Vorschau: VfL Osnabrück vs. Hertha BSC
Vorbericht, Aufstellung & Tipp für den 13.09.2026
©imago images/Noah Wedel
Mit zwei Siegen in Folge ist der VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga angekommen, hat nun im Rahmen des fünften Spieltages aber ein dickes Brett zu bohren, wenn Hertha BSC an der Bremer Brücke gastiert. Die Berliner sind mit der optimalen Ausbeute von zwölf Punkten gestartet und haben damit nicht nur viele skeptische Prognosen widerlegt, sondern sich schnell in den Kreis der heißesten Aufstiegsaspiranten gespielt. Bei einem formstarken VfL muss sich aber auch die Alte Dame neu beweisen.
VfL Osnabrück: Kyereh wohl wieder Joker
Im Spieltagsinterview mit der eigenen Medienabteilung ließ Timo Schultz durchblicken, dass für den VfL Osnabrück auch das dritte Heimspiel in Folge etwas Besonderes ist: „Hertha BSC ist ein absolutes Highlight, einer der größten Namen in der Liga. Ich freue mich, dass sich die Alte Dame hier in unserem altehrwürdigen Stadion an der Bremer Brücke die Ehre gibt.“
Gleichwohl will der VfL-Coach mit seinen Schützlingen natürlich an die letzten Erfolge beim VfL Bochum (1:0) und gegen Eintracht Braunschweig (3:1) anknüpfen, um möglichst früh ein komfortables Polster nach unten aufbauen zu können. In personeller Hinsicht sind die Voraussetzungen günstig, sind nach aktuellem Stand doch keine Ausfälle zu beklagen. Auch Robin Fabinski und Ismail Badjie, die unter der Woche vorübergehend aussetzen mussten, stehen zur Verfügung.
Daniel Kofi Kyereh, der gegen Braunschweig nach seiner Einwechslung zur Pause das wegweisende Führungstor markiert hatte, wird wohl abermals zunächst auf der Bank Platz nehmen und dann im Laufe der Partie als Joker kommen.
Die voraussichtliche Aufstellung: Krumrey – Fabinski, J. Müller, Wiemann – Kammerbauer, Wagner, Jacobsen, Gomez – Beck, Badjie – Meißner
Hertha BSC: Seguin fehlt – Zeefuik nur auf der Bank?
Stefan Leitl kennt die Bremer Brücke und warnte auf der PK am Freitag nicht von ungefähr vor der dort herrschenden Atmosphäre: „Wir treffen auf einen Gegner, der durch seine letzten Ergebnisse eine Euphorie erzeugen konnte. Der VfL wird versuchen, das Stadion zu nutzen, und unangenehm sein“, so der Hertha-Coach, der nach dem Saisonstart aber mit einiger Berechtigung auch zuversichtlich sein darf und seiner Mannschaft eine passende Strategie mit auf den Weg geben wird: „Es wird ein interessantes Spiel. Wir werden bei Standards und Umschaltsituationen hellwach sein müssen. Jeder Spieler weiß, was zu tun ist. Jeder muss seine Aufgabe erfüllen.“
Gezwungenermaßen muss Leitl allerdings sein zentrales Mittelfeld umbauen, nachdem sich Paul Seguin beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg eine Gelb-Rot-Sperre eingehandelt hat. Weil mit Boris Mamuzah Lum ein anderer, potentieller Vertreter wegen einer bei der U23 kassierten roten Karte ebenfalls gesperrt ist, wird wohl Pascal Klemens neben Kevin Sessa auf der Doppelsechs starten.
Weitere Änderungen sind nicht zu erwarten. Deyovaisio Zeefuik hat seine Rotsperre zwar abgesessen, muss sich auf den Außenverteidigerpositionen aber erst einmal hinter den überzeugenden Julian Eitschberger und Mads Pedersen anstellen.
Die voraussichtliche Aufstellung: Gersbeck – Eitschberger, Gechter, Kolbe, Pedersen – Klemens, Sessa – Thorsteinsson, Gouram, Brekalo – Grönning
TV-Tipps: Live-Übertragung auf Sky (Anstoß: Sonntag, 13.30 Uhr), Free-TV-Highlights ab 18.45 Uhr in der ARD-Sportschau.
Tipp & Prognose zum Spiel
Warum „Beide treffen: Ja“ unser Werttipp ist: Die 1.47 reflektiert die aktuelle Form beider Teams — und die spricht für Tore auf beiden Seiten. Osnabrück hat in den letzten beiden Spielen vier Tore erzielt (1:0 gegen Bochum, 3:1 gegen Braunschweig) und ist offensiv das gefährlichste Team der letzten zwei Spieltage. Super-Joker Kyereh wartet auf der Bank, um nach der Pause den Unterschied zu machen. Hertha wiederum hat in vier Spielen zehn Tore geschossen — im Schnitt 2,5 pro Partie — und wird auch an der Bremer Brücke genug Qualität haben, um zu treffen. Das Problem für Leitl: Seguin fehlt nach Gelb-Rot auf der Doppelsechs, sein Ersatz Klemens muss sich erst beweisen. Diese Lücke im Zentrum öffnet Räume für Osnabrücks Konterspiel über Beck und Badjie. Ein 2:1 oder 1:2 ist das wahrscheinlichste Ergebnis.
Die Risikowette auf Osnabrück (3.25) lebt von der Bremer-Brücke-Atmosphäre und der Euphorie eines Aufsteigers im Flow. Schultz nennt das Spiel ein „Highlight“ — und genau diese Emotionalität kann den Unterschied machen, wenn 16.000 Zuschauer den VfL nach vorne peitschen. Leitl warnte auf der PK nicht umsonst vor der „Euphorie“ in Osnabrück und der „Atmosphäre“ an der Bremer Brücke. Dazu kommt Herthas personelles Problem: Ohne Seguin auf der Sechs fehlt der Taktgeber im Aufbauspiel, und mit Zeefuik auf der Bank statt in der Startelf verzichtet Leitl auf eine offensive Option. Wenn Osnabrück früh trifft und das Stadion explodiert, kann auch ein Tabellenführer ins Wanken geraten. Bei 3.25 über dreifaches Geld für ein Team, das zu Hause zuletzt Bochum und Braunschweig geschlagen hat.
