Greuther Fürth: Slapstick kostet die Auswärtsserie

Kapitale Fehler vor den ersten beiden Gegentoren in Karlsruhe

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 09.01.21 | 07:26
Paul Jaeckel

Unglückliche Vorstellung in Karlsruhe: Paul Jaeckel. © imago images / schreyer

Mit einem Sieg beim Karlsruher SC hätte Greuther Fürth zumindest für eine Nacht die Tabellenführung übernehmen können. Zwischenzeitlich sah es auch danach aus, als könnte das Kleeblatt die drei Punkte aus dem Wildparkstadion mitnehmen, doch am Freitagabend stand sich die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl letztlich gleich mehrfach selbst im Weg.

Den ersten Schnitzer von Paul Jaeckel, dessen von Karlsruhes Marc Lorenz abgeblockter Versuch, einen langen Ball zu spielen, bereits in der zweiten Minute zum Rückstand durch Benjamin Goller führte, konnte Fürth mit einem Doppelschlag von Havard Nielsen (23.) und Sebastian Ernst (28.) noch in eine 2:1-Führung drehen – obwohl Paul Seguin vor der Ecke zum 2:1 mit einem Elfmeter an KSC-Keeper Marius Gersbeck gescheitert war.

Doch kurz vor der Pause war in der Defensive der SpVgg dann erneut Slapstick angesagt. Wieder war es Jaeckel, der von außen einen unglücklichen, weil halbhohen Rückpass auf Sascha Burchert spielte. Der Fürther Schlussmann konnte schon bedrängt von Goller den Ball nicht unter Kontrolle bringen und schon war der Vorsprung wieder dahin.

Leitl hadert mit den individuellen Schnitzern

Im zweiten Durchgang war Fürth auf einem schwer zu bespielenden Platz zwar die überlegene Mannschaft, kam aber nur zu wenigen Torgelegenheiten und stand sechs Minuten vor dem Ende noch einmal Pate. In Erwartung eines Freistoßpfiffs agierte die Hintermannschaft nicht konsequent genug und ermöglichte so ausgerechnet dem 2017/18 am Ronhof nicht glücklich gewordenen Philipp Hofmann den 3:2-Siegtreffer.

„Wenn du dir drei solch individuelle Fehler leistest, dann kannst du kein Spiel gewinnen“, zeigte sich Trainer Leitl nach der Partie auf der vereinseigenen Webseite vor allem auch deshalb enttäuscht, weil „unsere tolle Auswärts-Serie mit so einer Leistung zu Ende geht, wo man sich so viele Patzer leistet.“ Nachdem die SpVgg das gesamte Jahr 2020 über kein Auswärtsspiel verloren hatte und insgesamt in der Fremde bei sieben Siegen und sieben Remis 14 Partien ungeschlagen geblieben war, gehört dieser Nimbus nun der Vergangenheit an.

Anstatt Einzelkritik etwa an Jaeckel, der die beiden ersten Gegentore öffentlich auf seine Kappe nahm, zu betreiben, will Leitl nach einer „ingesamt ordentlichen bis guten Partie“ in erster Linie Aufbauarbeit leisten: „Wir werden die Jungs jetzt wieder aufrichten und dann nächste Woche an die Leistung anknüpfen und die individuellen Fehler abstellen.“ Dann kommt der SC Paderborn nach Fürth, der eher nicht mit Gastgeschenken, sondern einem auf Wiedergutmachung bedachten Kleeblatt rechnen sollte.