Greuther Fürth: Neuer Konkurrenzkampf im Sturm

Berggreen zum Auftakt aber wohl kein Thema für Startelf

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 16.09.20 | 08:07
Emil Berggreen

Emil Berggreen ergänzt die Fürther Offensivabteilung. © imago images/VI images

Auch wenn unter dem Strich ein deutlicher 6:1-Sieg stand, hatte Greuther Fürth in der ersten Runde des DFB-Pokals beim RSV Meinerzhagen seine liebe Mühe. Erst in der 72. Minute gelang Sebastian Ernst der Ausgleich zum 1:1, der die SpVgg in die Verlängerung brachte, in der beim Underdog dann nach Julian Greens 2:1 in der 98. Minute alle Dämme brachen.

Bis dahin aber tat sich die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl schwer. Auch deshalb, weil sich die Angriffsreihe mit dem von Jamie Leweling und Branimir Hrgota flankierten Havard Nielsen nur selten richtig in Szene setzen konnte. Kein Zufall war es deshalb, dass nach den Treffern von Ernst und Green zunächst Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer einen Doppelpack schnürte, ehe der eingewechselte Dickson Abiama seine bereits in der Vorbereitung an den Tag gelegte Treffsicherheit auch im ersten Pflichtspiel bewies.

Berggreen in Deutschland mit einer guten Quote

Ungeachtet dessen aber haben gerade Nielsen und Hrgota ihre Qualitäten in der 2. Bundesliga schon hinreichend bewiesen. Und dennoch war es auch Sicht der SpVgg sicher die richtige Entscheidung, am gestrigen Dienstag noch einen weiteren Stürmer hinzuzuholen. Von Twente Enschede wurde Emil Berggreen an den Ronhof geholt, der keine Ablöse kostet und in Deutschland kein Unbekannter ist.

Der mittlerweile 27 Jahre alte Däne bestritt zwischen 2015 und 2019 für den 1. FSV Mainz 05 und Eintracht Braunschweig 14 Bundesliga-Spiele (vier Tore) und 26 Zweitliga-Partien (zehn Tore). Viel Verletzungspech verhinderte noch mehr Einsätze und möglicherweise auch den Durchbruch Berggreens, für den Mainz im Januar 2016 immerhin 2,5 Millionen Euro Ablöse nach Braunschweig überwies.

In Fürth muss sich der 1,94 Meter große Mittelstürmer, der anders als Nielsen und Hrgota nur bedingt für den Flügel oder eine hängende Rolle geeignet ist, nun zwar zunächst hinten anstellen, ist aber zumindest als Joker direkt eine Option – vielleicht schon zum Auftakt am Sonntag gegen den VfL Osnabrück.

Leidtragender der Verpflichtung könnte Abiama sein, für den es durch die neue Konkurrenz nicht einfacher werden dürfte, den Durchbruch zu schaffen. Allerdings auch nicht zwingend. Denn weiterhin ist nicht ausgeschlossen, dass Hrgota bei einem lukrativen Angebot noch die Freigabe erhält. Der Berggreen-Transfer kann daher auch als Absicherung für den Fall der Fälle gesehen werden, um nicht kurzfristig vor Transferschluss unter Handlungsdruck zu geraten.