Hannover 96: Jonas Boldt immer mehr im Fokus
Droht sogar Abstiegskampf?
Erst seit diesem Sommer in Hannover: Jonas Boldt. © IMAGO / DeFodi Images
Groß waren die Hoffnungen bei Hannover 96, dass nach dem als leichten Fortschritt zu wertenden 1:1 gegen den FC St. Pauli im Derby bei Eintracht Braunschweig der Knoten platzen und der erste Sieg unter dem neuen Trainer Sandro Wagner eingefahren würde. Doch anstatt mit voller Entschlossenheit um einen prestigeträchtigen Derby-Dreier zu kämpfen, fehlte den Roten gerade in der ersten Halbzeit in jeglicher Hinsicht zu viel, um erfolgreich Fußball spielen zu können.
„Wir reden über ein Derby. Dass wir in der ersten Halbzeit gar nicht präsent gewesen sind, ist klar. Wir haben uns zu viel versteckt, keine Zweikämpfe angenommen: eine erste Halbzeit, die du generell bei einem Fußballspiel und erst recht nicht bei einem Derby an den Tag legen darfst“, nahm Geschäftsführer Jonas Boldt nach der Begegnung auf der Vereinshomepage kein Blatt vor den Mund und sieht nun sämtliche Protagonisten in der Pflicht: „Jetzt wird sich zeigen, wer bereit ist, sich da herauszuarbeiten. Das kann eine große Chance sein für einen Klub, aber das ist eben auch nicht einfach und mit genauem Auge zu beobachten.“
Boldt bemüht sich um zusätzliche Gelder für den Winter
Kritisch beobachtet wird im Umfeld längst auch Boldt selbst, der offiziell zum 1. Juni angetreten ist und damit nicht nur für die Entscheidung, Trainer Christian Titz durch den bislang erfolglosen Wagner zu ersetzen in der Verantwortung steht, sondern zu großen Teilen auch für die Kaderplanung, bei der Titz im Sommer nicht alle Personalwünsche erfüllt wurden, wie Boldt erst vor wenigen Tagen unter Verweis auf die Finanzen bestätigt hat.
Inzwischen aber ist klar, dass es dem Aufgebot an zu vielen Ecken und Enden an der nötigen Qualtät fehlt, um eine deutlich bessere Rolle spielen zu können. Vielmehr nehmen die mahnenden Stimmen zu, die vor Abstiegskampf und einem Schicksal warnen, wie es Fortuna Düsseldorf ereilt hat.
Nach Informationen der Bild bemüht sich Boldt aktuell intern um professionellere Strukturen und um zusätzliches Budget für Wintertransfers, bisher aber offenbar erfolglos. Zusätzliche Gelder werden die Gesellschafter um Martin Kind wohl auch nur dann freigeben, wenn damit die Aussicht auf einen deutlichen Aufschwung und noch ein aktuell in weiter Ferne scheinendes Eingreifen ins Aufstiegsrennen verbunden wäre. Mutmaßlich auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass millionenschwere Sommereinkäufe wie Pascal Loretz und Emir Sahiti aktuell als teure Fehlgriffe eingestuft werden müssen.
Boldt dürfte nach nur wenigen Monaten im Amt zwar kaum schon zur Disposition stehen, doch für den 44-Jährigen wäre ein schneller Umschwung von enormer Bedeutung. Denn funktioniert nach vielen Sommertransfers auch die Personalie Sandro Wagner nicht, wäre das Standing des Geschäftsführers schon stark beschädigt.
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