherigen 18 Spiele auf dem Platz.

Durch den Abgang von Mohr wird dieser Kern erst einmal kleiner, wobei die Hoffnung vorhanden ist, dass Tillman die Lücke schließen kann. Für Wittek stünde mit David Raum, der es bislang nur auf sieben Einsätze bringt, auch interner Ersatz parat. Allerdings würde die Personaldecke insgesamt dünner und weil die Qualität in der zweiten Reihe durchaus als Erfolgsfaktor gilt, würde die SpVgg in gewisser Weise ins Risiko gehen, sofern auf Nachbesserungen verzichtet wird.

Dass mit Rodriguez aktuell ein Probespieler mitmischt, spricht aber dafür, dass die Fürther Verantwortlichen durchaus noch den Bedarf sehen, sich etwas breiter aufzustellen. Und gelingt es dann, wenig schmerzhafte Abgänge wie von Abouchabaka sowie mutmaßlich Steininger und Parker durch Spieler zu kompensieren, die den Konkurrenzkampf erhöhen, könnte unter dem Strich der nächste Entwicklungsschritt stehen – der freilich auch durch die Fortschritte bereits vorhandener Talente wie Robin Kehr, Maximilian Bauer oder dem gegen Bayern II ebenfalls eingesetzten Lukas Ahrend möglich wäre.