Toni Leistner & Co.: Das machen die Ex-Eisernen nun

Bundesliga, England und Österreich

Autor: Christopher Voges Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.18 | 15:21
Marc Torrejon und Toni Leistner bei der Spielanalyse.

Aufhalten konnte Torrejon seinen Innenverteidiger-Kollegen nicht. Toni Leistner spielt nun auf der Insel. ©imago/Matthias Koch

Union Berlin erlebte zur Saison 2018/19 einen Umbruch. Leistungsträger und Führungsspieler haben den ambitionierten Verein verlassen. Für beide Parteien so etwas wie ein Neuanfang. Toni Leistner, Ex-Kapitän der Eisernen, hat mit Liga-Zwei.de über seinen Abgang und seine neues Abenteuer in Englang gesprochen. Was die anderen Abgänge machen, könnt Ihr weiter unten erfahren.

Schon im Sommer 2017 gab es England-Gerüchte, doch ein Wechsel kam nicht zustande. Erläutern Sie doch mal Ihre Gefühle, dass sich der Traum vom Fußball auf der Insel endlich erfüllt hat.
Toni Leistner: „Ja, es gab ein Angebot von Norwich City über eine Ablöse von 4 Mio. Euro. Ich habe mich dann ein-, zweimal mit Jens Keller (damaliger Trainer bei Union, Anm. d. Red.) und Union-Präsident Dirk Zingler zusammengesetzt. Beide haben mir gesagt, dass sie mit mir die Saison planen und mich nicht verkaufen können.

Das habe ich akzeptiert.  Jetzt bin ich natürlich extrem stolz, dass das mit England geklappt hat. Es ist genau so, wie ich mir es vorgestellt habe. Extrem hart, aber mit einer enormen Qualität in der Liga.“

„ Ich bin ein einfacher Typ, der für jeden Spaß zu haben ist. ”
über sich selbst

Kaum in England angekommen, schon Kapitän. Was macht es Ihnen so leicht, dass Sie sich scheinbar so einfach integrieren konnten?
Leistner: „Ich konnte mich schon damals bei Union schnell integrieren. Ich bin ein einfacher Typ, der für jeden Spaß zu haben ist. Auch die Engländer verstehen meinen Humor. Daher gelang die Integration, denke ich mal, so schnell.“

Queens Park ist schlecht in die Saison gekommen, hat sich zuletzt aber gefangen. Was sind Ihre Ziele mit dem neuen Team?
Leistner: „Ja, wir sind sehr schlecht in die Saison gestartet nach einer echt guten Vorbereitung – 2:2 gegen Hoffenheim, 3:0 gegen Union. Ich denke, das ist dem geschuldet, dass das Team extrem jung war. Viele der Jungs hatten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als zehn Championship-Spiele absolviert.

Dann hat der Verein noch mal reagiert und sehr erfahrene, gute Spieler dazu geholt. Jetzt haben wir uns gefunden. Ziel ist ein besseres Abschneiden als letzte Saison. Aber erst mal müssen wir Punkte aufholen, die wir in den ersten Spielen liegen gelassen haben.“

„ Demut tut dem Verein sehr gut. ”
über die Neuausrichtung von Union

Vor der Saison gab es einen Umbruch in Köpenick, es scheint auch mehr Demut in den Verein eingekehrt zu sein. Wie bewerten Sie diese Maßnahmen als jemand, der jahrelang das Union-Trikot trug?
Leistner: „Ich denke, Demut tut dem Verein sehr gut. Dieses wir MÜSSEN, hat der Mannschaft und dem Verein nicht gut getan. Der Umbruch war extrem groß, aber wenn ich mir den Kader anschaue, ist er überragend besetzt. Da gibt es unglaublich viele Möglichkeiten – vor allem in der Offensive. Da will ich kein Trainer sein.“

Wie beurteilen Sie die Arbeit des neuen Trainers Urs Fischer?
Leistner: „Demzufolge, was ich bis jetzt gesehen und gehört habe, macht er einen sehr guten Job. Ich habe ihn auch persönlich kennengelernt, ein sehr sympathischer Mensch. Aber am Ende wird immer zum Saisonschluss abgerechnet. Ich hoffe, dass es weiter gut läuft.“

Was trauen Sie Ihrem Ex-Klub grundsätzlich in dieser Saison zu?
Leistner: „Ich traue Union viel zu. Auch wenn es schwierig wird, sich gegen den HSV und Köln durchzusetzen. Aber wer weiß? Einfach so werden die beiden auch nicht durch die Liga rennen.“

Die übrigen Abgänge:

Steven Skrzybski
Bei seinem neuen Klub Schalke 04 kam der Außenbahnspieler noch zu keiner einzigen Minute Einsatzzeit. Bei den letzten beiden Bundesligapartien sowie in der Champions League laborierte das Köpenicker Eigengewächs an einer Muskelverletzung, die eine Kader-Nominierung verhinderte.

Kristian Pedersen
Der Linksverteidiger wechselte zu Birmingham City nach England. Dort wurde er sofort zum Stammspieler und absolvierte bisher alle neun Partien der 2. Liga über die vollen 90 Minuten.

Philipp Hosiner
Den Österreicher zog es zurück in sein Heimatland zu Sturm Graz. In der Liga erzielte er bisher zwei Tore in sieben Spielen und bereitete zudem einen Treffer vor.

Peter Kurzweg
Der 24-Jährige ließ sich noch am Deadline-Day eine Liga tiefer zu den Würzburger Kickers verleihen. An drei Spieltagen zählte er jedoch nur einmal zum Kader.

Stephan Fürstner
Den Mittelfeldspieler zog es in die 3. Liga zu Braunschweig, wo er gleich zum Kapitän ernannt wurde und noch keine einzige Minute in der Liga verpasste.

Dennis Daube
Der 29-Jährige wechselte nach Uerdingen und absolvierte bisher drei Partien. Momentan setzen ihn ein Innenbandriss im Knie und eine Meniskusverletzung außer Gefecht.

Daniel Mesenhöler
Der Torhüter spielt mittlerweile in Duisburg. An den ersten vier Spieltagen saß er als Nummer zwei hinter Daniel Davari auf der Bank, an den Spieltagen fünf und sechs stand er zwischen den Pfosten und musste dabei vier Gegentreffer hinnehmen.

Lars Dietz
Der 21-Jährige kam im Januar aus der Zweitvertretung von Borussia Dortmund, blieb in der Rückrunde aber ohne Einsatz. Er wurde daraufhin für ein Jahr in die 3. Liga nach Lotte verliehen und absolvierte für die Sportfreunde bisher zwei Partien über jeweils 90 Minuten.

Cihan Kahraman
Um Spielpraxis zu sammeln, wurde der 19-Jährige in die Regionalliga zum FSV Union Fürstenwalde verliehen. In sechs Ligaspielen war er an zwei Toren direkt beteiligt.

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