Greuther Fürth: Mit Frühstart zur Pokalüberraschung?

TSG anfällig in Halbzeit eins

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 21.12.2020 | 11:45
Paul Seguin bei Greuther Fürth

Paul Seguin erzielte drei seiner fünf Saisontore in der Anfangs-Viertelstunde. ©Imago images/Zink

„Wir spielen auswärts einfach gut, sind selbstbewusst“, sagte Greuther Fürths Mittelfeldmann Sebastian Ernst nach dem 3:0-Erfolg des Kleeblatts in Braunschweig. Die gute Nachricht für Ernst und Co.: Es geht direkt auf fremdem Geläuf weiter.

Überfalltaktik?

Am morgigen Dienstag gastiert Greuther Fürth in Hoffenheim und reist als noch ungeschlagenens Auswärtsteam in Liga zwei in den Kraichgau sowie mit dem Wissen, dass angesichts von 17 Toren in sieben Auswärtsspielen theoretisch genügend Courage vorhanden ist, um auch den Bundesligisten zu ärgern.

Dafür holte sich die Elf von Stefan Leitl durch den eingangs angesprochenen 3:0-Sieg das nötige Selbstvertrauen, spielte dabei allerdings in den ersten 15 Minuten der Partie laut Leitl „nicht ganz so druckvoll“, wie man es von der Spielvereinigung gewohnt ist.

Gemeinhin ist das Kleeblatt nämlich als Frühstarter bekannt und gefürchtet. Sechsmal trafen Hrgota und Co. schon in den ersten 15 Minuten, elfmal in der ersten halben Stunde – mit Abstand Ligahöchstwert. Diese Qualitäten könnten sich gegen Hoffenheim auszahlen.

Die TSG geriet zuletzt dreimal in Folge in Rückstand, zweimal davon setzte es den ersten Gegentreffer bereits in Halbzeit eins. Insgesamt musste die TSG bereits zwölf Gegentore vor dem Halbzeitpiff hinnehmen – nur Schalke 04 steht in dieser Statistik noch schlechter da.

Den Gegner zu überrumpeln zu wollen, wäre also eine taktische Herangehensweise, allerdings wäre für eine Pokal-Überraschung mindestens jene defensive Standhaftigkeit gefragt, welche die Spielvereinigung zuletzt gegen Braunschweig zeigte. Immerhin weiß die TSG in Halbzeit zwei regelmäßig zu überzeugen und verlor nur zwei von fünf Spielen, in denen sie zur Halbzeit zurücklag.

Auch das zeigt, welche Qualität am Dienstag auf Fürth zukommt. Für den nötigen Rückenwind sorgt ein Blick in die Historie: Das letzte Pokalspiel in Hoffenheim gewannen die Mittelfranken im Februar 2012 durch ein Tor von Olivier Occean mit 1:0.