1. FC Nürnberg: Auch unter Jens Keller im 4-3-3?

Neuer Coach will “an der defensiven Stabilität“ arbeiten

Jens Keller als Trainer des 1. FC Nürnberg

Beginnt seine Arbeit in Nürnberg: Jens Keller. ©Imago images/Zink

Bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des 1. FC Nürnberg hat Jens Keller mit Blick auf das Torverhältnis und die meisten Gegentore der Liga (27) die bislang mangelnde defensive Stabilität als ersten Ansatzpunkt seiner Arbeit ausgemacht. Um die Gegentorflut einzudämmen, wird der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer vermutlich an der einen oder anderen Stellschraube drehen.

Gegenüber Liga-Zwei.de verriet Kellers Ex-Spieler Toni Leistner bereits die eine oder andere taktische Vorgabe, mit der der Coach bei seinem Ex-Klub Union Berlin gearbeitet hatte, ob davon auch die Grundordnung jetzt in Nürnberg betroffen ist, bleibt indes abzuwarten.

Nachdem der entlassene Damir Canadi zu Beginn der Saison noch mehrfach eine Dreierkette aufgeboten hatte, lief der FCN in den vergangenen Wochen durchweg im 4-3-3 auf. Und damit in einem System, das Keller auf seinen bisherigen Stationen in der 2. Bundesliga ebenfalls favorisiert hat. Sowohl beim 1. FC Union Berlin als auch bei seinem kurzen Intermezzo beim FC Ingolstadt setzte Keller vor einer Viererkette überwiegend auf einen Sechser, zwei Achter, zwei offensive Flügelspieler und einen klassischen Mittelstürmer.

Eine Viererkette scheint gesetzt

Auch als Bundesliga-Trainer beim FC Schalke 04 formierte Keller seine Defensive durchweg mit einer Viererkette, von der man auch in Nürnberg ausgehen kann. Möglich aber, dass diese im Vergleich zum 1:5-Debakel gegen Bielefeld neu besetzt wird. Sofern nach einer Achillessehnenreizung rechtzeitig wieder fit, könnte der erfahrene Georg Margreitter den Vorzug vor Lukas Mühl erhalten. Asger Sörensen wird seinen Platz derweil vermutlich behalten.

Auf den defensiven Außenbahnen ist mit Enrico Valentini und Oliver Sorg ebenfalls reichlich Erfahrung vorhanden, auf die Keller in der aktuellen Situation kaum verzichten dürfte.

Eine Doppelsechs für mehr Stabilität?

Interessant wird es im Mittelfeld, in dem nicht wenige Beobachter das Hauptproblem für die vielen Gegentore der letzten Wochen sehen. Zuletzt fehlte dem Zentrum mit Ondrej Petrak, Hanno Behrens und Johannes Geis die Dynamik insbesondere auch in der Rückwärtsbewegung, was sicherlich in engem Zusammenhang mit den Spielertypen steht. Um mehr Stabilität zu erreichen, könnte es deshalb eine Überlegung Kellers sein, einen zweiten Sechser zu installieren.

Neben Petrak könnten auch Patrick Erras und Lukas Jäger den defensiven Part einer Doppelsechs spielen. Genießt defensive Stabilität oberste Priorität, sind auch zwei dieser drei Akteure gemeinsam vorstellbar.

Für Johannes Geis und Hanno Behrens bliebe dann allerdings nur noch ein freier Platz. Beide könnten freilich auch die offensivere Rolle auf der Doppelsechs einnehmen, müssten dann aber in der Vorwärtsbewegung zurückhaltender sein als zuletzt. Möglicherweise wird aber im Zentrum unter Keller auch der bislang kaum berücksichtigte Slowene Adam Gnezda Cerin, für den im Sommer eine siebenstellige Ablöse investiert wurde, zum Thema.

Nicht abrücken dürfte Keller unterdessen schon alleine aufgrund des unbestrittenen Offensivpotentials von der Dreier-Angriffsreihe, in der der Konkurrenzkampf nach dem Trainerwechsel aber natürlich auch neu entfacht wurde. Abzuwarten bleibt die für die Defensive nicht ganz unwesentliche Besetzung der Torwartposition. Ob der im Training getestete Felix Dornebusch zu einer Soforthilfe werden kann, wird letztlich auch von Keller entschieden.