Vorschau: 1. FC Kaiserslautern vs. Hertha BSC
Vorbericht, Aufstellung & Tipp für den 31.10.2026
© IMAGO / Jan Hübner
Auch wenn der Anstoß nicht um 20.30 Uhr erfolgt, sondern bereits siebeneinhalb Stunden früher, besteht kein Zweifel am Top-Spiel-Charakter, wenn der 1. FC Kaiserslautern im Rahmen des zehnten Spieltages als Tabellendritter Hertha BSC erwartet und damit den Spitzenreiter, der dem Rest der Liga schon ein wenig enteilt ist. Die Berliner sind als einziges Team noch ungeschlagen und könnten sich mit einem Sieg auf dem Betzenberg noch weiter absetzen, bekommen es dort aber mit der besten Defensive im deutschen Profifußball zu tun.
1. FC Kaiserslautern: Ein Quartett rotiert zurück
Der 1. FC Kaiserslautern hatte am Mittwoch im DFB-Pokal bei Hannover 96 (2:0) zwar auch eine Portion Glück und konnte sich wie schon am Wochenende zuvor beim Auswärtssieg in Nürnberg (1:0) auf einen herausragenden Julian Krahl im Tor verlassen, doch nur vier Gegentore in wettbewerbsübergreifend elf Pflichtspielen sind natürlich kein Zufall.
Aktuell können die Roten Teufel sogar auf fünf Zu-Null-Spiele in Folge zurückblicken, obwohl mit Jacob Rasmussen ein Eckpfeiler aus der Defensive vorübergehend mit muskulären Problemen weggebrochen ist und auch gegen Hertha BSC weiter fehlen wird. Mit Alex Murphy hat sich aber stabile Ersatz gefunden, der erneut mit den formstarken Nico Elvedi und Maxwell Gyamfi die Innenverteidigung bilden wird.
Die Pokal aus der Startelf rotierten Paul Joly, Semih Sahin, Mario Sauer und Naatan Skyttä werden unterdessen wieder von Anfang an erwartet. Der ohnehin erkrankte Simon Asta sowie Marlon Ritter, Fabian Kunze und trotz guter Leistung wohl auch Thierry Tazemeta müssen dafür vermutlich auf die Bank. Nicht zur Verfügung stehen weiterhin Kelven Frees und Enis Kamga, während offen ist, ob es bei Erencan Yardimci zumindest für die Jokerrolle reicht.
Unabhängig von der konkreten Aufstellung machte Trainer Torsten Lieberknecht auf der Pressekonferenz am Freitag deutlich, dass mindestens eine Leistung wie in den letzten Spielen nötig sein wird, um gegen den Spitzenreiter bestehen zu können: „Sie sind die Top-Klasse in der Zweiten Liga. Wir dürfen keinen Meter weniger gehen und uns nicht in die Komfortzone zurücklehnen.“
Die voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Murphy – Joly, Sauer, Sahin, Haas – Skyttä, Kanaté – Lukovic
Hertha BSC: Vier Änderungen im Vergleich zum Pokal?
Stefan Leitl zollte dem FCK und seinem Kollegen Lieberknecht auf der PK am Donnerstag Respekt für eine positive Entwicklung, versicherte aber für das Gastspiel am Betzenberg vorbereitet zu sein und betonte auch die eigenen Qualitäten: „Wir wissen, was wir leisten müssen. Wir werden Intensität und Disziplin bringen. Außerdem brauchen wir schnelle und gute Handlungen. Auch wir sind schwer zu bespielen, kriegen kaum Gegentore. Wir sind gut drauf und wir haben Bock. Was spricht dagegen, dass wir das Spiel nicht gewinnen können? Deshalb: Raus und abliefern!“
Im Vergleich zum 2:0-Sieg im DFB-Pokal beim SV Jeddeloh II könnten Deyovaisio Zeefuik, Jon Dagur Thorsteinsson und Oluwaseun Adewumi in die Startelf zurückkehren. Julian Eitschberger, Soufian Gouram und Farid Alfa-Ruprecht, die am Mittwoch im Zuge einer kleinen Rotation ran durften, müssten dann weichen. Allerdings haben gerade Eitschberger und Alfa-Ruprecht Argumente in eigener Sache sammeln können, sodass Leitl keine ganz einfachen Entscheidungen bevorstehen.
Denkbar ist zudem, dass im Sturm Luca Schuler diesmal den Vorzug vor Sebastian Grönning erhält, der im Pokal durchgespielt hat. Dass Schuler vier Spielen für Hertha BSC gegen seinen Ex-Klub Kaiserslautern fünf Tore gelungen sind, spricht auf jeden Fall für eine Änderung im Sturmzentrum, für das Gustaf Nilsson weiterhin noch keine Option ist.
Die voraussichtliche Aufstellung: Gersbeck – Zeefuik, Gechter, Kolbe, Pedersen – Seguin, Sessa – Adewumi, Thorsteinsson, Brekalo – Schuler
TV-Tipps: Live-Übertragung auf Sky (Anstoß: Samstag, 13 Uhr), Free-TV-Highlights ab 18.30 Uhr in der ARD-Sportschau.
Tipp & Prognose zum Spiel
Warum Unter 2.5 Tore unser Werttipp ist:
Die 2.30 bietet echten Value gegen den Markt (Über 2.5 bei 1.57). Kaiserslauterns fünf Zu-Null-Spiele in Folge — darunter auswärts bei Nürnberg (1:0) und im Pokal bei Hannover (2:0) — sind keine Zufallsserie, sondern das Ergebnis einer taktisch perfekt organisierten Dreierkette um Elvedi, Gyamfi und Murphy. Krahl im Tor hat in elf Pflichtspielen nur vier Gegentore kassiert. Hertha wiederum hat unter Leitl ebenfalls „kaum Gegentore“ kassiert, wie der Trainer selbst betont. Wenn die beste Defensive auf den besten Angriff trifft, gewinnt in der 2. Bundesliga meistens die Defensive. Ein 1:0 oder 0:0 ist das wahrscheinlichste Ergebnis.
Die Risikowette auf Kaiserslautern (2.87) ist bei dieser Quote keine echte Außenseiterwette. Der FCK hat fünf der letzten sechs Pflichtspiele gewonnen (inkl. Pokal), zu Hause auf dem Betzenberg noch nicht verloren und Lieberknecht fordert „keinen Meter weniger.“ Hertha rotiert nach dem Pokalspiel am Mittwoch auf bis zu vier Positionen — Zeefuik, Thorsteinsson, Adewumi und Schuler rücken rein. Schulers fünf Tore in vier Spielen gegen den FCK sind ein Argument, aber Lauterns aktuelle Defensivform spricht dagegen. Bei 2.87 fast dreifaches Geld für das formstärkste Team der letzten Wochen.
