Holstein Kiel: Kinsombi-Prognose zu optimistisch?

Arzt und Ex-Profi Göhlert rechnet mit längerem Ausfall

David Kinsombi am Boden

David Kinsombi hatte in der Hinrunde schon vier Tore für die KSV erzielt. ©Imago/Eibner

Während die „Störche“ noch bis zum Sommer Zeit haben, für den nach Köln wechselnden Kingsley Schindler Ersatz zu finden, muss eine Lösung für das Fehlen von David Kinsombi schnell gefunden werden. Der Mittelfeldspieler von Holstein Kiel hat sich bekannterweise das Schienbein gebrochen, der Verein gibt seine Ausfalldauer mit mindestens drei Monaten an. Realistisch ist das nach Experten-Schätzung jedoch nicht. Liga-Zwei.de hat mit dem Ex-Heidenheim-Profi und heutigem Arzt Tim Göhlert gesprochen.

Metall birgt Entzündungsgefahr

„Im deutschen Profifußball ist mir leider kein Fall bekannt, in dem ein Spieler nach einem Schienbeinbruch bereits nach 3 Monaten wieder in sein Team gerückt ist. Dieser optimistische Zeitrahmen existiert zwar in der medizinischen Theorie, weil ein gebrochener Knochen in der Tat bei optimalem Heilungsverlauf bis dahin wieder belastbar sein sollte“, sagt der frühere Abwehrspieler zur Einschätzung der KSV.

„Doch im Leistungssport geht es um die Bewältigung von Extrembelastungen und um Leistungsanforderungen, die eine weitaus längere Zwangspause notwendig machen. Ich brauchte damals zwischen 2010 und 2011 rund 8 Monate bis ich wieder ins Abwehrzentrum des 1. FC Heidenheim einsteigen durfte.“

Ich brauchte damals rund 8 Monate. (Ex-Profi Tim Göhlert über seinen Schienbeinbruch)

Das der Bruch bei Kinsombi eine OP notwendig macht, ist ein weiterer Faktor, den der 34-Jährige aus eigener Erfahrung mit einberechnen kann: Der Einsatz von Metall, in meinem Fall waren dies zwei Schrauben und ein Nagel, birgt Risiken bei der Heilung, weil es leider zu Entzündungen kommen kann. Ich wünsche Kinsombi, dass ihm derartige Rückschläge erspart bleiben.“

Damit könnte sogar die Sommervorbereitung für den Deutsch-Kongolesen noch zu früh kommen. Dies macht ihn natürlich für andere Klubs deutlich unattraktiver. In der Vergangenheit war unter anderem von einem Interesse des HSV sowie 1.FC Köln am 23-Jährigen berichtet worden. Dass jedoch ein Verein eine Ablöse für einen so schwer verletzten Spieler zahlt, ist zu bezweifeln.

Für die Kieler ist dies zwar zumindest in gewisser Weise eine positive Seite der schlechten Nachricht, doch selbstverständlich herrscht auch bei Tim Walter nun Unsicherheit bezüglich der Stärke seines Leistungsträgers bei dessen Rückkehr. Schließlich wusste schon Ottmar Hitzfeld: „Wenn ein Spieler nach einer schweren Verletzung wieder gesund ist, hat er erst die Hälfte der Zwangspause bewältigt. Genauso lange braucht er bis zur völligen Leistungsstärke und zur Rückkehr ins Team.“

Youngster Alt bekommt eine Chance

Das Verletzungspech von David Kinsombi könnte derweil eine Chance für Youngster Julius Alt werden, der in der Hinserie mit der Kieler U23 in der Regionalliga Nord für Furore sorgte und nun mit den Profis im Trainingslager in Spanien weilte. Dort hat Alt einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, sodass er nach Liga-Zwei.de-Informationen nun dauerhaft zur ersten Mannschaft aufrücken darf.

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