FC St. Pauli: Drei Punkte dank Moral und Herz

Später Sieg gegen ein starkes Union Berlin

Markus Kauczinski

War mit dem Engagement seiner Mannschaft gegen Union hochzufrieden: Markus Kauczinski © Imago / DeFodi

Für den FC St. Pauli könnte die Saison jetzt beendet sein. Mit dem gestrigen 3:2-Sieg im Verfolgerduell gegen den 1. FC Union Berlin sprangen die Kiez-Kicker auf den zweiten Platz und verdrängten damit den 1. FC Köln, dessen Partie bei Erzgebirge Aue am Sonntag witterungsbedingt abgesagt worden war.

Dabei schien St. Pauli die drei Punkte bereits aus der Hand gegeben zu haben. Innerhalb von nur 85 Sekunden war die von Sami Allagui und Alexander Meier herausgeschossene 2:0-Führung dahin. Nach dem 2:2-Ausgleich durch Suleiman Abdullahi in der 86. Minute war dann sogar zu fürchten, dass die Braun-Weißen noch verlieren.

Ein von Christopher Buchtmann clever herausgeholter Elfmeter bot Neuzugang Meier dann aber in der vierten Minute der Nachspielzeit die Chance zum zweiten Tor. Und der 36-Jährige ließ sich nicht lange bitten, verwandelte eiskalt und sorgte für Partystimmung am Millerntor.

Am Freitag winkt die Tabellenführung

Bei aller Freude über den späten Sieg wartete Trainer Markus Kauczinski auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit einer ehrlichen Analyse auf. „Union war mit Sicherheit die reifere Mannschaft, körperlich waren sie sehr, sehr stark“, so der Coach, der insbesondere in der Anfangsphase „die eine oder andere brenzlige Situation“ vor dem eigenen Tor sah.

Wir waren heute sicher nicht die bessere Mannschaft. (Markus Kauczinski)

Sehr zufrieden war Kauczinski unterdessen mit der Reaktion auf die Niederlage beim SV Darmstadt 98 (1:2): „Wir waren heute sicher nicht die bessere Mannschaft, haben aber trotzdem das umgesetzt, was wir wollten. Wir wollten ein anderes Gesicht zeigen. Was Union uns heute an Möglichkeiten voraus hatte, haben wir mit ganz viel Moral und Herz ausgeglichen.“

Die gleiche Leidenschaft wird nun sicherlich auch am Freitag nötig sein, wenn beim 1. FC Köln das nächste Top-Spiel auf dem Programm steht. Dann hat St. Pauli sogar die Möglichkeit, sich ein wenig abzusetzen und mit einem Sieg bis zum Spiel des Hamburger SV am Montag gegen Dynamo Dresden die Tabellenführung zu übernehmen.